Vor einem Jahrzehnt konnten Wanderer noch ohne Mobiltelefon auf Expedition gehen. Damals brachen sie mit einem Kompass und einer Signalrakete auf – oder sogar ganz ohne Ausrüstung. Heute ist das Mobiltelefon beim Wandern zu einem nahezu unverzichtbaren Accessoire geworden. Manche Wanderer verlassen sich mittlerweile vollständig auf ihr Smartphone: Es zeigt ihnen per GPS den Weg, dient bei Bedarf als Taschenlampe und ermöglicht es, im Notfall die Rettungsdienste anzurufen. Dennoch gibt es einige Regeln, die man beim Wandern in Bezug auf das Mobiltelefon kennen sollte.
Mobiltelefon beim Wandern: Notfallkontakte speichern
Wandern bedeutet auch, mögliche Probleme vorauszudenken. Bei Verirrung oder einem Unfall muss man unverzüglich Hilfe rufen. Das Mobiltelefon beim Wandern ist dafür eindeutig das beste Werkzeug. Man darf jedoch nicht vergessen, dass Panik in Notsituationen häufig dazugehört. In der Panik besteht eine Zwei-zu-drei-Chance, dass der Wanderer die Notrufnummern nicht mehr kennt. Es ist daher notwendig, vorab die
verschiedenen NotrufnummernNoch besser: Es lohnt sich, sie in deinem Mobiltelefon zu speichern, aber auch auf einem dauerhaften Dokument, das du in der Erste-Hilfe-Tasche verstaut hast.
Notrufnummern: Welche gibt es?

Die 112: Dies ist die Notrufnummer für alle Länder der Europäischen Union. Es genügt, die Nummer zu wählen, und die Sache ist erledigt. Außerdem werden deine Informationen beim Anruf direkt an die 112 übermittelt. Wenn du eine in Frankreich registrierte SIM-Karte hast, wird dir die 112 direkt einen französischsprachigen Mitarbeiter zuweisen.
Die 114: Dies ist die europäische Notrufnummer, das Äquivalent zur 112, aber für Menschen gedacht, die Schwierigkeiten beim Sprechen oder Hören haben. Es genügt, die Notfallnachricht per SMS an die 114 zu senden, und die Rettungskräfte werden so schnell wie möglich entsandt.
18 und 15: Dies sind jeweils die Notrufnummern der Feuerwehr und des SAMU in Frankreich. Diese Nummern sind immer funktionsfähig und ermöglichen es, die betreffenden Rettungsdienste „direkt" zu kontaktieren. Manchmal kann es jedoch vorkommen, dass diese Nummern überlastet sind. Deshalb ist es sinnvoll, die 112 anzurufen, da der Anruf dann priorisiert wird.
Die Nummern deiner Angehörigen: Wenn du wandern gehst, vergiss nie, deinen Angehörigen deine Route sowie die Dauer deiner Wanderung mitzuteilen. Du kannst sie dann anrufen, wenn du ein Problem hast und Schwierigkeiten hast, die Rettungsdienste zu erreichen. Außerdem kennen sie deine Route und können die Rettungsdienste alarmieren, falls du dich nicht innerhalb eines normalen Zeitraums meldest. So können die Rettungskräfte dich schneller finden, indem sie deinen logischen Fortschritt auf deiner Route berechnen.
Mobiltelefon beim Wandern: Was ist mit der Netzabdeckung?

Ein Mobiltelefon beim Wandern ist sehr praktisch, um die Rettungsdienste anzurufen. Aber dafür braucht man Empfang! Wenn du wandern gehst, kann es vorkommen, dass du durch Gebiete kommst, in denen kein Netz verfügbar ist, unabhängig vom Anbieter. Hier sind einige nützliche Reflexe dafür:
Schicke eine SMS an die Rettungsdienste oder deine Angehörigen und begib dich zu einem erhöhten Punkt. Der Vorteil von SMS ist, dass sie automatisch versendet werden, sobald das Telefon Empfang hat.
Halte dein Telefon eingeschaltet, denn bei der Suche nach Netz tauscht es Informationen mit den Sendemasten aus. Die Rettungskräfte können diese Informationen dann nutzen, um zu versuchen, dich zu orten, auch wenn du keinen Empfang hattest.
Versuche, die oben genannten Notrufnummern anzurufen. Es kann nämlich vorkommen, dass dein Telefon diese Nummern über andere Netze als das deines Anbieters erreichen kann, wenn dein Bildschirm „Nur Notrufe" anzeigt.
Wenn du in schwer zugänglichen und potenziell gefährlichen Gebieten wandern gehst, denke daran, leistungsstarkere Geräte mitzunehmen, wie Satellitentelefone oder Notsender. Bei Trekkingtouren im Ausland musst du prüfen, ob es möglich ist, eine lokale SIM-Karte zu besorgen, wenn du keinen Guide hast, und dich über die Netzabdeckung informieren. In abgelegenen Regionen der Welt ist es notwendig, ein Satellitentelefon zu besitzen.
Und was ist mit der Akkulaufzeit?
Ein Smartphone ist sehr praktisch. Man darf jedoch nicht vergessen, dass das GSM-Netz, die Internetdaten sowie der GPS-Sensor die Batterie deines Mobiltelefons beim Wandern schnell leeren. Es ist daher unerlässlich, Maßnahmen zu ergreifen, um diesem Problem entgegenzuwirken.
Du könntest versucht sein, zwei oder drei Telefone mitzunehmen. Man darf jedoch nicht vergessen, dass dies das Gewicht deines Rucksacks erhöht. Denke daran, nur ein Mobiltelefon beim Wandern mitzunehmen, aber mit zwei oder drei Ersatzbatterien. So hast du die nötige Autonomie, ohne das Gewicht deines Rucksacks zu erhöhen.

Du kannst auch eine Powerbank in dein Gepäck packen. Auch wenn du zwei oder drei Ersatzbatterien dabei hast, gibt es keine Garantie, dass das ausreicht. Du kannst nie wissen, wie viele Tage du im Notfall festsitzen wirst. Mit einer Powerbank in der Tasche kannst du die Batterien deines Smartphones aufladen und deine Akkulaufzeit erheblich verlängern. Nimm außerdem kleine Kurbelgeräte mit, um dein Mobiltelefon beim Wandern per USB aufzuladen. Das lädt die Batterie nie vollständig auf, aber 5 bis 10 Minuten Kurbeln geben dir etwa eine zusätzliche Minute Akkulaufzeit. Mehr als genug, um sich bei den Rettungsdiensten oder deinen Angehörigen zu melden!