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Fotos beim Wandern oder Trekking: Tipps und Tricks

Fotos beim Wandern oder Trekking: Tipps und Tricks

13 Nov. 2015

Photos en randonnée ou en trek : trucs et astuces

Du möchtest tolle Fotos beim Wandern machen oder schöne Aufnahmen von deinem Sommertrek mitbringen, die deine Freunde vor Neid erblassen lassen? Und sei es nur für das egoistische Vergnügen, sie anzuschauen und die 7 Stunden Marsch, das Biwak im vollen Wind auf Geröll und das Gefriertrockenfutter zu rechtfertigen – es lohnt sich, die Verewigung deiner Abenteuer und die Schönheit der erlebten Natur nicht zu verpassen. Hier sind also einige Tipps, um Fehler zu vermeiden und Freude am Fotografieren beim Wandern zu finden.

Fotos beim Wandern machen

Ausrüstungsseite

Das erste Hindernis beim Fotografieren auf dem Wanderweg ist die Ausrüstung: Manche Kameras sind zu schwer, unpraktisch, und oft resigniert man und macht gar keine Fotos. Vermeide daher unbedingt komplexe Spiegelreflexkameras mit vielen verschiedenen Objektiven. Heute gibt es Kompaktkameras auf Expertenniveau oder sogenannte „Hybrid"-Kameras – vielseitig, qualitativ hochwertig, federleicht und kompakt. Wähle zum Beispiel eine Hybridkamera mit einem einzigen Standardzoomobjektiv (z. B. 18–200 mm). Du hast damit eine perfekte Kamera für alle Motive: Landschaft im Weitwinkel, Porträts oder Zoom auf Details. Die Fotoausrüstung ist zwar wichtig, macht aber nicht alles aus. Nur weil du mit 5 Objektiven und einem ausgefeilten Gehäuse losziehst, werden deine Wanderfotos nicht schöner!

Fotos beim Wandern

In jedem Fall gilt es, leicht zu bleiben und das Wandern in vollen Zügen zu genießen: Fotografieren soll Freude machen und keine Last sein! Deine Kamera muss jederzeit griffbereit sein, ohne dass du deinen Rucksack absetzen musst. Sonst läufst du Gefahr, dich sehr schnell zu entmutigen! Die Kamera darf auch keine Belastung oder ein Hindernis für Hals und Nacken sein und soll dir freie Beinbewegungen lassen. Ich empfehle daher, deine Kamera in einer speziellen Hüfttasche zu verstauen, die du am Hüftgurt des Rucksacks befestigst: Das verteilt das Gewicht der Kamera besser und erleichtert den Zugriff.

Denke auch daran, Ersatzbatterien mitzunehmen, wenn du mehrere Tage unterwegs bist, und schütze sie vor Kälte: So entladen sie sich langsamer. Beachte außerdem, dass das Ansehen der Fotos auf dem Display am Ende jeder Etappe die energieintensivste Funktion ist. Spare dir das lieber bis zum Ende der Expedition auf, um deine Batterien optimal zu schonen.

Bildkomposition beim Wandern

Um deine Wanderfotos zu komponieren, kannst du die Drittelregel anwenden: Das Bild sollte möglichst einen Vordergrund, einen Hintergrund und ein starkes Motiv aufweisen, das in einem der Bilddrittel platziert ist. Scheue dich aber auch nicht, davon abzuweichen, um allzu „flache" Bilder zu vermeiden. Achte dagegen noch mehr als gewohnt darauf, dein Motiv dezentriert zu platzieren: Das verleiht deinem Bild Kraftlinien. Spiel nicht zu sehr mit dem Zoom, sondern bewege dich lieber selbst. Große Fotografen arbeiten mit fester Brennweite und lernen so leichter die Kunst der idealen Position.

Gib deinen Wanderfotos auch Raum, indem du Weitwinkelaufnahmen mit einem markanten Vordergrund bevorzugst. Das verstärkt den Tiefeneffekt und gibt die Erhabenheit und Größe der durchquerten Landschaften oft besser wieder.

Isoliere lieber gezielt Motive mit dem Zoom, um eine Atmosphäre einzufangen und deine Erinnerungen mit charakteristischen Details zu bereichern, denen du auf deinem Weg begegnet bist. Bring auch Leben in deine Fotos, indem du Personen in Bewegung zeigst statt in starrer Pose: Das vermittelt nicht nur ein Gefühl für den Maßstab, sondern dynamisiert auch deine Aufnahmen.

Der größte Kompositionsfehler bei Wanderfotos ist der Versuch, die Schönheit einer riesigen Landschaft, die sich vor dir auftut, fotografisch einzufangen. Mit einem "banalen" und etwas flachen Foto wirst du niemals dasselbe Gefühl wie vor der Natur zurückbekommen. Mach lieber Nahaufnahmen, Fotoserien und hebe ein Detail hervor: Gib deiner Aufnahme kurz gesagt Originalität.

Das Licht für Fotos beim Wandern

Egal wo – die besten Zeiten für Fotos sind der frühe Morgen und der späte Nachmittag: Das Licht ist tiefer, weicher und schöner. Sei zu diesen Momenten aufmerksam: Sagen wir die ersten 3 Stunden nach Sonnenaufgang und die 3 Stunden vor Sonnenuntergang. Dann erzielst du die schönsten Farben und die Landschaft wird nicht von zu grellem Licht ausgebrannt. Außerhalb dieser Zeiten würde ich fast dazu neigen, dir zu sagen, die Kamera für Landschaftsaufnahmen wegzulassen. Tagsüber fotografiere auf jeden Fall immer mit der Sonne im Rücken und verwende einen Polarisationsfilter.

Zu hartes Licht und zu schönes Wetter flachen das Motiv ab und verstärken Schatten und beleuchtete Bereiche: Scheue dich also nicht, zu fotografieren, wenn kein blauer Himmel zu sehen ist! Bewölkte und gewitterhafte Himmel liefern oft tolle Wanderfotos, denn sie sind dramatischer.

Fotos beim Wandern machen

Die Einstellungen

Ohne auf die Details technischer Einstellungen für erfahrene Fotografen einzugehen: Die Technologie hat riesige Fortschritte gemacht. Heute leisten Autofokus und automatische Programme kleine Wunder, und es wäre schade, darauf zu verzichten. Du kannst aber auch die Blendenpriorität nutzen: Die Blende bestimmt die Größe der scharfen und unscharfen Bereiche im Bild. Je größer die Blende (mit einem kleinen „f"-Wert), desto kleiner ist die Schärfentiefe – und umgekehrt ist die Unschärfe größer.

Bei Landschaftsfotos bevorzugt man eine große Schärfentiefe, um Details in der Ferne klar darzustellen, wobei der Hintergrund scharf bleibt. Stelle dazu einen hohen Blendenwert ein (z. B. f13) und fokussiere auf dein Motiv. Für ein Porträt oder einen Zoom auf ein Detail öffnest du zum Beispiel auf f2 und fokussierst auf den Vordergrund. Der Hintergrund wird unscharf und das Auge wird auf den scharfen Teil des Vordergrunds gelenkt.

Die Nachbearbeitung

Die Bearbeitung deiner Fotos nach der Heimkehr ist weder verboten noch tabu. Man sollte einfach nicht mit zu ausgefeilten Techniken übertreiben und nicht zu viel erwarten. Ein missglücktes Foto bleibt immer missglückt … Doch deine halbwegs gelungenen Fotos werden verbessert und die wirklich gelungenen optimiert. Nutze vor allem die Zuschneidefunktion für eine bessere Bildkomposition (z. B. ein störendes Detail in einer Ecke entfernen oder ein Motiv leicht dezentrieren) und verwende ausschließlich die Kontrast- und Helligkeitsregler. Dennoch ist ein leichtes Dosieren dieser Anpassungen wichtig, um grelle und unnatürliche Ergebnisse zu vermeiden. Teste auch den Wechsel zu Schwarz-Weiß: Das hat manchmal spektakuläre Effekte bei eher banalen Fotos. Vermeide dagegen etwas zu auffällige Änderungen und zu ausgefeilte Effekte, die die Schönheit der durchquerten Landschaften nicht zur Geltung bringen. Hierfür kannst du die mit deiner Kamera gelieferte Software verwenden. Es gibt auch viele bekannte Softwarelösungen, aber wenn du im Netz suchst, findest du auch sehr effektive und kostenlose Alternativen.

Du bist jetzt also mit einer soliden Grundlage ausgestattet: Schnür deine Wanderschuhe und mach dich auf den Weg, um tolle Fotos zu machen! Vergiss aber eine wesentliche Sache nicht: Egal welche Kamera und welche Technologie – dein Auge macht das Foto. Es ist deine Art, die Landschaft zu sehen, die du versuchen musst zu übersetzen: So gelingt es dir, die erlebte Emotion in deinem Bild zu vermitteln!

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