Wandern bedeutet vor allem, eins mit der Natur zu sein. In diesem Zusammenhang sind verschiedene Unfälle nicht auszuschließen. Ein Teammitglied, das ohnmächtig wird oder sich ein Bein bricht, ein anderes, das nach einem Sturz verletzt ist – wie soll man reagieren? Die Erste-Hilfe-Tasche ist beim Wandern immer griffbereit. Sie muss aber korrekt eingesetzt werden und die richtigen Handgriffe müssen sitzen. Hier erfährst du alles, was du über Erste Hilfe beim Wandern wissen musst.
Erste Hilfe – der Grundstein jeder Wandervorbereitung
Noch bevor eine Wanderung und die gesamte Ausrüstung geplant werden, die mitgenommen werden muss: Eine Wanderung bedeutet zunächst einmal, stundenlang in Umgebungen unterwegs zu sein, in denen die Bedingungen nicht immer ideal sind. In der Natur ist nicht immer eine medizinische Versorgung in der Nähe oder eine Person mit Erste-Hilfe-Kenntnissen vorhanden.
Hinzu kommt, dass man sich in einem Gebiet ohne Netzempfang befinden kann, wo man keine Rettungskräfte erreichen kann, oder in einem abgelegenen Ort, wo die Rettungskräfte sehr lange brauchen, um vor Ort zu sein. Deshalb ist es unerlässlich, sich schon vor dem Wandern – noch vor der eigentlichen Planung – mit dem Thema Erste Hilfe zu befassen. Am besten geht man zu mehreren los, denn man weiß nie, welche Personen der Gruppe in Gefahr geraten und welche Erste Hilfe leisten müssen.

Die Bedeutung der Erste-Hilfe-Ausbildung
Die Erste-Hilfe-Ausbildung ist aus vielen Gründen wichtig. Zunächst ist zu bedenken, dass der Erste-Hilfe-Kasten und alle Sicherheitsausrüstungen, die auf Wanderungen mitgenommen werden, nutzlos sind, wenn die Personen, die sie tragen, nicht über die nötigen Kenntnisse verfügen, um sie einzusetzen.
Außerdem darf nicht vergessen werden, dass Erste Hilfe beim Wandern wie anderswo nicht darin besteht, zu heilen, sondern den Zustand des Verletzten zu stabilisieren. Im Notfall sorgt die Erste Hilfe dafür, dass sich der Zustand des Verletzten nicht verschlechtert. Erste Hilfe ist ein Bündel aus Automatismen und Reflexen, die im Rahmen einer gezielten Ausbildung erworben werden. Die Schlüsselbegriffe der Ersten Hilfe lauten: Schnelligkeit, Effizienz und Methode.
Es gibt einen deutlichen Unterschied zwischen Personen mit Erste-Hilfe-Ausbildung und solchen ohne eine solche Ausbildung. Personen ohne Erste-Hilfe-Ausbildung reagieren bei Notfalleinsätzen panisch, unkoordiniert und ineffektiv. Sie treffen dann falsche Entscheidungen, verschwenden unnötig Material und verlieren bei Schwierigkeiten leicht die Nerven.
Erste Hilfe beim Wandern: eine Frage der Einstellung
Im Alltag hat jeder seine Persönlichkeit und seine kleinen Gewohnheiten. Wenn während einer Wanderung eine Notfallsituation eintritt, werden diese Gewohnheiten durch die Ereignisse erschüttert. Dann muss schnell gehandelt werden – sehr schnell. Erste Hilfe beim Wandern kann nur dann wirksam sein, wenn sie rasch erfolgt, denn der Zustand des Verletzten kann sich von einer Minute auf die andere ändern. Das Erlernen verschiedener Automatismen ermöglicht es, bei Einsätzen schnell zu reagieren, da Theorie und Praxis in diesen Ausbildungen gleichermaßen vermittelt werden.

Wer Erste Hilfe leistet, muss auch lernen, ruhig zu bleiben. Personen ohne Erste-Hilfe-Ausbildung stehen bei einem schwerwiegenden Vorfall oft unter Schock. Manche sind so erstarrt, dass sie sich nicht mehr bewegen können, andere geraten in Panik, weinen und schreien. In der Erste-Hilfe-Ausbildung lernen die Ausbilder die Teilnehmer, diesen psychologischen Schock zu überwinden, um handlungsfähig und effektiv zu bleiben. So gibt es beispielsweise Übungseinheiten, in denen die Lernenden daran gewöhnt werden, Blut zu sehen und ihre durch den Schock ausgelöste Lähmung zu überwinden.
Erste-Hilfe-Ausbildung in Frankreich: Wie läuft das ab?
Anfangs gab es eine Erste-Hilfe-Ausbildung, die mit dem Nationalen Rettungsdienstzeugnis (Brevet National de Secourisme) abschloss. 1991 ersetzte die Attestation de Formation aux Premiers Secours (AFPS) das BNS. Seit 2007 wurde diese AFPS wiederum durch eine Ausbildung namens Prévention et Secours Civiques de niveau 1, kurz PSC1, ersetzt. Es handelt sich um eine siebenstündige Ausbildung. Die Lernenden können diese Stunden je nach Verfügbarkeit auf mehrere Tage verteilen.

Der PSC1 ist eine Ausbildung, die sich an alle Personen ab 10 Jahren richtet. In bestimmten Berufen ist diese Ausbildung Pflicht – zum Beispiel in der Geologie und anderen Untertagearbeiten usw.
In Frankreich bieten zahlreiche Organisationen die PSC1-Ausbildung an. Dazu gehören beispielsweise die Feuerwehrverbände, das Rote Kreuz, das Weiße Kreuz, der Nationale Verband des Zivilschutzes und viele andere mehr. Die Kosten für die Ausbildung liegen zwischen 50 und 80 Euro.