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Das Naturschutzgebiet St Maurin in den Gorges du Verdon – Alpes-de-Haute-Provence

Das Naturschutzgebiet St Maurin in den Gorges du Verdon – Alpes-de-Haute-Provence

21 May. 2014

La Réserve Naturelle de St Maurin dans les Gorges du Verdon - Alpes-de-Haute-Provence

Das erste Mal, als ich diesen mystischen Ort besuchte, war es vor mehr als zwanzig Jahren, mit meinem Liebsten. Ich entdeckte diesen Ort unter einem wunderschönen Vollmond – und es ist kaum nötig zu sagen, dass ich dem Charme des Ortes sofort verfiel, der auch bei Tag nicht weniger faszinierend ist!

[caption id="attachment_7466" align="alignleft" width="300"]St Maurin Galetas Naturschutzgebiet Saint Maurin © Andrea Bacher[/caption]

Auf einer 2-stündigen Wanderung im Naturschutzgebiet St Maurin (wo wir wegen der vielen Geschichten und Abstecher oft mindestens 4 Stunden verbringen) begibst du dich auf die Begegnung mit einer strahlenden Natur und einer besonderen Tierwelt, auf einem für alle zugänglichen Weg.

Entdecke mit mir diese wunderschöne Region, in die ich immer wieder gerne zurückkomme!

 

Ein von Mysterien und Legenden geprägtes Naturschutzgebiet

Die Geschichte dieses Ortes bleibt ein Rätsel – nur wenige Dokumente belegen die Anwesenheit einer Mönchsgemeinschaft, die dort im 10ten Jahrhundert gelebt haben soll. Leider fehlen bis heute die Beweise… Die wenigen schriftlichen Aufzeichnungen über diese Mönche bezeugen ihre Herkunft aus der Abtei Saint-Victor in Marseille, von wo sie in die Gorges du Verdon zogen und dort mehrere Jahrhunderte blieben.

[caption id="attachment_7470" align="alignleft" width="300"]St Maurin Saint Maurin © Andrea Bacher[/caption]

Weitere Bewohner, darunter Hirten, lebten ebenfalls an diesem Ort – und das seit der Vorgeschichte. All das sind nur Vermutungen, doch diese Hypothesen sind stark genug, um zu glauben, dass hier von jeher Leben war. So sind beispielsweise Spuren einer mittelalterlichen Kapelle erhalten, die teilweise zerstört und vor einiger Zeit von Laien ausgegraben wurde. Es heißt, die Menschen aus der Umgebung kamen hierher, um Regen zu erflehen. Bei nahenden Gewittern sollen Grollen zu hören gewesen sein…

Es gibt jedoch eine weniger außergewöhnliche, dafür wissenschaftliche Erklärung. Auf dem Plateau de Barbin (oberhalb des Geländes) versickert das Wasser überall und fließt durch Kalksteinschichten – das sogenannte Karstsystem. Das Wasser trifft dann auf eine wasserdichte Schicht, häufig Ton, und tritt schließlich durch eine Quelle im Kessel von St Maurin wieder aus. Diese Quelle, die wie eine vauclusische Quelle funktioniert, weist ein Karstsystem auf, das auf mehreren Kilometern erforscht wurde. Deshalb ist es möglich, bei einem fernen Gewitter dessen Grollen über das weitläufige Untergrundnetz zu hören.

Eine weitere Besonderheit des Schutzgebietes ist die ewige Schatzsuche der Templer, die durch die dabei entfachte Begeisterung am Gelände sicherlich Überreste zerstört hat. Das Préhistoire-Museum Quinson hatte unter anderem Ausgrabungen in den Schluchten geplant, doch der Tod seines Direktors sowie Budgetkürzungen für die Wissenschaft haben dieses Projekt leider zunichte gemacht. Macht nichts – das lässt dem Ort seinen Hauch von Magie!

[caption id="attachment_7468" align="alignleft" width="300"]St Maurin Saint Maurin © Andrea Bacher[/caption]

Die Besonderheit dieses Ortes liegt auch in den Emotionen, die er hervorruft. Beim Betreten dieses Naturschutzgebietes überkommt einen ein Gefühl der Frische: permanente Quellen und temporäre Wasseraustritte verleihen dem Ort eine für die Provence völlig ungewöhnliche Umgebung. Tatsächlich entdeckt man hier eine Fülle von Pflanzen und Moosen, Höhlen und Tuffe – Gesteine, die durch die Ausfällung des im Wasser enthaltenen Kalks entstehen.

Zu den Legenden und lebhaften Emotionen des Ortes gesellen sich auf dieser Wanderung auch atemberaubende Aussichten. Ein echtes Erlebnis für die Augen – allein, mit Freunden oder der Familie!

 

Eine Wanderung im Herzen eines „Regionalen Naturschutzgebietes"

[caption id="attachment_7476" align="alignleft" width="300"]Wasserfall in Saint Maurin Wasserfall in Saint Maurin © Andrea Bacher[/caption]

Seit 2009 ist das Gebiet als „Regionales Naturschutzgebiet" ausgewiesen, um seine Umwelt zu schützen. Bestimmte Zugänge sind nun verboten, ebenso wie Feuer, Biwak sowie das Entnehmen von Pflanzen und Gesteinen. Eine begrüßenswerte Initiative zum Schutz des Geländes, die jedoch für Bergführer etwas einschränkend ist – obwohl sie durch geführte Wanderungen einen echten „Mehrwert" bieten, indem sie Dinge zeigen, die gewöhnliche Wanderer nicht sehen.

Keine Sorge! Eine Vereinbarung zwischen den Bergführern und den Verwaltern des Geländes ermöglicht mir noch heute, eine Wanderung mit einer interessanten Besichtigung des Geländes anzubieten – in Begleitung entdeckt man hier deutlich mehr!

 

Die Tiere von St Maurin in den Gorges du Verdon

Seit ihrer Wiederansiedlung im Jahr 1999 nisten zahlreiche Gänsegeier auf den steilen Felswänden. In der Luft sind auch andere Greifvögel zu beobachten, wie Adler oder Falken, die Neugierige und Naturbegeisterte erfreuen.

Diese Felswände sind ebenfalls einen Abstecher wert! Erste Kletterrouten, eröffnet von den Pionier-Kletterern der 70er Jahre, ist der Sektor heute aus Sicherheitsgründen gesperrt. Dennoch bleiben die Gorges du Verdon ein weltweit bekanntes Kletterparadies und bieten Liebhabern der Höhe einen unvergleichlichen Blick auf die Schluchten!

[caption id="attachment_7472" align="alignleft" width="300"]Reptil in Saint Maurin Grüne Eidechse © Andrea Bacher[/caption]

Bedroht vom Appetit der Greifvögel, finden Reptilien und Insekten in den Höhlen Zuflucht. Und nicht irgendwo! Diese cleveren Tierchen verstecken sich in den unzugänglichen Felswänden. Das Wild wiederum sucht eher Schutz in den umliegenden Wäldern, doch habe ich hier oft Gämsen und Rehe beobachtet, die zum Trinken herkamen.

Das Beobachten von Fledermäusen, die in Höhlen und Felsspalten nisten, ist ebenfalls Teil dieser Wanderung – darunter mehrere seltene und geschützte Arten, die im Schutzgebiet leben. Dieser Abschnitt der Wanderung wird bei den Ängstlichsten unter euch für Aufregung sorgen! Denn in der Regel schreien die Mädchen aus Angst, diese kleinen Tiere könnten sich in ihren Haaren verfangen. Eine alte Legende, die sich hält – genau wie die vom Wolf, der Kinder frisst…

Endemische und üppige Vegetation

Hier findet man unter den zahlreichen endemischen Pflanzen des Verdon die Sabline de Provence und den Farn Asplenium jahandiezii", der die Besonderheit hat, nur in den Schluchten zu wachsen. Warum? Während der Eiszeiten verschwanden viele Pflanzen wegen der Kälte – an bestimmten Stellen jedoch konnten sie sich halten und überleben. Dieser unerschütterliche Farn gehört zu dem, was man als „ökologische Nischen" bezeichnet.

[caption id="attachment_7482" align="alignleft" width="300"]Üppige Flora in Saint Maurin Üppige Flora in Saint Maurin © Andrea Bacher[/caption]

Die Vegetation des Naturschutzgebietes ist außergewöhnlich üppig – und das Wasserreichtum ist daran nicht unbeteiligt! Moose und Farne wuchern ebenso wie der Buchsbaum, dieser bekannte kleine Strauch, der hier zu ungewöhnlicher Größe heranwächst! Früher wurde er gefällt, um Werkzeugstiele, Pétanque-Kugeln, Pfeifen oder Escarassons herzustellen – Vorläufer unserer heutigen Leitern.

Der Reichtum an Flora, Fauna und Geschichte verleiht diesem Ort eine geheimnisvolle Atmosphäre, ergänzt durch ein wildes und abgeschiedenes Gelände. Es ist daher mehr als notwendig, diese Umgebung zu schützen – zum Wohl der Natur und dieses außergewöhnlichen Ortes. Damit er bleibt, was er ist: ein kleines Juwel an einem sehr touristischen Ort.

Das Dorf La Palud sur Verdon, in der Nähe dieser bemerkenswerten Stätte, empfängt euch auch in seinem Ecomusée „Maison des Gorges du Verdon". Dieser Besuch lässt sich gut mit der Wanderung verbinden – ich integriere ihn oft zu Beginn der Tour.

Wenn du meine Leidenschaft für diesen Ort teilen möchtest, kontaktiere mich:

Ich begleite dich gerne! Als gebürtige Österreicherin spreche ich Deutsch und Englisch. Ich habe auch Erfahrung im Umgang mit Menschen mit Behinderungen und verfüge neben meiner Bergführerausbildung über eine geologische Ausbildung.

Falls du keine Zeit für einen der Pfade am Grund der Schluchten hast, wag dich auf die berühmte Route des Crêtes, auf der D23 – eine Rundroute vom Dorf aus mit zahlreichen Aussichtspunkten!

Bis bald, Andrea „Beachy" Bacher

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