In erster Linie sollte natürlich der Verwendungszweck eure Wahl eines Wandern-Rucksacks leiten. Die Art des Wanderns (Distanz, Anzahl der Tage, Autonomie) ist natürlich entscheidend für die Auswahl eines für eure Praxis geeigneten Wandern-Rucksacks. Aber andere Parameter spielen ebenfalls eine Rolle, um den Komfort zu bestimmen, den ihr beim Tragen eures Wandern-Rucksacks über viele Stunden hinweg haben werdet.
Das Tragesystem des Wanderrucksacks

Das Tragesystem ist sicher das entscheidende Auswahlmerkmal. Es bestimmt maßgeblich den Komfort, den ihr beim Wandern mit eurem Rucksack spürt. Das Gewicht eures Rucksacks ruht nämlich großteils auf euren Hüften und auch auf euren Schultern. Daher ist es essenziell, auf das Tragesystem zu achten, um Rückenschmerzen zu vermeiden.
Es ist zum Beispiel unbedingt notwendig, eine Bauchstütze zu haben. Diese Art von Gurt ist wichtig: Er entlastet eure Schultern, indem er das Gewicht auf die Hüften verteilt. Für mehrtägige Wanderungen oder ein Wanderwochenende wird ein gepolsterter Hüftgürtel dringend empfohlen. Heute bieten alle qualitativ hochwertigen Rucksack-Marken sehr praktische und halbsteife Hüftgürtel an, die sogar kleine Taschen zum griffbereiten Aufbewahren nützlicher Dinge enthalten.
Der Brustgurt ist ebenfalls wichtig für das Tragesystem des Wandern-Rucksacks. Er ermöglicht die Lastverteilung auf Schulterhöhe und hält die Träger, die auf ihnen aufliegen, korrekt. Der Brustgurt ist nützlich und effektiv und muss gut eingestellt und vor allem benutzt werden. Zu viele Wanderer lassen ihn locker und nutzen ihn gar nicht. Das macht das Tragesystem auf Schulterhöhe locker und zwingt euch unbewusst, euch nach vorne zu beugen. Mit der Zeit verursacht diese Haltung Rückenschmerzen, die schwer zu ertragen und zu korrigieren sind.
Die Lastverteilungsriemen dienen dazu, euer Tragesystem so einzustellen, dass es gut auf Höhe eurer Schlüsselbeine positioniert ist. Sie sind ebenfalls wichtig und sogar entscheidend, um euren Wandern-Rucksack korrekt und ausgewogen einzustellen.
Wenn ihr euren Rucksack richtig eingestellt habt, tragt ihr den Großteil des Gewichts eures Wandern-Rucksacks auf euren Hüften: Ihr könnt bis zu etwa 65–70 % des Gewichts auf eure Hüften verlagern, denn das ist der beste Weg, die deutlich empfindlicheren Schultern und den Rücken zu entlasten.
Das Gestell des Wandern-Rucksacks
Das Gestell eines Rucksacks ist entscheidend für euren Komfort. Es ist gewissermaßen das Skelett des Wandern-Rucksacks, das das Gleichgewicht des Rucksacks und eure Beweglichkeit beim Sport bestimmt. Die besten modernen Gestelle bringen den Wandern-Rucksack näher an euren Rücken heran und bieten euch eine bessere Kompaktheit und mehr Beweglichkeit.
Man kann zwei Arten von Gestellen unterscheiden:
Das Außengestell
Außengestelle waren früher weit verbreitet. Heute ist dieses System verschwunden und hat Platz für integrierte Gestelle gemacht. Ihr Nachteil ist ein sehr hohes Gewicht und eine oft schwierig zu handhabende Last. Dieser Gestelltyp wird noch bei bestimmten Spezialtaschen für sehr schwere Lasten eingesetzt.
Das Innengestell
Die internen Gestelle sind in den Rucksack integriert. Sie bestehen aus leichteren Materialien und bieten daher eine erhebliche Gewichtsersparnis. Zudem sind die heute verwendeten Materialien weniger steif und machen die Wandern-Rucksäcke funktionaler und deutlich bequemer. Die Last wird so näher am Körper getragen. Dies ermöglicht eine kompaktere Konfiguration, die dem Wanderer ein besseres Gleichgewicht und mehr Beweglichkeit beim Sport bietet. Der Rucksack „folgt" tatsächlich jeder Bewegung und zeigt keine Trägheit oder Verzögerung im Bewegungsablauf – kein Pendeln.
Die Feuchtigkeitsableitung?
Heutzutage bieten die meisten Outdoor-Ausrüstungshersteller Rucksäcke mit guter Feuchtigkeitsableitung an. Perforierte Materialien oder Netze ermöglichen die Luftzirkulation an den Körperkontaktstellen. Achtet bei der Wahl eines Wandern-Rucksacks darauf, einen Rucksack mit ausreichender Belüftung und guter Feuchtigkeitsableitung zu wählen. Wenn Feuchtigkeit an eurem Rücken und den Lenden staut, ist das nicht nur unangenehm, sondern kann auch unmittelbar nach der Belastung oder bei fallenden Temperaturen zu einer schnellen Erkältung führen.
Die Kompressionsriemen
Ein Modell nach Volumen auszuwählen ist nicht immer einfach. Man muss nicht immer das gesamte Volumen seines Rucksacks ausnutzen. Deshalb sind Kompressionsriemen essenziell. Wenn ihr für eine kürzere Wanderung euren Rucksack nur zur Hälfte füllt, ist es wichtig, Kompressionsverschlüsse zu haben. Diese außen am Rucksack angebrachten Riemen ermöglichen es, das Volumen eures Rucksacks anzupassen, wenn er nicht vollständig gefüllt ist. So ist eure Ladung stets gut gesichert und so kompakt wie möglich. Kein Gegenstand bewegt sich im Rucksack (weniger Beschädigungen) und erzeugt kein Ungleichgewicht und keine Verdrehungen, die euer Gleichgewicht beim Gehen beeinträchtigen. Wenn ihr eure Ladung festgezogen habt, sollte normalerweise nichts im Inneren eures Wandern-Rucksacks wackeln, wenn ihr ihn sanft schüttelt.
Ein Wandern-Rucksack sollte auf euren Touren ein bequemer Begleiter sein. Es ist wichtig zu wissen, wie man ihn auswählt,
ihn beladen und ihn einzustellen. Nehmt euch beim ersten Ausgang mit einem neuen Wandern-Rucksack genug Zeit, um ihn fein einzustellen und die Einstellung im Laufe des Tages und nach eurem Körpergefühl anzupassen. In der Regel solltet ihr nach zwei oder drei Wanderungen eine ziemlich genaue Vorstellung von seiner perfekten Position auf eurem Rücken haben.