Die Saison für das Skibergsteigen beginnt genau jetzt mit dem ersten Schnee, und in wenigen Wochen werden viele von euch diese Freuden ausprobieren und wunderbare Orte vor einer herrlichen Kulisse erkunden. Aber ihr wisst: Nichts kommt von alleine – und wenn das Skibergsteigen einiges an körperlicher Anstrengung erfordert, verlangt es auch eine gewisse Materialvorbereitung, insbesondere was die Felle betrifft. Hier sind also einige Tipps und Tricks, damit ihr einen Ausflug nicht wegen mangelhafter Vorbereitung verdirbt, und alles Wichtige über dieses unverzichtbare Zubehör.

Skifelle sind nicht aus echtem Robbenfell!
Natürliche Robbenfelle wurden früher im Norden Europas verwendet, kommen aber heute (zum Glück) nicht mehr zum Einsatz und wurden ersetzt – entweder durch ein Mohairgewebe (Ziegenhaare der Angoraziege), eine synthetische Nylonfaser oder eine Mischung aus beidem.
Das Funktionsprinzip der Felle
Das ist ganz einfach zu verstehen: In Fellrichtung gleitet der Ski nach oben, und gegen die Fellrichtung erzeugt das Fell eine Art Grip, der verhindert, dass der Ski am Hang zurückgleitet.
Wie bringt man die Felle am Ski an?
Zunächst muss der Kunststoffschutz entfernt werden, der sich auf dem Fell befindet. Je nach Modell beginnt man an der Skispitze oder der Ferse, wo man das Fell „einhakt". Das Fell wird dann über den Ski gespannt, wobei darauf zu achten ist, dass die Ränder nicht seitlich überstehen, und das Fell wird auf den Ski gedrückt. Am anderen Ende des Skis wird das Fell durch ein Kunststoffende mit einem Spanner befestigt, der sich am Ski einhakt.
Wie entfernt man die Felle von den Skiern und faltet sie zusammen?
Ein Fell kann mehrere Saisons halten, wenn es ausreichend geschützt wird. Dazu muss es sorgfältig vor Staub und Feuchtigkeit geschützt aufbewahrt werden. Das Fell wird von dem Ende abgenommen, das den Kunststoffaufsatz trägt, dann sorgfältig abgezogen und in der Mitte gefaltet, wobei die Klebeflächen aufeinandergeklebt werden, damit diese geschützt sind.
Wie klebt man ein Fell, das sich auf einer Tour an der Ferse löst, neu?
Beim Skibergsteigen sind es deine Felle, die dich am Zurückgleiten hindern. Allerdings gleitet dein Ski bei jedem Schritt trotzdem um einige Millimeter zurück. Nach mehreren Hundert oder Tausend Schritten kann es passieren, dass sich Schnee und Eis zwischen der Ferse deines Skis und der Ferse deines Fells einschleichen. Im Laufe deines Aufstiegs löst sich dein Fell dann peu à peu. Um diesem Problem vorzubeugen, solltest du mit einem doppelseitigen Patch aufbrechen, den man in allen Bergsportgeschäften findet. Er ist sehr leicht und einfach zu verwenden: ein doppelseitiger Aufkleber, den man unter die Ferse des Fells schiebt, wenn es sich gelöst hat.
Wie klebt man ein Skibergsteigen-Fell vollständig neu?
Nach einer gewissen Zeit zieht der Kleber unter dem Fell beim Abziehen Fäden und hinterlässt Rückstände. Das ist das Zeichen, dass es Zeit ist, deine Felle neu zu kleben. Je nach Nutzungshäufigkeit deiner Skier musst du dein Fell in der Regel ein- bis zweimal pro Saison neu kleben. Für 70 % der Skifahrer reicht einmal zu Saisonbeginn völlig aus. Du wirst es ohnehin spüren, wenn der Grip auf dem Ski nicht mehr so effektiv ist.
Ich empfehle euch zwei Methoden, um eure Felle neu zu kleben:
• Mit einem Nachklebespray: Das ist sehr einfach durchzuführen – und obwohl es eher dazu gedacht ist, nur einen Teil des Fells neu zu kleben, als leichte Vorbeugung oder Notlösung, kann es auch für ein vollständiges Neukleben gut geeignet sein. Man muss einfach etwas mehr Spray kaufen, das es in jedem guten Bergsportgeschäft gibt.
• Mit einer Klebefolie und einem Bügeleisen: Das ist die effektivste funktionale Methode, die am längsten zwischen zwei Neuklebungen hält. Man muss den vorhandenen Kleber mit einem Schaber abkratzen (es gibt beheizte Schaber, die den Kleber schmelzen), dann die Klebefolie auf den Ski aufrollen. Man fährt kurz mit einem Bügeleisen – etwas warm, aber nicht zu heiß – über die Oberfläche des Schutzpapiers und lässt es 4 bis 12 Stunden ruhen: Dann zieht man das Schutzband der Rolle ab.
Die tägliche Pflege der Skifelle
Man sollte sich wirklich die Zeit nehmen, die Felle nach einer Ausfahrt korrekt zu falten und sie in einer Hülle oder einem Plastikbeutel zu verstauen, damit sie keinen Staub aufnehmen. Ideal ist die Verwendung einer speziellen Socke, die man im Handel kaufen kann. Bei starker Kälte empfiehlt es sich, die gefrorenen Klebeseiten vor dem Aufkleben auf den Ski an der Körperwärme zu temperieren. Der Feind Nummer eins des Klebers ist Schnee – man sollte daher sorgfältig darauf achten, die Felle auf einem sauberen Ski ohne Schnee, Eiskristalle oder Feuchtigkeit aufzukleben. Man sollte die Felle auch nicht bei starker Wärme trocknen (Sonne, Heizkörper, Ofenmit in der Schutzhütte), da dies die Qualität des Klebers beeinträchtigt.
Mohair oder Synthetik?
Mohair hat eine ausgezeichnete Gleiteigenschaft, aber seine Haltbarkeit ist mittelmäßig. Synthetik bietet einen ausgezeichneten Grip, aber eine mittelmäßige Gleiteigenschaft – dafür eine sehr gute Haltbarkeit. Das Ideal ist heute ein Mix-Fell, das die Vorteile beider vereint: Bevorzuge dennoch Felle mit einem Mohairanteil von etwa 70 %, da sie bessere Gleiteigenschaften und mehr Komfort bieten.
Mit diesen Tipps bist du bereit für stundenlangen Spaß (aber auch Anstrengung) in unseren schönsten Gebirgen. Wie jeder Sport erfordert das Skibergsteigen gutes, qualitativ hochwertiges und gut gepflegtes Material: Das ist der beste Weg, sich nicht unnötig abzumühen und vor allem seinen Sport mit freiem Kopf zu genießen, ohne Sorgen um Material und Ausrüstung! Bleibt vorsichtig und viel Spaß beim Skifahren!