Ski ist die Wintersportart schlechthin in den Bergen. Unter allen Disziplinen erfreut sich das Skibergsteigen immer größerer Beliebtheit. Doch zwischen der klassischen Variante und der nordischen Variante ist es nicht immer leicht, den Überblick zu behalten. Cimalp erklärt dir den Unterschied zwischen Skibergsteigen und nordischem Skibergsteigen.
Das Wichtigste auf einen Blick:
- Skibergsteigen findet im Hochgebirge statt, während nordisches Skibergsteigen eher im Mittelgebirge zu empfehlen ist.
- Das Material und die funktionalen Techniken der beiden Disziplinen unterscheiden sich grundlegend.
- Die Ausübung jedes Sports hängt vor allem vom Profil und den Wünschen des Skifahrers ab.
Wesentliche Unterschiede zwischen Skibergsteigen und nordischem Skibergsteigen
Der Unterschied zwischen Skibergsteigen und nordischem Skibergsteigen (SRN) beginnt bei der Ausrüstung. Auch wenn die Bekleidung für das Skibergsteigen ähnlich ist, zeichnet sich die erste Disziplin durch leichte Ski und abnehmbare Steigfelle aus. Die Bindungen ermöglichen es, die Ferse beim Aufstieg freizugeben und beim Abfahren zu arretieren. Die Stöcke sind teleskopierbar und die Schuhe steif für eine bessere Kontrolle beim Abfahren.
Beim SRN verfügen die Ski über breite Sohlen für mehr Stabilität. Sie sind mit Kanten, Schuppen oder einem Anti-Rutsch-System ausgestattet. Die Schuhe sind nachgiebig und die Bindungen lassen die Ferse jederzeit frei. Außerdem sind die Stöcke länger, um den Vortrieb auf flachem Gelände zu unterstützen.
Ein weiterer wesentlicher Unterschied betrifft das bevorzugte Gelände. Skibergsteigen richtet sich an Hochgebirgsliebhaber, die auf Gelände mit Höhenunterschieden unterwegs sein wollen. Diese Disziplin wird daher an alpinen Hängen und steilen bis sehr steilen Pisten ausgeübt. Nordisches Skibergsteigen hingegen findet eher im Mittelgebirge statt, auf relativ flachem oder leicht hügeligem Gelände.

Schließlich unterscheidet sich auch die Philosophie der beiden Disziplinen. Skibergsteiger sind in der Regel Adrenalinjunkies, die auf der Suche nach einer schönen Abfahrtslinie sind. Praktiker des nordischen Skibergsteigens bevorzugen es, in die Natur einzutauchen und auf Reisen durch die Wildnis zu gehen.
Tipps zur Wahl der richtigen Disziplin
Mehrere Faktoren können dir bei der Wahl deiner Disziplin helfen. Zunächst ist die geografische Umgebung entscheidend. Wenn du in einer Region mit sanftem Relief lebst, deren Landschaft eher zur Distanz als zur Steigung einlädt, ist SRN besser geeignet. Wenn du in der Nähe hoher Gipfel lebst, in einer Zone mit ausgeprägtem Relief, ist Skibergsteigen die bessere Wahl.
Außerdem sollte deine Wahl von deiner funktionalen Vorerfahrung abhängen. Wenn du mit dem Skibergsteigen anfangen möchtest, kann SRN zugänglicher sein. Du musst den klassischen Schritt, die Schneepflugtechnik beherrschen und ein gewisses Gleichgewichtsgefühl mitbringen. Skibergsteigen erfordert mehr Technik. Aufstiegstechniken wie der Gleitschritt und Kehren sind unverzichtbar, ebenso wie ein gutes Ausdauermanagement.
Letztlich hängt die Wahl zwischen Skibergsteigen und nordischem Skibergsteigen auch von deinen Zielen ab. Wenn du eine körperliche Leistung mit intensivem Cardio und großem Höhenunterschied anstrebst, ist Skibergsteigen ideal. Nordisches Skibergsteigen hingegen ist empfehlenswert, wenn du lieber auf Reisen durch die Wildnis gehst, Querungen in unberührter Natur unternimmst und die winterliche Stille in aller Ruhe genießt.

Welche Fehler sollte man vermeiden?
Der häufigste Fehler bei Anfängern ist, nordisches Skibergsteigen mit Langlauf zu verwechseln. Auch wenn beide Disziplinen einige Gemeinsamkeiten haben, ist SRN für hügeliges Gelände mit unregelmäßigem Schnee konzipiert. Langlauf ist für das Gleiten auf präparierten Pisten ausgelegt, mit schmalen, kantenlosen Ski – daher wenig geeignet für Steigungen oder wenn die Schneeverhältnisse schwieriger werden.
Ein weiterer Fehler ist, sich auf eine ungeeignete Route zu begeben. SRN auf einer Hochgebirgsroute mit ausgeprägten Steigungen ist gefährlich. Du riskierst, die Kontrolle zu verlieren, dich mental zu erschöpfen und dich unnötig in Gefahr zu bringen.
Schließlich darf die Sicherheit nicht vernachlässigt werden. In beiden Disziplinen muss die Ausrüstungsliste fürs Skibergsteigen ein LVS-Gerät, Schaufel und Sonde umfassen. Auch wenn SRN weniger lawinengefährdet ist, bleibt das Risiko vorhanden. Du musst daher die Schneedecke analysieren, das Gelände lesen und deine Route gut vorbereiten können.
Den Unterschied zwischen Skibergsteigen und nordischem Skibergsteigen zu verstehen ist entscheidend, bevor du startest. So kannst du eine Praxis wählen, die zu deiner Umgebung, deinem Niveau und deinem Abenteuerhunger passt.
Fotonachweise: Simon Gerard