Was ist der Unterschied zwischen Sonnenstich und Hitzschlag?
Kurz erklärt: Sonnenstich und Hitzschlag beschreiben zwei unterschiedliche Phänomene, die beide in einer Überhitzung des Körpers (Hyperthermie) resultieren. Sie unterscheiden sich primär durch ihre Ursache: Entsteht der Zustand durch direkte, intensive Sonneneinstrahlung auf Kopf und Nacken, spricht man von einem Sonnenstich. Ist eine allgemein hohe Umgebungstemperatur der Auslöser, handelt es sich um einen Hitzschlag. Ein Hitzschlag kann nicht nur durch äußere Hitze, sondern auch durch intensive körperliche Belastung provoziert werden, welche die Kerntemperatur massiv ansteigen lässt.
Zudem steigt das Risiko eines Hitzschlags drastisch, wenn ungünstige Faktoren zusammentreffen: extreme Hitze, intensive Sonneneinstrahlung, Windstille und hohe Luftfeuchtigkeit. Bei körperlicher Anstrengung überhitzt der Organismus, Fieber tritt rasch auf, gefolgt von akutem Unwohlsein, das schnell zur Bewusstlosigkeit führen kann.
Symptome und Folgen
Sei besonders wachsam, sobald diese ersten Symptome auftreten:
- Erschöpfung, Schwindel, Übelkeit und Kopfschmerzen
- Rötung oder auffallende Blässe im Gesicht, sehr heiße und trockene Haut
- Schüttelfrost und starkes Schwitzen
Ohne rechtzeitige Schutzmaßnahmen oder eine aktive Kühlung des Körpers können diese Zustände lebensbedrohlich werden und bis zum Tod führen. Ein Bewusstseinsverlust in Verbindung mit Krämpfen ist ein ernstes Zeichen für eine schwere Dehydratation, die das zentrale Nervensystem beeinträchtigt – das muss als absolute Notsituation eingestuft werden. Unterschätze diese Risiken niemals: Jedes Jahr werden selbst erfahrene Wanderer davon überrascht, teils mit schwerwiegenden oder irreversiblen Folgen. Man neigt dazu, sich für unempfindlich zu halten – doch so etwas passiert keineswegs nur den anderen …
Wie schützt man sich vor Hitze und Sonne?
Sonnenstich und Hitzschlag vermeiden
Schütze deinen Kopf zuallererst mit einem Hut, Anglerhut, einer Kappe oder einem vergleichbaren Kopfschutz. Ergänze die Kopfbedeckung nach Möglichkeit mit einem leichten Tuch, das den Nacken abdeckt und über die Schultern fällt. Setze auf helle Kleidung, da sie die Infrarotstrahlung der Sonne weniger stark absorbiert – meide an Tagen mit starker Sonnenstrahlung ein rein schwarzes Outfit! Trage leichte, luftige Bekleidung, die für hohen Tragekomfort sorgt und deine Schrittbewegung nicht einschränkt. Vergiss schließlich weder deine Sonnenbrille noch eine wirksame Sonnencreme.
Ausreichend trinken: Schutz vor Hitze und Sonne beim Wandern
Trinke ausreichend Wasser und plane immer genügend Flüssigkeit für den Transport ein. Unterschätze niemals die Menge an Wasser, die du benötigen wirst. Denke daran: Je stärker du dehydriert bist, desto höher ist das Risiko eines Sonnenstichs.
Trinke vor dem Aufbruch reichlich und dann etwa alle 20 Minuten in kleinen Schlucken (jeweils 3 bis 5 Schlucke). Warte niemals, bis sich der Durst meldet. Nutze jede Möglichkeit unterwegs, um deine Trinkflasche natürlich mit Trinkwasser aufzufüllen.
Und jedes Mal, wenn du auf Wasser triffst (Quelle, Bachlauf, Brunnen …): Kühle dich ab! Befeuchte deinen Hut oder deine Kappe, feuchte den Stoff an Nacken, Rücken, Brust und Gesicht an. Und bei extremer Hitze, wenn es die Stelle erlaubt: Einfach komplett abtauchen! Eine hervorragende Lösung sind kleine Rucksäcke mit integrierter Trinkblase in der Tasche. Das mitgeführte Flüssigkeitsvolumen ist meist beachtlich. Zudem erleichtert das Mundstück das Trinken ungemein, oft ganz ohne Anhalten. Man stellt sogar fest, dass Wanderer mit einer solchen Ausrüstung deutlich regelmäßiger trinken.
Verzichte strikt auf alkoholische Getränke, da sie dem Körper zusätzlich Wasser entziehen. Greife stattdessen zu Sportgetränken oder leicht gesüßten bzw. leicht isotonischen Flüssigkeiten, um deinen Flüssigkeitshaushalt gezielt zu stabilisieren. Nutze jeden Schattenplatz konsequent für eine kurze Pause. Gibt es keinen Schatten, improvisiere mit Kleidungsstücken oder nutze deine Rettungsdecke als kleinen, belüfteten Sonnenschutz. Regelmäßige Pausen ermöglichen es dem Organismus, die Überhitzungsphase rechtzeitig zu unterbrechen.
Vermeide es nach Möglichkeit, in den heißesten Mittagsstunden unterwegs zu sein: Nutze lieber die Morgen- und Abendstunden, wenn es spürbar kühl ist. Du kannst deine Etappe früh am Morgen starten und anhalten, sobald du einen kühlen, schattigen Platz findest – ideal für eine Rast, eine Stärkung, zum Lesen oder um das Bergpanorama zu genießen, bevor du weitergehst, sobald es nicht mehr ganz so warm ist.
Was tun bei einem Sonnenstich oder Hitzschlag?
Man muss sich – ganz ohne Panikmache – darüber im Klaren sein, dass schnelles Handeln nötig ist, um kritische Zustände, neurologische Komplikationen oder Schlimmeres zu verhindern. Das oberste Ziel bleibt immer: die betroffene Person kontrolliert herunterzukühlen, da ihr Organismus die Thermoregulation nicht mehr selbst bewältigen kann.
Bringe die betroffene Person nach Möglichkeit an einen kühlen, gut belüfteten Ort und lagere sie flach. Kühle ihren Körper vorsichtig mit kühlem Wasser. Lass die Feuchtigkeit auf der Haut verdunsten und wiederhole den Vorgang beharrlich, bis die Körperkerntemperatur sinkt. Sorge für Flüssigkeitszufuhr, indem du ihr kühles, aber nicht eiskaltes Wasser zu trinken gibst. Verabreiche keine Medikamente.
Wähle in schweren Fällen umgehend den Notruf – wenn es dir nicht gelingt, die Person herunterzukühlen, oder wenn Zweifel an Folgeschäden bestehen. Vermeide vor allem einen Kälteschock durch zu abruptes oder extremes Kühlen: Du riskierst, die Lage zu verschlimmern und die Person in eine Unterkühlung zu treiben.
Denk immer daran: Es trifft nicht nur die anderen. Wer hatte nach zu viel Sonne nicht schon einmal dröhnende Kopfschmerzen? Ein Hitzschlag oder Sonnenstich kann jeden treffen und eine großartige Tour ruinieren. Halte dich an diese einfachen Grundregeln: Schütze dich vor Sonne sowie Hitze und trinke regelmäßig! Sei dir bewusst, dass ihr in der Gruppe Verantwortung füreinander tragt … behaltet euch gegenseitig im Blick und achtet auf frühe Warnsignale. Den eigenen Zustand schätzt man selten objektiv ein – genau deshalb ist gegenseitige Aufmerksamkeit beim Wandern mit Familie oder Freunden so entscheidend … für lang anhaltenden Berggenuss!