Reizt euch das Radreisen schon seit Langem? Dann macht den Sprung in dieses großartige Zweirad-Abenteuer und entdeckt den Bericht zweier Liebhaber von Reisen, Gastronomie und Fahrrad. Frédérique und Le Yin haben sich entschieden, Finnland zu durchqueren, und teilen hier ihre Begeisterung, Geheimtipps und Ratschläge. Radreisen – ein Erlebnis, das man gemacht haben muss!

Seit einigen Jahren sind unsere Sommerurlaube gleichbedeutend mit Radreise-Abenteuern. Nach Dänemark und Norddeutschland haben wir unsere Radreise-Abenteuer dieses Jahr in einem weiteren nordischen Land fortgesetzt, nämlich in Finnland – genauer gesagt in der Seenregion und im Schärengarten! Es war eine ideale Route, um verschiedene finnische Landschaften zu entdecken, vom Wald bis zum Meer.
Bei jeder Reise hatten wir vor dem Aufbruch nie eine fertig geplante Route, nur sehr vage Vorstellungen von den zu erkundenden Regionen. Das ist der WAHRE Luxus des Radreisens. Die Freiheit, das Programm in letzter Minute zu entscheiden und die Möglichkeit, Pläne nach Gesprächen mit Einheimischen spontan zu ändern. Das hat etwas ziemlich Berauschendes und Befreiendes. Natürlich haben wir die groben Linien unserer Reise, aber wir lassen gerne Raum für das Unerwartete. Die
Ausrüstung für eine Fahrrad-Reise ist das Element, das wahrscheinlich die meiste Vorausplanung und Organisation erfordert hat.
Das Fahrradabenteuer – los geht's!

Der Beginn der Reise konzentrierte sich auf die Seenregion, den zentralen Teil Finnlands, mit Jyväskylä als Ausgangspunkt. Wir tauchten sehr schnell vollständig in die finnische Taiga ein – auf sehr angenehmen Radwegen. Bei jeder Rast war eine traumhafte Kulisse aus See und Steg nie weit entfernt. Genug, um kurz einzutauchen und sich etwas abzukühlen.
Dann haben wir die Fahrräder in einen Zug geladen und Kurs auf die Westküste genommen!
Im Laufe unserer Gespräche und aufgrund unserer Vorliebe für das Meer entschieden wir uns, an der Südwestküste entlangzuradeln, entlang der Küste durch den Schärengarten bis zur alten Hauptstadt Turku. Ja, der Schärengarten – ein Name mit griechischem Klang für uns, was uns nicht verfehlte, aufzuhorchen.
Wir liebten den Wechsel zwischen unseren Radausflügen und den Pausen auf den Fähren. Diese Überquerungen von Meeresarmen von einer Insel zur nächsten waren echte Attraktionen. Für uns waren das Momente der Pause, um durchzuatmen, sich zu rehydrieren, aber vor allem die Inseln des Schärengartens aus einem anderen Blickwinkel zu bewundern.
Finnland – ideales Ziel für Radreisen

Wir möchten all jene schnell beruhigen, die zögern, ein Radreiseabenteuer in Finnland zu wagen: Einfach machen! Es gibt keine größeren Schwierigkeiten. Das Land ist flach, kaum Höhenunterschiede – abgesehen von ein paar "bumps", wie es ein unterwegs getroffener Radfahrer formulierte. Und wie in anderen nordischen Ländern ist fast alles auf Radfahrer ausgerichtet, mit guten Radwegabschnitten überall. Wenn es keinen geeigneten Weg gibt und man sich die Straße mit Autos teilen muss, sind die Autofahrer so rücksichtsvoll, dass es wirklich angenehm ist. Sie bremsen genug ab oder lassen einen sogar eine Steigung hochfahren oder in Ruhe überqueren. So haben wir abgewechselt zwischen ordentlichen Radwegen, Waldpfaden und gemeinsam genutzten Straßen, auf denen die Autos meistens ohnehin fehlten.
Besonders geliebt haben wir unsere langen morgendlichen Ausflüge. Natürlich um 6:30 Uhr aufgewacht, war es nicht selten, dass wir schon um 8 Uhr morgens losgefahren sind. Diese Momente waren magisch, fast hypnotisch.
In diesen frühen Stunden kein Auto weit und breit – der Asphalt oder der Schotter gehörte uns allein. Die nahezu perfekte Straßenqualität erlaubte es, weniger auf das Fahren zu achten, sodass unsere Gedanken abschweifen konnten. Oft waren wir für eine gute Weile in unsere Gedanken versunken – besser als jede Therapie :-).
Dann, um eine Wegbiegung herum, wurden wir auf die schönste Art und Weise in die Realität zurückgeholt. Der Ruf wilder Gänse über unseren Köpfen holte uns aus unseren Gedanken. Manchmal begleiteten uns diese berühmten V-Formationen, die in andere Gefilde zogen, für einen Streckenabschnitt, bevor sie ihre Richtung änderten. Und manchmal fiel unser Blick auf ein Reh oder eine Hirschkuh, die in der Ferne galoppierte und sich im umliegenden Unterholz versteckte – weil sie uns für irgendwelche Raubtiere hielt...
Kleine Reisefreuden zu zweit (auf Rädern)
Atemberaubende Landschaften
Die Straßen, die sich in die Wälder riesiger Tannen hineinzogen, machten uns glücklich. Sie boten uns natürlichen Schutz vor der frischen Brise – mit herrlichem Fichten- und Kiefernduft als Bonus.
Auf anderen Wegen zwangen uns mit kleinen roten oder schwarzen Perlen gesprenkelte Gebüsche zu einer kurzen Pause zum Beerensammeln. In Finnland wimmelt es überall von Beeren und Waldfrüchten. Nichts ist angenehmer als diese improvisierte kleine Ernte auf unseren Ausflügen. Die Himbeeren und Heidelbeeren unserer flüchtigen Sammlermomente hatten einen ganz besonderen Geschmack – so gut, dass es schwer sein wird, nach unserer Rückkehr gleich gute zu finden.
Wo ein See ist, ist auch ein Steg – besonders in Finnland. Das wurde zu unserem Markenzeichen der Reise. Sich auf einem Steg niederlassen für eine Mahlzeit, zum Durchatmen, für ein Foto oder einfach um die Landschaft zu betrachten. Kurzum, jeder Vorwand war gut genug für einen Halt an diesen Holzkonstruktionen.
Unterkünfte mitten in der Natur
Eine der besten Möglichkeiten, Finnland zu genießen, sind wohl die berühmten Laavu (ähnlich wie Shelters in Dänemark) – Unterstände zum Picknicken und Biwakieren mit einem eigenen Grillbereich (unverzichtbar), etwas Ausrüstung für die Übernachtung und oft einem idyllischen Ausblick. Eine wunderbare Möglichkeit, der Natur ganz nah zu sein.
Auf dem Archipelago im Süden hingegen stehen nur sehr wenige Laavu zur Verfügung. Aber wie ihr mittlerweile wisst, könnt ihr euer Zelt fast überall aufschlagen oder auf Campingplätze zurückgreifen. Wir haben uns für die zweite Option entschieden – mit einigen positiven Überraschungen.
Die Sauna – eine echte Lebenskunst

Löyly Spirit – eine finnische Lebenseinstellung! Löyly ist der Name des Dampfes, der entsteht, wenn man Wasser auf die warmen Steine in einer Sauna gießt.
Wer nach Finnland reist, kommt nicht umhin, die verschiedenen Saunatypen kennenzulernen und auszuprobieren. Wir haben sie gekostet und sind seitdem absolut süchtig danach. In Finnland ist die Sauna eine Institution und sogar ein heiliger Ort. Zudem hat dieser Raum eine religiöse Bedeutung: Es ist das erste Gebäude, das eine Familie baut. Man spricht vom Geist der Sauna – man darf sich dort nicht unanständig verhalten, da man glaubte, dass schlechtes Benehmen die Saunageister erzürnt.
Rauchsauna, Holzofensauna, elektrische Sauna – wir haben sie alle oder fast alle ausprobiert. Doch die erstgenannten bleiben die angenehmsten: Der Holzgeruch, die Hitzewellen – das ist unvergleichlich. Natürlich braucht man in unmittelbarer Nähe einen See, um das Erlebnis noch mehr zu genießen und wie die Finnen in einem wahren Ritual hin und her zu wechseln.
Frédérique und Le Yin kehrten aus ihrem Urlaub mit wunderbaren Bildern im Kopf zurück! Lest ihr vollständiges Abenteuer von der
Finnland per Fahrrad auf dem Blog Le Chameau Blau !