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Trail-Stöcke sind bei langen Rennen oder mit großem Höhenunterschied fast unverzichtbar. Auch wenn sie die Effizienz steigern, ist es wichtig zu wissen, wie man sie einsetzt. Andernfalls riskierst du Koordinationsprobleme, unnötige Erschöpfung oder du weißt nicht, wann du sie sinnvoll einsetzen sollst. Cimalp verrät dir alles, was du über den Einsatz von Trail-Stöcken wissen musst.
Warum sind Stöcke deine besten Verbündeten beim Trail?
Die Trail-Stöcke haben zahlreiche Vorteile. Zunächst bringen sie biomechanische Vorteile. Sie schonen die Beine und bieten eine willkommene zusätzliche Abstützung. Dadurch sparst du mehr Energie und steigerst deine Ausdauer.
Indem sie die Beine entlasten – insbesondere die Quadrizeps und Waden – helfen Trail-Stöcke bei der Erholung. Sie tragen zum Armantrieb bei, fördern die Lastverteilung über den gesamten Körper und ermöglichen es, einen gleichmäßigen Rhythmus und eine stabilere Herzfrequenz aufrechtzuerhalten.
Außerdem verbessern Trail-Stöcke das Gleichgewicht und die Stabilität. Sie sichern dich in technisch anspruchsvollen Passagen wie steilem oder hindernisreichem Gelände. Im Abstieg übernehmen sie eine Brems- und Stabilisierungsfunktion. Sie reduzieren außerdem Stöße und Belastungen auf die Gelenke.

Die verschiedenen Einsatztechniken für Trail-Stöcke
Je nach Höhenmeter und persönlichem Empfinden während des Wettkampfs können verschiedene Einsatzmethoden für Trail-Stöcke angewendet werden. Der Wechselschritt wird häufig bei moderaten Anstiegen zwischen 10 und 20 % Neigung eingesetzt. Du musst abwechselnd vorgehen (rechter Arm/linkes Bein, linker Arm/rechtes Bein) und die Stöcke nach hinten neigen. Diese funktionale Methode ermöglicht es, an Kraft und Rhythmus zu gewinnen und damit die Geschwindigkeit im Trail zu steigern.
Der Doppelstockschub wird in steilen Anstiegen bevorzugt, ab einer Neigung von mehr als 20 %. Du musst deine Trail-Stöcke gleichzeitig vor dir einpflanzen, um einen starken Impuls zu erzeugen und dich mit Armkraft hochzuziehen. Um diesen Doppelschub richtig auszuführen, empfehlen wir dir, mehrere Schritte zwischen jedem Stockeinsatz zu machen.
Auf flachen Zwischenabschnitten oder zwischen steileren Passagen wird die „Galopp"-Methode ebenfalls häufig eingesetzt. Um Energie zu sparen, pflanzt du den Stock jeden dritten Schritt ein, um eine flüssigere und natürlichere Bewegung zu erzielen.
Im Abstieg entlasten Stöcke die Knie und sichern die Auftritte. Um sie richtig einzusetzen, verlängere sie wenn möglich leicht, neige den Oberkörper nach vorne und vermeide es, dich zu stark darauf abzustützen, um das Bruchrisiko zu minimieren.
Wie stellt man seine Stöcke richtig ein und hält sie?
Gut eingestellte Stöcke verbessern den Laufkomfort. Um die richtigen Trail-Stöcke auszuwählen, müssen die Arme beim Halten einen 90-Grad-Winkel am Ellbogen bilden. Anschließend können sie je nach Gelände angepasst werden: kürzer im Aufstieg und länger im Abstieg.
Die Handschlaufen oder Fäustlinge ermöglichen es, einen Teil der Last auf die Handgelenke und Unterarme zu verlagern, um ein zu starkes Greifen zu vermeiden. Führe die Hand von unten durch die Schlaufe, lass das Band zwischen Daumen und Zeigefinger gleiten und behalte einen nachgiebigen Griff. Beim Abstoßen bleibt die Hand so entspannter, was den Komfort verbessert.
Die meisten Trail-Stöcke bestehen aus Carbon oder Aluminium. Carbon, oft als hochwertiger angesehen, ist leicht und absorbiert Vibrationen gut. Es ist jedoch fragiler und teurer. Aluminium ist widerstandsfähiger, aber auch schwerer. Dafür ist es günstiger und stellt eine gute Alternative für Einsteiger dar.
Das Management der Stöcke während des Wettkampfs
Während eines Trails ist es entscheidend, Geländewechsel zu antizipieren. So weißt du, wann du deine Stöcke herausholst und verstauen sollst. Sie sind besonders nützlich bei langen oder steilen Anstiegen sowie bei technischen Abstiegen. Auf flachen Passagen, bei schnellen Abstiegen oder wenn das Gelände keine zusätzliche Abstützung erfordert, ist es hingegen besser, auf sie zu verzichten.
Je nach Nutzungshäufigkeit und Anforderungen an die Zugänglichkeit gibt es verschiedene Tragesysteme. Der Köcher ist sehr beliebt, da er ein schnelles Verstauen und Herausnehmen der Stöcke ermöglicht, ohne den Rucksack abzunehmen. Die Befestigungen am Rucksack sind praktisch , aber etwas langsamer im Zugriff. Schließlich kann das Tragen in der Hand auf kurzen Abschnitten geeignet sein, wird aber schnell ermüdend.

Welche Fehler sollte man vermeiden?
Ein guter Einsatz von Trail-Stöcken beginnt mit guten Gewohnheiten. Zunächst: Steck den Stock nicht zu weit vor dir ein. Das bremst deinen Vorwärtsdrang und unterbricht den Lauffluss. Setze sie stattdessen nah am Körper ein, um eine effektive Vorwärtspropulsion zu fördern.
Außerdem: Greife nicht zu fest. Ein zu verkrampfter Griff ermüdet Hände und Unterarme unnötig. Die Abstützung sollte vor allem über die Schlaufe erfolgen, über Handschlaufen oder Fäustlinge.
Denk schließlich daran, dich vor einem Wettkampf zu trainieren. Du kannst nicht am großen Tag ankommen, ohne dich mit deinen Stöcken vertraut gemacht zu haben. Ihr Einsatz erfordert tatsächlich etwas Koordination und funktionales Können. Ohne Training riskieren sie, dich zu behindern und deine Effizienz zu verringern.
Die Verwendung von Trail-Stöcken ist also ziemlich intuitiv, vorausgesetzt, man bereitet sich gut vor. Überprüfe vor jedem Wettkampf das Regelwerk, um zu wissen, ob du sie mitbringen darfst. Einige Rennen – oft kürzere Formate – schränken ihre Nutzung ein oder verbieten sie, um Bodenschäden und Umweltbelastungen zu vermeiden.