Marokko hat das Glück, über vielfältige Gebirge zu verfügen, die zu den schönsten der Welt zählen, und außerdem ein Klima, das das ganze Jahr über zum Wandern einlädt. Denn einige Berge bleiben zugänglich, wenn der Hohe Atlas wegen Schnee unpassierbar ist. Begleitet uns daher bei der Entdeckung von Trekking-Ideen in Marokko und Tipps, wie ihr diese optimal genießen könnt.
Wo kann man in Marokko trekken?
Der Djebel Toubkal
Der Aufstieg auf den Djebel Toubkal, den höchsten Gipfel Nordafrikas (4.167 m), ist ein Highlight-Trek in Marokko: Man kann direkt in Imsil, südlich von Marrakesch, starten und einen direkten Trek bis zum Gipfel unternehmen (etwas mehr als 60 km) oder eine Rundtour um den Toubkal machen (6 bis 10 Tage je nach gewählter Route). Dieser Aufstieg stellt keine großen technischen Schwierigkeiten dar, und die Unterstützung der Maultiertreiber und ihrer Maultiere erspart erhebliche körperliche Anstrengungen und ermöglicht es, das Panorama in vollen Zügen zu genießen. Da die Höhe nur knapp über 4.000 m liegt, sind Höhenkrankheit-Probleme eher selten. Der Sommer ist die günstigste Jahreszeit, da Schnee und Firnfelder fehlen, jedoch können kurze, heftige Gewitter auftreten. Vom Gipfel aus bietet sich ein weites Panorama, das die geleisteten Anstrengungen belohnt. Man überblickt die weiten Weiten des Atlas und des tiefen Südens und erblickt auch den Gipfel der Station Oukaïmden.
Das M'Goun-Massiv
Ebenfalls im Hohen Atlas ist der Ighil M'Goun das kleine Geschwister des Toubkal und gipfelt auf 4.071 m Höhe – eine gletscherfreie Besteigung, die vielen erfahrenen Wanderern möglich ist. Treks von 3 bis 6 Tagen werden rund um diesen Gipfel organisiert und bieten eine unglaublich vielfältige Landschaft, von kargen Schluchten bis zu üppig grünen Tälern.
Die Rif-Kette
Im Norden Marokkos, nahe dem Mittelmeer, umfasst die Rif-Kette die niedrigsten Berge Marokkos, die im Frühling ideal und auch im tiefsten Winter begehbar sind. Große grüne Eichenwälder und blumenbedeckte Hänge prägen die Landschaft. Ein mehrtägiger Trek durch den Nationalpark Talassemtane ist ein wahres Wunder: Die Entdeckung berberer Dörfer bis hin zur spektakulären Felsformation der Gottesbrücke sind garantierte Glücksmomente nach der Anstrengung des Marsches.
Der Djebel Sarhro
Der Djebel Sarhro liegt zwischen dem Hohen Atlas und dem Dadès-Tal. Karge, aber grandiose und majestätische Landschaften bieten sich dem Blick des Wanderers. Zahlreiche Treks von 4 bis 7 Tagen werden hier organisiert und bieten besonders im Winter ein angenehmes Entdeckungsgebiet.
Der Anti-Atlas
Der Anti-Atlas ist die letzte Gebirgskette Marokkos vor der Sahara. Dieses noch wenig frequentierte Massiv bietet erfahrenen Wanderern vielfältige Trekking-Möglichkeiten. So kann man eine Woche damit verbringen, den Vulkangipfel des Djebel Siroua zu besteigen, oder einen 5-tägigen Trek durch die Dörfer des Ammeln-Tals bis zum Djebel L'Kest unternehmen. Der Anti-Atlas bietet unter den Füßen des Wanderers echte Authentizität und garantiert völligen Tapetenwechsel.
Wanderkarten für Trekking-Touren in Marokko
Die topografischen Karten Marokkos sind in der Regel im Maßstab 1:100.000 und manchmal 1:50.000 erstellt.
Die Direction de la cartographie in Rabat ist die beste Adresse für den Kartenkauf in Marokko: Die Website der ANFCC (Agence nationale de la conservation foncière, du cadastre et de la cartographie) bietet die vollständige Liste der erhältlichen Karten (
https://www.ancfcc.gov.ma). Außerdem lassen sich viele Karten online bei den üblichen Händlern kaufen.
Kleidung für Trekking-Touren in Marokko
"Sommer wie Winter braucht ihr gute, stabile Wanderschuhe, die bereits eingelaufen sind, sowie eine winddicht und wasserdichte Jacke, da das Wetter sich sehr schnell ändern kann. Wählt zum Beispiel eine leichte, kompakte Jacke. Und egal zu welcher Jahreszeit, plant eine Kopfbedeckung, eine Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor und eine gute, gut abdeckende Sonnenbrille ein."
Im Sommer (Juni bis August) sind weite, leichte Hosen und langärmlige Hemden am besten geeignet. Da die Nächte selbst in niedrigen Höhenlagen kühl sein können, werden ein Fleece oder ein warmes Sweatshirt empfohlen.
Im Winter (November bis März) sind im Hohen Atlas warme Kleidung, eine Wollmütze und Handschuhe Pflicht. Bereitet euch darauf vor, überall im Land und besonders nachts sehr niedrigen Temperaturen zu trotzen, wo ihr auch wandern mögt. Die Rif-Kette hat dank ihrer Nähe zum Mittelmeer zwar etwas mildere Temperaturen im tiefen Winter, aber Achtung vor dem Windchill bei starkem Wind.
Trekking-Führer in Marokko
Um in Marokko zu wandern, ist es unerlässlich, die Dienste eines Führers in Anspruch zu nehmen. Bedenkt, dass ein mehrsprachiger Pseudo-Führer aus Marrakesch nicht dieselbe Kompetenz mitbringt wie ein einheimischer Führer, der die Region eurer Wandertour in- und auswendig kennt.
Offizielle Führer besitzen einen amtlichen Lichtbildausweis. Euer Führer muss von der Königlich Marokkanischen Ski- und Bergverbandsföderation oder dem nationalen Verband der Bergführer und -begleiter Marokkos zugelassen sein. Er muss den Status eines „Bergführers" besitzen, den er nach sechsmonatiger Ausbildung am Centre de formation aux métiers de montagne erhält – einer Schule im Dorf Tabant im Aït-Bouguemez-Tal. Verwechselt den „Bergführer" nicht mit dem „Touristenführer": Beide haben unterschiedliche Kompetenzen und Fachkenntnisse.
Wenn ihr über einen Reiseveranstalter bucht, wird euer Führer von diesem gestellt; andernfalls müsst ihr selbst einen suchen, insbesondere beim nationalen Verband der Bergführer und -begleiter Marokkos.
Wenn ein Führer zögert, euch seinen offiziellen Ausweis zu zeigen, bedeutet das wahrscheinlich, dass er keinen hat oder dieser abgelaufen ist (er wird alle drei Jahre erneuert).
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es viele Trekking-Möglichkeiten in Marokko gibt, die eine große Vielfalt an Landschaften und Atmosphären bieten. Und auch wenn der Tourismus dort heute etwas zurückgegangen ist, bietet das Land nach wie vor gute Sicherheits- und Aufnahmebedingungen für Langstreckenwanderer.