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Lawinen: Präventionstipps und nützliche Ausrüstung

Lawinen: Präventionstipps und nützliche Ausrüstung

24 Dec. 2015

Avalanche : les conseils de prévention et le matériel utile
Auch wenn der Schnee in diesem Jahr auf den Gipfeln auf sich warten lässt, ist die Lawinengefahr in den Bergen allgegenwärtig – und man muss sich dieser bewusst sein. Jedes Jahr werden Skifahrer von Lawinen erfasst, und obwohl es schwierig ist, sich zu 100 % gegen solche Naturkatastrophen zu schützen, gibt es einige grundlegende Kenntnisse, Vorsichtsregeln und moderne Hilfsmittel, die die Chancen erhöhen. Dieser Artikel soll erste Denkanstöße liefern. Er ist natürlich nicht vollständig und ersetzt niemals den Rat von Bergprofis. Lawinengefahr in den Bergen

Foto von Nicolas Cool auf Unsplash

 

Lawine: Information vor allem anderen!

Vor der Abfahrt sollten Skifahrer und Snowboarder die Wettervorhersagen und die Lawinenlagebulletins unter 08 92 68 10 20 oder auf Météo France auf der Lawinenbulletin-Seite. Dort muss man auf das gewünschte Département und dann auf die detaillierte geografische Zone klicken, um das Lawinenbulletin aufzurufen. Für mehr Sicherheit sollte man sich natürlich bei den lokalen Fachleuten informieren: Bergführer, Stationsbüro, Gendarmerieaushänge usw. In den Lawinenbulletins wird die Gefahr von 1 (gering) bis 5 (sehr hoch) eingestuft. Es empfiehlt sich jedoch, sich nicht nur auf die angegebene Zahl zu verlassen, sondern das gesamte Bulletin zu lesen, das wertvolle Hinweise liefern kann. Bei Gefahrenstufe 5 braucht man nicht lange zu überlegen: Brecht eure Ausfahrt ab – Punkt. Es gibt einen zum Download verfügbarer Leitfaden auf der Website von Météo France, die erklärt, wie man sich informiert und lawinenbezogene Wetterbulletins liest. Diese Informationen sollte man mindestens einmal pro Saison lesen! Information ist auch und sehr oft etwas Informelles: In der Station sollte man die Ohren offenhalten und aufmerksam zuhören, was gesagt wird. Oft hört man Einheimische davon sprechen, dass am Vortag an dieser oder jener Stelle kleine Lawinenabgänge stattgefunden haben. Das sind Warnsignale, die aufhorchen lassen sollten! Niemals alleine losgehen Bevor man auf Abenteuer geht, ist es besser, eine kleine Skigruppe zu bilden – aber auf keinen Fall alleine losgehen. Man sollte auf eine homogene Gruppe achten, möglichst mit gleichem funktionalen und physischen Niveau, oder zumindest klar identifizieren, wer funktionale oder Erfahrungsdefizite hat.

Eine Route im Voraus planen

Wenn ihr Freeriding oder Skibergsteigen betreibt, muss die gewählte Route vor dem Aufbruch geplant werden, unter Berücksichtigung der aktuellen Wetterbedingungen. Die Strecke sollte nicht zu lang sein, damit man nicht zu spät zurückkommt. In jedem Fall muss sie jemandem mitgeteilt werden, der in der Station bleibt. Ihr könnt sie auch in manchen Stationen im Bergführerbüro hinterlegen.

Anpassungsfähig bleiben

Bei unvorhergesehenen Ereignissen wie Schnee- oder Regenfall sollte man nicht zögern, umzukehren. Bei einer Freerideausfahrt sind ebenfalls verschiedene Faktoren im Auge zu behalten, insbesondere die Schneebeschaffenheit und der Erschöpfungsgrad der Skifahrer. Man sollte sich nie schämen, ein bisschen weniger zu machen. Und Vorsicht an den letzten Tagen des Aufenthalts, wenn man alles mitnehmen möchte, weil „in zwei Tagen wieder Büro ist!".

Regelmäßig durchzählen

Außerdem sollte man sich regelmäßig durchzählen und gegenseitig im Auge behalten. Man sollte auch nicht zu kompakt fahren und Abstände zwischen den Skifahrern einhalten. Bildet Zweier- oder Dreiergruppen, wenn die Anzahl es erlaubt. Und bleibt innerhalb dieser Untergruppen stets „in Sichtweite" voneinander.

Nicht irgendwo anhalten

Es empfiehlt sich, Bereiche einzuplanen, in denen die Gruppe warten oder sich im Falle einer Lawine in Sicherheit bringen kann. Man sollte sich nicht talwärts der Fahrtrichtung der Gruppe aufhalten, sondern sichere Zonen seitlich, geschützt vor möglichen Steinschlägen, bevorzugen.

Auf seinen Instinkt hören

Im Zweifelsfall (akustisch oder visuell) empfiehlt es sich, die Handschlaufen der Stöcke und die Sicherheitsschlaufen der Ski- oder Snowboard-Bindungen zu entfernen. Wenn die Situation gefährlich erscheint, ist es besser, nicht weiterzufahren und zur Station zurückzukehren. Insbesondere wenn man kleine Schneeabgänge unter den Skiern bemerkt.

Im Angesicht der Lawine

Wenn eine Lawine losgeht, ist es ratsam, seitlich auszuweichen, anstatt geradeaus den Hang hinunterzufahren. Um eine Verschüttung zu vermeiden, empfehlen Profis, die Handschlaufen der Skistöcke und die Sicherheitsschlaufen der Ski- und Snowboard-Bindungen zu entfernen und sich davon zu trennen. Es ist außerdem besser, wenn man die Zeit dazu hat, alle schweren Gegenstände wie den Rucksack zurückzulassen. Wenn man von der Schneemasse mitgerissen wird, sollte man sich auf dem tragenden Schnee flach hinlegen und versuchen zu „schwimmen", indem man große Bewegungen im nicht tragenden Schnee macht (nicht in eine kompakte Position gehen, sondern versuchen, sich so weit wie möglich auszustrecken), den Mund unbedingt geschlossen halten, um keinen Schnee zu schlucken, und das Gesicht mit den Händen, Armen oder dem Kragen der Jacke schützen. Dabei versuchen, einen kühlen Kopf zu bewahren.

Sich richtig ausrüsten, um die Folgen einer Lawine zu minimieren

Arva (oder LVS)

Das Unverzichtbare für jeden Skifahrer oder Freerider. Das Lawinenverschüttetensuchgerät (LVS) ist ein Sende-Empfangsgerät, das unter der Kleidung getragen wird und es ermöglicht, im Sendemodus unter einer Schneemasse gefunden zu werden und im Empfangsmodus das Opfer zu orten. Ob analog oder digital – alle LVS-Geräte senden auf einer Frequenz von 457 kHz. Und natürlich nimmt man ein LVS nie ohne Schaufel und Sonde mit. Testet euer LVS außerdem immer vor der Abfahrt und vergesst nicht, es in den Sendemodus zu schalten.

Recco

Im Gegensatz zum LVS ist das Recco ein passives System. Der Skifahrer trägt kleine Reflexionsplättchen mit einer integrierten Kupferantenne und einer Diode. Keine Batterie, kein Akku. Um die Plättchen – und damit die verschüttete Person – zu finden, setzen die Rettungskräfte das Recco-Suchgerät ein, das auf einer Frequenz sendet, die der Reflektor verdoppelt zurücksendet. Während das LVS von den Personen in eurer Gruppe genutzt wird, ist Recco ein System für die Rettungskräfte. Es ist ein ergänzendes System zum LVS und ersetzt dieses nicht, erhöht aber die Chancen, gefunden zu werden. Der Vorteil von Recco ist, dass es in die Skibekleidung eingenäht sein kann! Schaut beim Kauf ruhig nach, ob es vorhanden ist, und wählt eure Bekleidung entsprechend aus. Der große Pluspunkt ist, dass es ein passives System ohne Batterie, ohne Einschalten und unmöglich zu vergessen ist, wenn es in eure Skibekleidung eingenäht ist!

Avalung

Das Prinzip des Avalung besteht darin, dass ein lebend Verschütteter unter dem Schnee – selbst wenn dieser verdichtet ist – atmen kann. Der Avalung ist ein Gurt, der über der Kleidung getragen wird und in den ein Mundstück und ein Filter integriert sind: Diese ermöglichen es, die in dem umgebenden Schnee enthaltene Luft zu atmen, und ein Einweg-Ventilsystem leitet die ausgeatmete Luft hinter der verschütteten Person ab.

Avalanche Ball

Ein großer roter Ballon ist über eine lange Leine mit der verschütteten Person verbunden. Man sieht den Ballon auf dem Schnee, folgt der Leine und findet die verschüttete Person. Nichts könnte einfacher sein! Da man nicht mit dem Ballon hinter sich Ski fahren soll, ist dieser zusammengefaltet, verpackt und oben auf dem Rucksack befestigt. Ein Griff an einem Schulterriemen des Rucksacks, den man betätigt, wenn man den Abgang einer Lawine sieht, spannt die Federn, die dem Ballon seine Form geben.

Flash Avalanche

Nach einem ähnlichen Prinzip wie der Avalanche Ball, aber ohne den Ballon, besteht der Flash Avalanche darin, eine mehrere Meter lange Reißleine ab dem Lawinenabgang auszurollen, die es ermöglicht, schnell zur verschütteten Person zu gelangen. Dieses System wird am Handgelenk getragen, wie eine Art Schiene: Es wird durch Ziehen an einer Zunge ausgelöst. Vier leuchtend rote Bänder von jeweils 10 Metern, alle mit der verschütteten Person verbunden, werden dann ausgerollt und bleiben dank ihrer Leichtigkeit an der Oberfläche der Schneemasse.

ABS Airbag Rucksack

Wenn ihr an der Oberfläche einer Lawine treibt, solltet ihr es überleben. Dafür gibt es mittlerweile ABS-Airbag-Rucksäcke: zwei große Kissen, zusammengefaltet in einem speziellen Rucksack, die der Skifahrer – wenn er von einer Lawine erfasst wird – mithilfe der im Rucksack enthaltenen Stickstoffpatronen aufbläst. Wie bei allen Systemen genügt ein einziger Griff. Diese Rucksäcke haben sich bewährt und werden von immer mehr Fahrern und Rettungskräften verwendet. Ideal ist es, wenn ihr in einer kleinen Gruppe seid und solche funktionalen Lösungen kombiniert – aber jeder muss mindestens eine haben, zusätzlich zum LVS und den Recco-Reflektoren in der Kleidung. Eine perfekte Lösung gibt es natürlich nicht, und manche hängen von euren Reflexen und eurer Aufmerksamkeit ab. Aber ohne jegliche Ausrüstung loszufahren bedeutet praktisch keine Überlebenschance – denkt daran bei der Vorbereitung. Schließlich ist der wichtigste Präventionsfaktor, wie bereits erwähnt, das Freeriden unter guten Bedingungen und nicht unter riskanten Verhältnissen. Es ist immer frustrierend, eine Tour abzusagen oder nicht loszufahren – aber das ist besser, als für immer um verschwundene Gefährten zu trauern. Die Berge sind wunderschön und bieten ein fantastisches Spielfeld: Man muss sie respektieren und Demut zeigen, um sie lange genießen zu können!

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