Foto: © Matias Puebla
Pascal Egli, Schweizer Bergsteiger, Glaziologe und Athlet des Cimalp-Teams, steht kurz vor dem Start von PEAK: einem neuartigen Citizen-Science-Projekt zur Dokumentation des Zustands der Gletscher im Himalaya mit Unterstützung lokaler Bergführer. Ein Einsatz im Gelände, der seine Leidenschaft für das Hochgebirge mit Umweltforschung verbindet.
PEAK: eine Brücke zwischen Bergsteigen und wissenschaftlicher Forschung
Die Gebirgsmassive des Himalayas zählen über 15.000 Gletscher, doch weniger als 50 davon werden regelmäßig wissenschaftlich überwacht. In der Region Ladakh stehen von 1.400 Gletschern derzeit nur 4 unter Beobachtung – eine riesige Wissenslücke über die Entwicklung dieser für die lokale Bevölkerung lebenswichtigen Wasserspeicher.
Genau diese Lücke will Pascal Egli mit PEAK schließen – gemeinsam mit Karuna Sah, Expertin für Klimawandel aus der indischen Gebirgsregion Uttarakhand, die heute in Ladakh lebt und selbst aus einer Bergführerfamilie stammt. Die Idee: Bergführer und Bergsteiger, die diese Routen ganzjährig begehen, für einfache Datenerhebungen wie Fotos von Messpegeln zu nutzen, um verlässliche Indikatoren für Schneeakkumulation und Schneeschmelze zu gewinnen.
Eine in den Alpen validierte Methode vor dem Einsatz im Himalaya

Foto: © Matias Puebla
Bevor die Methode in den Höhenlagen des Himalaya getestet wird, wird sie zunächst in den Schweizer Alpen in Partnerschaft mit GLAMOS kalibriert, dem Referenznetzwerk für die Schweizer Gletscherüberwachung. Die von Bergführern erhobenen Geländemessungen werden dort mit den Daten professioneller Glaziologen verglichen, um die Zuverlässigkeit des Protokolls vor dem Einsatz in Ladakh zu gewährleisten.
Sobald die Methode validiert ist, wird sie auf stark frequentierten Bergrouten in Ladakh eingesetzt – darunter Gletscher, die bereits von indischen Forschungsinstituten überwacht werden, sowie bisher noch nie dokumentierte Gletscher. Die lokalen Bergführer werden direkt im Gelände gemeinsam mit den Wissenschaftlern geschult, um diese Datenerhebung weit über das Pilotprojekt hinaus dauerhaft zu etablieren.
Pascal Egli: ein Leben zwischen Gipfeln und Forschung

Als außerordentlicher Professor für Geographie an der NTNU Trondheim in Norwegen ist Pascal Egli seit über 26 Jahren Bergsportler im Berglauf, Bergsteigen und Skibergsteigen bis über 7000 Meter Höhe sowie Ausbilder beim Schweizer Alpen-Club. Diese Doppelfunktion mit Kappe – zwischen Praxiserfahrung im Gelände und wissenschaftlicher Expertise – macht PEAK erst möglich: die Entwicklung eines Messprotokolls, das einfach genug für Laien ist, ohne die wissenschaftliche Genauigkeit der Daten zu beeinträchtigen.
Ein Projekt, das perfekt zu den Werten von Cimalp passt – als engagierte Outdoor-Marke an der Seite von Athleten, die sich nicht damit begnügen, Berge zu besteigen, sondern sich dafür einsetzen, sie zu verstehen und zu schützen.
Im Gelände: Geschwindigkeitsrekord am Kang Yatse 2

Foto: © Karuna Sah
Während der Akklimatisierungsphase für das Projekt PEAK in Ladakh nutzte Pascal Egli seinen Aufenthalt am Fuße des Kang Yatse für einen Rekordversuch am Nebengipfel Kang Yatse 2 (6250 m), einer der beliebtesten Routen für Trekker in der Region. Der Hauptgipfel bleibt aufgrund zu großer Schneemengen ganzjährig gesperrt.
Um 5:15 Uhr gestartet, erreichte er den Gipfel in exakt zwei Stunden inklusive fünfminütiger Pause – eine Verbesserung des bisherigen Streckenrekords um eine ganze Stunde. Eine Leistung im minimalistischen Setup (steigeisenfeste Bergschuhe, Laufweste, Klettergurt und eine einzelne Eisschraube zur Sicherung), ermöglicht durch optimale Bedingungen und eine Erkundung des Gipfels zwei Tage zuvor.
Ein weiterer Beleg dafür, dass die fundierte Geländekenntnis aus solchen Touren es Pascal als ausgebildetem Glaziologen ermöglicht, zuverlässige Messprotokolle zu entwickeln, die Bergführer im Rahmen von PEAK eigenständig vor Ort anwenden können.
Ein gefördertes und zukunftsweisendes Projekt
PEAK wird bereits von der Sustainable Mountain Alliance (Schweiz) sowie der Kilian Jornet Foundation unterstützt und könnte künftig als Modell für eine gletscherbezogene Bürgerwissenschaft in weiteren Gebirgsmassiven Zentralasiens oder der Anden dienen. Ein erster konkreter Schritt zu einem besseren Verständnis des Gletscherzustands auf dem Dach der Welt – getragen von denen, die täglich dort unterwegs sind.
Dieses Engagement im Gelände spiegelt den Ansatz von Cimalp wider, der seit über 60 Jahren den Respekt vor den Bergen in den Mittelpunkt stellt. Wir werden Pascal Egli auf seiner gesamten Expedition begleiten und diesen Artikel fortlaufend mit seinen Erkenntnissen aus dem Gelände aktualisieren.