Ja, es ist durchaus möglich, mit Trailrunning-Schuhen zu wandern! Es ist jedoch eine persönliche Entscheidung, die nicht für jeden geeignet ist. Die Unterschiede zu Wanderschuhen müssen berücksichtigt werden. Entdecke die Vor- und Nachteile von Trailrunning-Schuhen zum Wandern sowie die Situationen, für die sie am besten geeignet sind.

Trailrunning oder Wandern: der Vergleich auf einen Blick
| Kriterium | Trailrunning-Schuh | Wanderschuh |
|---|---|---|
| Gewicht pro Schuh | 275 g (Modell X-RACE) | 520 g (Modell BALME) |
| Schaft | Niedrig, freier Knöchel | Hoch, Knöchelhalt |
| Wasserdichtigkeit | Selten wasserdicht, aber sehr schnell trocknend | Oft wasserdichte Membran |
| Atmungsaktivität | Maximale Belüftung | Begrenzter |
| Einlaufzeit | Kurz, einige Touren genügen | Lang, steife Materialien |
| Lebensdauer | Kürzer, häufiger Austausch | Bis zum Doppelten |
| Geeignetes Gelände | Gepflegte Wege, wenig unwegsames Gelände, warmes Wetter | Steile Wege, Schneefelder, Geröllfelder, schwerer Rucksack |
Zusammengefasst: Trailrunning-Schuhe setzen auf Leichtigkeit und Belüftung, Wanderschuhe auf Schutz und Langlebigkeit. Die richtige Wahl hängt vor allem vom Gelände ab, in dem du unterwegs bist, und von der Last, die du trägst.
Die Vorteile von Trailrunning-Schuhen
Um sich in den Bergen wohlzufühlen, haben wir manchmal den Eindruck, unbedingt robust Lederschuhe mit Hochschaft sowie eine wasserdichte Membran zu brauchen, um in den Bergen auf alle Eventualitäten vorbereitet zu sein.
Die Idee, mit Trailrunning-Schuhen zu wandern, die von Anhängern des Ultraleichtwanderns vorangetrieben wurde, hat sich jedoch seit mehreren Jahren etabliert.
Unvergleichliche Leichtigkeit
Trailrunning-Schuhe sind deutlich leichter als Wanderschuhe. Unser Trailrunning-Schuh X-RACE wiegt beispielsweise nur 275 g pro Schuh. Bei einem Wanderschuh BALME steigt das Gewicht auf 520 g. Dieser Unterschied, der fast das Doppelte beträgt, macht sich zwangsläufig über mehrere Stunden Gehzeit bemerkbar. Die Leichtigkeit von Trailrunning-Schuhen ermüdet dich weniger und verringert das Schweregefühl in den Füßen, das nach einem langen Wandertag unangenehm werden kann.

Optimale Atmungsaktivität
Ein weiterer wesentlicher Vorteil von Trailrunning-Schuhen ist ihre Atmungsaktivität. Sie sind darauf ausgelegt, maximale Belüftung zu bieten und Schweiß schnell abzuleiten. Deine Füße bleiben kühler, was deinen Komfort erhöht und das Risiko von Blasen verringert, besonders bei großer Hitze. Obwohl Trailrunning-Schuhe in der Regel nicht wasserdicht sind, trocknen sie sehr schnell. So wird das unangenehme Gefühl nasser Füße vermieden.
Deutlich kürzere Einlaufzeit
Wanderschuhe bestehen oft aus robusten und widerstandsfähigen Materialien wie Leder. Daher benötigen sie eine Einlaufzeit, um sich perfekt an die Form deines Fußes anzupassen. Diese Anpassung kann Zeit in Anspruch nehmen, und ohne ausreichende Gewöhnung kann eine Wanderung schnell unbequem werden. Trailrunning-Schuhe hingegen, die aus weicheren und dünneren Materialien gefertigt sind, benötigen eine kürzere Einlaufzeit. Sie passen sich schnell an die Form deines Fußes an, sodass du wandern gehen kannst, ohne sie zuvor mehrmals tragen zu müssen.
Die Nachteile
Geringere Widerstandsfähigkeit
Trailrunning-Schuhe bieten Komfort und Leichtigkeit, jedoch teilweise auf Kosten der Langlebigkeit. Sie sind zwangsläufig weniger widerstandsfähig als Wanderschuhe. Wanderschuhe, die für schwierige Bedingungen und unwegsames Gelände gefertigt sind, können doppelt so lange halten wie Trailrunning-Schuhe. Das bedeutet: Auch wenn Trailrunning-Schuhe günstiger sein können, müssen sie häufiger ersetzt werden. Das sollte im langfristigen Budget berücksichtigt werden.

Minimaler Halt
Der Schutz von Trailrunning-Schuhen ist begrenzt. Sie haben niedrige Schäfte und eine geringere Steifigkeit, wodurch sie für steile Wege weniger geeignet sind oder wenn ein schwerer Rucksack getragen wird. Wanderschuhe mit ihren hohen Schäften und ihrer robusten Konstruktion bieten besseren Halt am Knöchel und begrenzen so den Bewegungsumfang in instabilem Gelände. Trailrunning-Schuhe bieten jedoch gute Stabilität und ausgezeichneten Grip, was für weniger technisches Gelände ausreichen kann.
Wann kann man mit Trailrunning-Schuhen wandern?
Trailrunning-Schuhe sind eine durchaus sinnvolle Option zum Wandern und bringen eine andere Philosophie als der traditionelle Wanderschuh mit hohem Schaft. Sie bieten Leichtigkeit, optimale Belüftung und große Bewegungsfreiheit. Hier sind einige Situationen, in denen Wandern mit Trailrunning-Schuhen vorteilhaft sein kann:
Wenn du noch relativ unerfahren bist, sind Trailrunning-Schuhe ideal, sofern du auf gut gepflegten Wegen und in wenig unwegsamem Gelände bleibst. Sie ermöglichen komfortables und schnelles Gehen und reduzieren dank ihres geringen Gewichts die Ermüdung.
Wenn du ein erfahrener Wanderer bist, an technisches Gelände gewöhnt und mit einem weniger schützenden Schuh zurechtkommst, können Trailrunning-Schuhe auch für anspruchsvolle Wanderungen oder lange Trekkingtouren eine gute Wahl sein. Sie bieten dir große Bewegungsfreiheit und ein bodennäheres Gefühl, was bei technischen Passagen vorteilhaft sein kann. Achte dennoch auf mögliche Schneefelder und Geröllfelder auf deiner Route. Für diese empfehlen wir dringend ein Paar wasserdichte Wanderschuhe mit hohem Schaft.
Schließlich bieten Trailrunning-Schuhe bei warmem Wetter eine bessere Belüftung. Sie sind daher ideal als Teil einer Sommer-Wanderausrüstung, um deine Füße kühl zu halten und das durch Schweiß verursachte Blasenrisiko zu verringern.

Einige Tipps zum Wandern mit Trailrunning-Schuhen
- Wähle das richtige Paar: Nicht alle Paare sind gleich. Achte darauf, Trailrunning-Schuhe zu wählen, die einen guten Kompromiss aus Leichtigkeit, Atmungsaktivität und Halt bieten.
- Bereite deine Füße vor: Auch wenn Trailrunning-Schuhe weniger Einlaufzeit benötigen, wird empfohlen, sie vor einer langen Wanderung mehrmals zu tragen. So können sich deine Füße daran gewöhnen und das Blasenrisiko verringern.
- Trage geeignete Socken: Wandersocken sind darauf ausgelegt, Schweiß abzuleiten und Reibung zu minimieren. Wähle atmungsaktive und bequeme Socken, um die Vorteile deiner Trailrunning-Schuhe optimal zu nutzen.
- Sei vorsichtig: In technischem oder steilem Gelände achte besonders auf deine Umgebung und deinen Tritt. Trailrunning-Schuhe bieten weniger Schutz und Halt als Wanderschuhe. Daher ist Vorsicht geboten.
Häufig gestellte Fragen
Kann man eine mehrtägige Trekkingtour mit Trailrunning-Schuhen machen?
Ja, vorausgesetzt, du bist ein erfahrener Wanderer und leicht unterwegs. Ab 10 bis 12 kg Rucksackgewicht macht sich der fehlende Halt des niedrigen Schafts bemerkbar, und der Wanderschuh ist im Vorteil. Plane außerdem einen häufigeren Austausch ein, da die Lebensdauer etwa halb so lang ist.
Schützen Trailrunning-Schuhe den Knöchel?
Weniger als ein Wanderschuh mit hohem Schaft, der den Bewegungsumfang des Gelenks mechanisch begrenzt. Trailrunning-Schuhe gleichen dies durch gute Stabilität und ausgezeichneten Grip aus, was auf gepflegten Wegen ausreicht. In Geröll oder instabilem Gelände bleibt der hohe Schaft vorzuziehen.
Trailrunning-Schuhe oder Wanderschuhe für Einsteiger?
Beide sind geeignet, entscheidend ist das Gelände. Auf markierten und wenig unwegsamen Wegen bietet der Trailrunning-Schuh dank seiner Leichtigkeit und kurzen Einlaufzeit mehr unmittelbaren Komfort. Sobald die Berge funktional anspruchsvoll werden oder der Rucksack schwerer wird, solltest du dich für das Wandern entscheiden.