Die Wahl eines Schlafsacks ist eine wesentliche und wichtige Entscheidung. Der Schlafsack bestimmt deinen Schlaf, deinen Komfort, die Qualität deiner Erholung und bietet dir auch das moralische Wohlgefühl einer guten Entspannung in einer Kokon-artigen Hülle. Ein guter Schlafsack ist daher wichtig für den Wanderer, ob auf Langstrecke oder bei kurzen mehrtägigen Wanderungen. Schauen wir uns gemeinsam 6 wesentliche Kriterien an, um einen Schlafsack zu wählen, der deinen Bedürfnissen und Wanderungen entspricht.

Die Komforttemperatur
Das erste Auswahlkriterium für einen Schlafsack ist die Temperatur. Unter den angegebenen Temperaturen ist die Komforttemperatur die maßgebliche. Sie wird in der Regel vom Hersteller oder Verkäufer hervorgehoben. Sie gibt an, bis zu welcher Temperatur du im Schlafsack ohne Kältegefühl komfortabel schlafen wirst.
Sie darf nicht mit der Komfort-Grenztemperatur verwechselt werden, die angibt, bei welcher Temperatur du dich in die Embryonalstellung begeben musst, um keine Kälte zu spüren. Schließlich ist die Extremtemperatur jene, ab der du selbst in dieser Position in deinem Schlafsack frieren wirst. Ab dieser Temperatur besteht Unterkühlung sgefahr, und es wird dringend davon abgeraten, sich ihr eine ganze Nacht lang auszusetzen.
Die Kriterien für die Wahl der Komforttemperatur des Schlafsacks
Um einen Schlafsack mit einer passenden Komforttemperatur zu wählen, musst du die geografische Region deiner Wanderungen und die Höhenlagen, in denen du schlafen wirst, berücksichtigen. Denke aber auch an die Biwak-Bedingungen (unter freiem Himmel, Zelt, Schutzhütte), die Jahreszeit und natürlich die Wetterbedingungen (nicht nur die Temperatur, sondern auch das Risiko von Unwettern).
Beachte, dass selbst in gemäßigten Zonen im Sommer die Temperatur nachts deutlich sinken kann, sobald du dich in der Höhe aufhältst. Feuchtigkeit und Wind sind ebenfalls wichtige Faktoren. Die Kälteempfindlichkeit variiert je nach körperlicher Konstitution und Trainingszustand. Wenn du kälteempfindlich bist, nimm einen Schlafsack mit einer etwas niedrigeren Komforttemperatur als die Temperaturen, mit denen du rechnest. Bedenke auch, dass du bei Erschöpfung und auf nüchternen Magen mehr frieren wirst.

Für eine Sommernacht ist ein Schlafsack mit einer Komforttemperatur von +5 Grad ausreichend. In der Übergangszeit wird eine Temperatur von 0 Grad empfohlen. Für den Winter und kalte Nächte sollte man sich für eine Komforttemperatur von mindestens -5 Grad entscheiden.
Die von den Herstellern angegebenen Temperaturen sind zuverlässig und entsprechen der europäischen Norm EN13537. Diese Norm hat den Vorteil, dass Schlafsäcke verschiedener Marken anhand dieses Kriteriums vergleichbar werden.
Und wenn du deinen Schlafsack unter wechselnden Temperaturbedingungen nutzt, kannst du ein Seidenschlafsackinlett oder einen Fleece-Mumienschlafsack hinzufügen, die dir einige Grad mehr bringen.
Das Gewicht
Beim Wandern in vollständiger Autonomie ist das Gewicht ein wichtiges Kriterium. Bei anderen Wanderungen ist das Gewicht des Schlafsacks zwar wichtig, aber etwas weniger ausschlaggebend. Daunenschlafsäcke bieten das beste Gewicht-Temperatur-Verhältnis, aber es gibt kein Wunder: Du wirst keinen ultraleichten Schlafsack für niedrige Komforttemperaturen finden. Das Gewichtskriterium ist daher wichtig, aber oft eine Frage des Kompromisses bei der Wahl eines Schlafsacks, der deinen Bedürfnissen entspricht.
Die Füllung des Schlafsacks wählen
Der Synthetik-Schlafsack ist bei gleicher Temperatur oft schwerer als der Daunen-Schlafsack. Er ist auch weniger komprimierbar. Dafür ist er feuchtigkeitsresistenter. Er ist daher besonders empfehlenswert, wenn dein Schlafsack dem Wetter ausgesetzt sein könnte oder wenn du zum Beispiel unter freiem Himmel in einer feuchten Zone schläfst. Und schließlich, als nicht zu unterschätzendes Argument: Diese Schlafsäcke sind auch wirtschaftlicher als Daunen-Schlafsäcke.

Der Daunen-Schlafsack ist leicht, komprimierbar, hochgradig isolierend und atmungsaktiv. Er verliert jedoch seine Isolierfähigkeit, wenn er nass wird. Der Nachteil der Daunenfedern ist, dass sie bei Feuchtigkeit dazu neigen, zusammenzukleben, was die Isolier- und thermische Komfortqualität mindert. Zudem kann die Daunenfüllung auf Dauer die unangenehme Tendenz entwickeln, sich an bestimmten Stellen des Schlafsacks zu Klumpen zusammenzuballen, was die Gleichmäßigkeit von Komfort und Isolation beeinträchtigt.
Die Wahl eines Schlafsacks mit Synthetik-Füllung ist daher ein guter Kompromiss für das Preis-Leistungs-Verhältnis und für weniger anspruchsvolle Expeditionen in Bezug auf das Packgewicht.
Die Form des Schlafsacks
Mumien-Schlafsäcke haben eine anatomische Form: Sie schmiegen sich gut an die Körpersilhouette und optimieren so den Wärmeschutz. Sie sind außerdem leichter und weniger sperrig als Deckenschlafsäcke. Allerdings vermitteln sie das Gefühl, etwas eng zu sein, und manche Personen bevorzugen die Bewegungsfreiheit des Deckenschlafsacks.
Deckenschlafsäcke sind komfortabler, da sie im Fußbereich weiter sind. Allerdings bieten sie bei vergleichbarer Füllung einen geringeren Wärmeschutz, da sie mehr Luft enthalten. Dafür sind sie leichter zugänglich und einfacher zu handhaben.
Das Verschlusssystem
Dieses Element ist wichtig, um das Eindringen kalter Luft in den Schlafsack und den Verlust warmer Luft zu verhindern. Es gibt verschiedene Verschlussarten, manchmal mit Zugsystemen an der Kapuze bei Mumienschlafsäcken. Vor allem aber sollte man auf die Qualität des Zip und der Verarbeitung achten. Du wirst diesen Reißverschluss sehr oft bedienen – und du willst sicher nicht drinnen feststecken! Meide daher sorgfältig Modelle, bei denen der Reißverschluss fragil und schwer zu bedienen wirkt.

Das komprimierte Volumen
Dies ist ein wichtiges Kriterium, wenn du keinen zu voluminösen Schlafsack mit dir tragen möchtest. Daunenschlafsäcke lassen sich besser komprimieren und sind daher in der Regel weniger voluminös als Synthetikschlafsäcke. Das gesagt, ist dies nicht das wichtigste Auswahlkriterium. Es kann dir jedoch helfen, zwischen bestimmten gleichwertigen Produkten zu entscheiden.
Den idealen Schlafsack gibt es nicht. Du musst einen Schlafsack wählen, der deinen Bedürfnissen und den Wanderungsarten entspricht, die du unternimmst. Wenn du hauptsächlich mehrtägige Wanderungen ohne vollständige Autonomie machst, brauchst du keinen ultraleichten und komprimierten Schlafsack. Priorisiere dann Komfort und Isolationsvermögen! Umgekehrt werden bei langen Expeditionen Kompressibilität und Gewicht wichtigere Kriterien. Du kannst auch mehrere Schlafsäcke haben, die verschiedenen Bedingungen und Wanderungsarten angepasst sind. Auf jeden Fall ist eines sicher: Man muss einen hochwertigen Schlafsack wählen, denn er ist ein unverzichtbarer Begleiter auf Trekkingtouren und mehrtägigen Wanderungen.
Entdecke auch unseren Artikel: Schlafsack pflegen und waschen.