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Wanderung „Wracksucher" – Südliche Alpen in Digne-les-Bains

Wanderung „Wracksucher" – Südliche Alpen in Digne-les-Bains

17 Apr. 2014

Randonnée « chasseur d’épaves » – Alpes du sud à Digne-les-Bains
Was haben diese drei Film- und Comic-Titel gemeinsam: „Auf der Jagd nach dem grünen Diamanten", „Tim in Tibet" und „Malabar Princess"?

In jedem dieser Werke findet sich ein Flugzeugwrack, verloren im Dschungel oder in den unzugänglichsten Bergen. Wer hat nicht davon geträumt, ein Flugzeugwrack in den Bergen zu entdecken und in der Zeit zurückzureisen; zu suchen, wie es dorthin gelangte und herauszufinden, was sich ereignet hat.

Genau! Als Bergführer schlage ich euch einen Tag ungewöhnlicher Wanderung im Herzen des Geologischen Naturreservats der Haute-Provence vor. Kommt und spielt mit mir die Archäologen der Neuzeit, die Indiana Jones des 21. Jahrhunderts, ob als Familie, Gruppe oder Einzelperson – gemeinsam begeben wir uns auf die Suche nach noch beachtlichen Flugzeugüberresten.

Erkundungswanderung und Geschichte der Flugzeugwracks

Feldarbeit und Recherche während der Wanderung in den südlichen AlpenDer Reiz dieser Wanderung beschränkt sich nicht nur auf die Metallreste! Was den Forscher antreibt, ist neben der Entdeckung von Schätzen die Möglichkeit, in der Zeit zurückzureisen und die Geschichte dieser Wracks kennenzulernen.

Gemeinsam werden wir die Ereignisse rekonstruieren, und ich werde euch die zahlreichen Abenteuer schildern – hier ein kurzer Vorgeschmack auf 3 Wanderungen.

In der Umgebung von Digne-les-Bains, einem Luftkorridor zur Überquerung der Alpen, befinden sich zahlreiche Flugzeugwracks, und zu jedem gehört eine Geschichte.

• Der Jagdbomber „Thunderbolt P47"

Auf dem Grat des Siron zerschellt 1945 ein Jagdbomber (Kampfflugzeug) „Thunderbolt P47". Sein Pilot, Maître Marpaud, hatte zum Ziel, einen nagel­neuen Motor in der Umgebung des Luftwaffenstützpunkts Salon einzufliegen. Und in der Nähe von Digne-les-Bains beginnt der Motor zu stottern und stoppt mitten im Flug! Als einzige Möglichkeit bleibt ihm, das Flugzeug notgelandet auf einem Bergrücken aufzusetzen. Verletzt verbringt er die Nacht im Freien und muss Rechenschaft über ein neues, in einer Zone zerstörtes Flugzeug ablegen, wo er gar nicht hätte sein sollen…

Trotz der Plünderungen sind die Überreste des Flugzeugs noch beträchtlich. Neben dem Wrack werden wir im Verlauf dieser Wanderung die berühmte Ammoniten-Platte entdecken, deren Ruf weit über die Grenzen von Digne hinausgeht, da sich auch Japaner für sie interessiert haben. Außerdem werden wir das mittelalterliche Dorf Courbons erkunden. Genug, um die Kommentare auf dieser Tageswanderung mit 770 Höhenmetern Aufstieg und angenehmen Wegen abwechslungsreich zu gestalten.

• Der „Dakota C47" und die „Fliegende Festung B17"

[caption id="attachment_7122" align="alignleft" width="300"]Flügel des Dakota C47 Flügel des Dakota C47[/caption]

Auf dem Berg Cheval Blanc im Issole-Tal stürzen 1948 im Abstand von zwei Tagen ein „Dakota C47" und eine „Fliegende Festung B17" ab. Beim Nähern an das erste Wrack sind die Überreste zahlreich und der Aufprallpunkt noch sichtbar. Die Geschichte dieses Wracks ist leider weitaus dramatischer, vor allem da sich zwei Tage später der Absturz der B17 anschloss, die es überfliegen sollte.

Dieses Wrack ist eng mit der Geschichte verknüpft – der Geschichte der Menschen und ihres Lebens nach dem Zweiten Weltkrieg.

Auf über 2000 Metern in einem Massiv mit steilen Rinnen erfordert diese eher „anspruchsvolle" Route einen ganzen Wandertag in den Almwiesen abseits der Wege.

• Die Kollision der „Mirage 3"

Erst kürzlich, 1969, kollidierten zwei „Mirage 3" am Himmel über Digne – eine Erinnerung, die mir als Kind noch lebhaft präsent ist! Keine Sorge, beide Piloten kamen unverletzt davon. Echte Kerle, diese „Ritter des Himmels"! Einer von ihnen wurde sogar Leader der Patrouille de France.

Im Rahmen dieser zugänglicheren Wanderung lassen sich Wrackteile für eine halbtagige Erkundung mit maximal 300 Höhenmetern finden.

Es wird eher Forschungsarbeit sein als eine Wanderung an sich – aber deshalb nicht weniger fesselnd!

Aber warum sind in so kurzer Zeit so viele Flugzeuge abgestürzt? Unglückliche Umstände, Schicksal, Fehleinschätzung oder doch

[caption id="attachment_7121" align="alignleft" width="300"]Turbinenrotor einer Mirage 3 Turbinenrotor einer Mirage 3[/caption]

es handelt sich schlicht um besondere aerologische Bedingungen, die diese Unfälle verursacht haben. Leider wissen wir nicht viel mehr darüber. Das lässt Raum für Geheimnisse und Fantasie bei der Entdeckung dieser Wracks. Allerdings bieten diese Wetterbedingungen heute ein ideales Spielfeld für den Segelflug.

Für die Neugierigsten…

Die Wahl des Themas Flugzeugwracks erfolgte nach Feldforschungen, in den Archiven und bei Begegnungen mit verschiedenen Protagonisten. À la carte, ganz nach deinen Wünschen, kann ich dir noch so viele Geschichten erzählen, wie die des „Super Mystère B2" von Auzet, des „Paris-Saïgon" im Ubaye-Tal oder auch des „Piper" vom Berg Boules.

Kommt und spielt mit mir, ob als Familie, in der Gruppe oder allein, und bucht nach euren Wünschen eure Wanderung im Geologischen Naturreservat der Haute-Provence auf:

Bis bald, Joël Marteau

F.A.Q

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