Das Ziel für dein nächstes Trekking steht fest, mental und körperlich bist du startklar … und wenige Tage vor dem Aufbruch kommt der Moment, an dem du deinen Trekkingrucksack packen musst. Wir wissen alle: Das kann manchmal für etwas Stress sorgen. Hier sind einige Tipps, die dir helfen, deinen Rucksack optimal zu packen.
Wir gehen hier von einer mehrtägigen Trekkingtour mit vollem Gepäck aus – doch auch für einen Tagesrucksack sind diese Tipps uneingeschränkt nützlich.
Den Trekkingrucksack richtig einstellen
Das Grundprinzip ist die richtige Lastverteilung. Damit die Träger deines Trekkingrucksacks sauber an den Schultern anliegen, ohne durch eine Hebelwirkung übermäßigen Druck auszuüben, muss das Hauptgewicht auf dem unteren Rücken und dem Becken lasten.
So gehst du für die optimale Einstellung vor
• Den Rucksack vor dem Einstellen beladen.
• Stelle den Abstand zwischen den Trägern und dem Hüftgurt des Rucksacks ein. Dazu stehen dir (je nach Marke oder Rucksackmodell) zwei Einstellsysteme zur Verfügung:
o Klettsystem: Ein Klettgurt wird auf einer Art skaliertem Rückenpaneel eingestellt und ermöglicht die Anpassung der Rückenlänge. Dieser Gurt umschließt dabei direkt die Träger.
o Schienen- und Rohrsystem: Die Träger gleiten auf Schienen und rasten bei der gewünschten Größe ein. Dieses System ermöglicht eine Feinjustierung und eine bessere Dämpfung der Rucksacklast.
• Lockere ausnahmslos alle Riemen und Gurte deines Trekkingrucksacks.
• Setze den Rucksack im Geh-Setup auf, also in deiner Wanderkleidung und vor allem mit deinen Wanderschuhen.
• Den Hüftgurt um das Becken anpassen. Dieser Teil muss den Hauptteil der Last tragen: Der Gurt sollte daher fest sitzen, aber nicht zu eng sein (du solltest deinen Bauch noch problemlos um ein paar Zentimeter aufblähen können).
• Passe anschließend die Länge der Träger an. Sie sollten so auf den Schultern aufliegen, dass der Rucksack stabil am Rücken sitzt, ohne dass ein zu starker Druck auf den Schultern lastet. Ideal ist es, wenn man noch ohne großen Kraftaufwand einen Finger unter den Träger schieben kann.
• Jeder gute Trekkingrucksack verfügt über Lastkontrollriemen: Diese kleinen Riemen befinden sich oben an den Trägern oder manchmal unten. Ziehe sie an, um den Rucksack nah an den Rücken heranzuziehen. Achte darauf, sie nicht zu straff zu spannen, da sonst deine Schultern zu stark belastet werden.
• Zuletzt den Brustgurt einstellen, der für zusätzliche Stabilität der Last sorgt.
Die Rucksackanpassung ist manchmal knifflig: Es empfiehlt sich, sich von einer zweiten Person helfen zu lassen, die Einstellung auf einer kurzen Wanderung zu testen und je nach Tragegefühl nachzujustieren. Nach dem Einstellen dürfen keine schmerzhaften Druckstellen oder störenden Reibungspunkte spürbar sein.
Das Packen des Trekkingrucksacks
Das richtige Bepacken des Trekkingrucksacks ist entscheidend für eine ausgewogene Gewichtsverteilung. Erste Grundregel: Lege deinen Rucksack flach auf den Boden, um ihn zu beladen, und platziere die schwersten Ausrüstungsteile nah an deinem Rücken. Vermeide zudem einseitige Gewichtsverteilungen, indem du keine zu schweren Lasten auf eine Seite packst. Denke schließlich an die Nutzung: Dinge, die du häufig herausholen musst, sollten schnell erreichbar bleiben.
• Ganz unten im Rucksack: die leichtesten Ausrüstungsteile. Bei Trekkingrucksäcken mit direktem Zugriff auf das Bodenfach gehören hier auch Kleidungsstücke für den Tag oder Dinge hinein, die du schnell griffbereit haben möchtest.
• Nah am Rücken und über dem Bodenfach: die schwersten Gegenstände.
• Im oberen Bereich des Rucksacks und in den Seitentaschen: Ausrüstung für den Tag, wobei das Gewicht gleichmäßig auf jede Seitentasche verteilt werden sollte.
• Unter der Deckeltasche: Schlüssel, Dokumente … leichte Dinge, die schnell griffbereit sein müssen.
• In der Deckeltasche: empfindliche Gegenstände, die keinem Druck ausgesetzt werden dürfen.
Schließlich gibt es Ausrüstung, die sich besser außen am Rucksack befestigen lässt: Das sind in der Regel sperrige, leichte Teile wie eine Isomatte oder eine Zeltunterlage. Achte darauf, sie sicher zu verzurren, damit sie beim Gehen nicht hin und her schwingen.
Natürlich liegt es an dir, dein Gewicht so weit wie möglich zu reduzieren: Unsere Tipps dazu findest du hier, aber als Faustregel gilt, dass das ideale Maximalgewicht ein Viertel deines Körpergewichts nicht überschreiten sollte.
Einige abschließende Tipps und Tricks zum Packen des Trekkingrucksacks:
• Achte darauf, deine Sachen in Fächer aufzuteilen: ein Stoffbeutel für Kleidung, wasserdichte Beutel für die Verpflegung …
• Nutze praktische Vakuumbeutel, um wertvolles Volumen zu sparen.
• Plane eine Regenhülle ein, die deinen Rucksack vor Unwettern schützt, selbst wenn dieser als wasserdicht gilt: Es ist am Etappenziel immer unangenehm, einen durchnässten Rucksack zu handhaben.
• Wenn ihr in der Gruppe unterwegs seid, verteilt gemeinsame Lasten sinnvoll und achtet vor allem darauf, keine Ausrüstung doppelt mitzuschleppen.
Wie du siehst, ist das richtige Packen deines Rucksacks keine Zauberei. Es ist jedoch essenziell, die Grundprinzipien zu kennen, um typische Fehler zu vermeiden. Viel zu oft sieht man Wanderer, die ihren Rucksack genau so tragen, wie sie ihn gekauft haben – ohne jegliche Anpassung, was schnell zu unnötigen Schmerzen führen kann. Diese Tipps sind allgemeine Richtlinien: Passe deinen Trekkingrucksack an dein individuelles Tragegefühl an und nimm bei deinen Touren schrittweise Feinjustierungen vor. So erreichst du maximalen Tragekomfort ganz ohne Schmerzen!
