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Mit schneebedeckten Gipfeln, Salzwüsten und tropischen Tälern zählt Bolivien zu den großen Trekkingzielen Südamerikas. Die wichtigsten Routen liegen in großer Höhe, mit Gipfeln über 6.000 Metern. Wer in Bolivien wandern will, braucht eine gute Akklimatisierung und passende Ausrüstung.
Das Wichtigste auf einen Blick:
- Die Cordillera Real, das Altiplano und die Yungas sind die wichtigsten Trekkingregionen Boliviens.
- Der Huayna Potosí (6.088 m), der Choro Trailrunning und der Salar de Uyuni bieten ganz unterschiedliche Erlebnisse.
- Ausrüstung für starke Kälte und intensive UV-Strahlung in großer Höhe ist unverzichtbar.
- Oberhalb von 3.000 Metern ist eine schrittweise Akklimatisierung notwendig.
Ein Land der Höhen und Kontraste
Die wichtigsten Trekkingregionen
Bolivien bietet eine außergewöhnliche landschaftliche Vielfalt. Im Westen des Landes ist die Cordillera Real das Gebiet für Hochgebirgstrekking: Viele Gipfel erreichen 5.000 Meter, einige übersteigen 6.000 Meter. Im Südwesten zeigen die Hochebenen des Altiplano mit ihren farbigen Lagunen, Vulkanen und Wüstenlandschaften eine andere Seite des Landes. Der Salar de Uyuni, die größte Salzwüste der Welt, zählt dort zu den bekanntesten Landschaften. Die Yungas bilden schließlich eine Übergangszone zwischen dem kalten Hochland des Altiplano und dem Amazonas-Tiefland, in der die Berge allmählich grünen Tälern weichen.
Außergewöhnliche Höhenunterschiede
Innerhalb weniger Dutzend Kilometer wechseln die Landschaften vom vergletscherten Hochgebirge zu subtropischen Tälern. Beim Trekking in Bolivien lassen sich auf Routen durch noch weitgehend unberührte und dünn besiedelte Gebiete auch die lokalen Kulturen der Aymara und Quechua kennenlernen, die in den Andenregionen stark vertreten sind.
Die beste Reisezeit zum Wandern in Bolivien
Bolivien hat zwei Hauptjahreszeiten: die Trockenzeit von Mai bis Oktober und die Regenzeit von November bis März. Reise zwischen Mai und Oktober, wenn die Bedingungen am besten sind: Es regnet selten, die Wege sind begehbar und die Sicht auf die Gipfel ist frei.
Die wichtigsten Routen für Trekking in Bolivien
Die Besteigung des Huayna Potosí
Der Huayna Potosí liegt in der Cordillera Real, erreicht 6.088 Meter und zählt zu den am leichtesten zugänglichen Sechstausendern der Welt. Die klassische Besteigung dauert mit einem Bergführer zwei Tage und umfasst eine Einführung in den Umgang mit Steigeisen und Eispickel. Sie ist auch ohne bergsteigerische Erfahrung möglich, bleibt aber anspruchsvoll: Die Höhe und die Bedingungen auf dem Gletscher erfordern eine gründliche Vorbereitung und vorherige Akklimatisierung.
Der Choro Trailrunning
Der Choro Trailrunning ist von La Paz aus erreichbar und gilt oft als eines der schönsten Trekkings Südamerikas. Die 50 Kilometer lange Route lässt sich in 3 bis 4 Tagen zurücklegen. Sie beginnt auf knapp 4.900 Metern Höhe in der Cordillera Real und führt allmählich hinab in die Yungas auf rund 1.200 Meter. Sie folgt einem alten präkolumbischen Weg und durchquert sehr unterschiedliche Landschaften – von hohen Andengipfeln bis zu subtropischen Tälern.
Der Takesi Trailrunning
Der Takesi Trailrunning gehört zum Netz der Inkawege und führt über 40 Kilometer in 2 bis 3 Tagen über hoch gelegene Pässe und beim Abstieg durch zunehmend dichte Vegetation. Überreste gepflasterter Wege und historischer Steinbauten säumen die Route.
Zu Fuß durch den Salar de Uyuni
Eine Tour durch den Salar de Uyuni ist kein klassisches Trekking über mehrere Dutzend Kilometer. Geführte Touren dauern 1 bis 3 Tage und verbinden die größte Salzwüste der Welt (3.650 m) mit dem bis auf 5.000 Meter ansteigenden Süd-Lípez. Dabei geht es zu Fuß über die Salzfläche, zur Insel Incahuasi mit ihren Riesenkakteen sowie zu den farbigen Lagunen des Altiplano, Geysiren und heißen Quellen.
Weitere Ideen für Routen in großer Höhe oder unter anderen klimatischen Bedingungen findest du in unseren Guides zum Trekking in Sri Lanka und zum Trekking in Namibia sowie in unserer gesamten Auswahl an Trekkingreisen.
Ausrüstung für Boliviens Höhenlagen
Das Drei-Lagen-Prinzip
Die größte Herausforderung beim Trekking in Bolivien ist, dich gleichzeitig vor Kälte, Wind und sehr intensiver UV-Strahlung zu schützen. Oberhalb von 4.000 Metern ist die Sonneneinstrahlung besonders stark. Nachts können die Temperaturen in manchen Gebieten auf -15 °C fallen. Am wirksamsten ist das Drei-Schichten-System: eine atmungsaktive Basisschicht (idealerweise aus Merinowolle), eine isolierende Midlayer und eine wasserdichte, winddichte Außenschicht.
Funktionales Hemd mit UV-Schutz
Mittlere Schicht für starke Kälte
Wanderschuhe
Für ein Trekking in der Cordillera Real brauchst du wegen des unwegsamen Geländes und der Kälte wasserdichte, robuste Schuhe mit hohem Schaft. Für die Yungas eignet sich ein leichteres, atmungsaktives Paar besser für das warme, feuchte Klima.
Schutz vor Sonne und nächtlicher Kälte
Plane in großer Höhe eine Brille der Kategorie 4, Sonnencreme mit LSF 50+, Lippenschutz und einen Hut ein. Für Nächte in der Hütte oder im Zelt ist auf den höchstgelegenen Routen ein Schlafsack mit einer Komforttemperatur von mindestens -15 °C unverzichtbar. Für Aufstiege am frühen Morgen wie den zum Huayna Potosí solltest du Unterziehhandschuhe, warme Handschuhe, eine Mütze und einen Schlauchschal einpacken, um die empfindlichen Körperstellen vor Kälte zu schützen.
Praktische Tipps zum Wandern in Bolivien
Akklimatisierung an die Höhe
Die Höhe ist die größte Herausforderung beim Trekking in Bolivien. Oberhalb von 3.000 Metern gilt: Erhöhe die Schlafhöhe um höchstens 500 Meter pro Tag. La Paz liegt auf etwa 3.500 Metern und ist eine gute Station zur Akklimatisierung: Plane dort zwei bis drei Nächte ein, bevor du zu den Gipfeln aufbrichst. Ein zu schneller Aufstieg kann zur akuten Höhenkrankheit (AHK) führen, die in Bolivien „Soroche“ heißt. Erste Anzeichen sind Kopfschmerzen, Übelkeit, Müdigkeit und Schlafstörungen. Wenn sich die Symptome verschlimmern, steige sofort ab.
Kokablätter und Medikamente
Kokablätter gehören zur Andenkultur und dürfen in Bolivien legal gekaut oder als Tee getrunken werden. Sie helfen, die Symptome der akuten Höhenkrankheit zu lindern, ersetzen aber keine schrittweise Akklimatisierung. Acetazolamid (Diamox) ist eine medikamentöse Alternative, die vor der Abreise nur nach ärztlicher Rücksprache in Betracht gezogen werden sollte.
Guides und Agenturen
Nur wenige Wanderwege in Bolivien sind markiert. Für die Besteigung des Huayna Potosí ist ein Bergführer oder eine spezialisierte Agentur unverzichtbar: Die Route erfordert Vorbereitung im Umgang mit Steigeisen und Eispickel. Auf dem Choro Trailrunning und dem Takesi Trailrunning ist ein Führer nicht vorgeschrieben, erleichtert aber die Orientierung und Logistik. Im Salar de Uyuni ist ein Fahrer mit Ortskenntnis für die Sicherheit nahezu unverzichtbar: Der Mobilfunkempfang ist eingeschränkt, und auf der Salzfläche verliert man schnell die Orientierung.
Sicherheit
Wandere in abgelegenen Hochgebirgsregionen niemals allein. Informiere immer eine nahestehende Person und deine Unterkunft über deine Route und dein geplantes Rückkehrdatum. Nimm ausreichend zusätzliche Wasser- und Lebensmittelvorräte sowie ein Kommunikationsmittel mit, sobald du besiedelte Gebiete verlässt. Bolivien bietet Routen für jedes Niveau, von alten präkolumbischen Wegen bis zu 6.000 Meter hohen Gipfeln.