Du brauchst Wanderstöcke, Stöcke für Nordic Walking oder fürs trailrunning, weißt aber nicht, worauf du bei der Auswahl achten sollst? Dieser praktische Leitfaden hilft dir, die richtigen Stöcke für deine nächsten Touren zu finden.
Aluminiumlegierung oder Carbon? Teleskop- oder Faltstöcke? Bei der großen Auswahl an Stöcken für Nordic Walking, trailrunning und Wandern ist die Entscheidung nicht immer leicht.
Um keinen Fehler zu machen und sicher die richtige Wahl zu treffen, ist es zunächst wichtig, sich gut über die verschiedenen Optionen, Besonderheiten und Eigenschaften zu informieren, die es gibt. Um dir bei deiner Überlegung zu helfen, haben wir ein kleines Merkblatt mit den wichtigsten Fragen und Punkten zusammengestellt, die dir bei der Wahl deiner Stöcke nützlich sein werden.
Wofür werde ich meine Stöcke nutzen?
Bevor du dich in den Kauf deiner Stöcke stürzt, solltest du dir zunächst überlegen, wofür du sie verwenden wirst. Hier sind die allerersten Fragen, die du dir stellen solltest:
- Für welche Aktivität brauchst du Stöcke? Das klingt selbstverständlich, ist aber eine wichtige Frage. Wanderstöcke unterscheiden sich von Stöcken für Nordic Walking und fürs trailrunning. Jede Sportart braucht passende Stöcke. Je nach deinen Ansprüchen, deinem Können und dem Gelände kannst du manche Stöcke allerdings für zwei verschiedene Aktivitäten verwenden.
Für jede Aktivität haben wir einen ausführlichen Leitfaden zusammengestellt. Unsere Tipps helfen dir, die richtigen Stöcke zum Wandern, fürs trailrunning oder für Nordic Walking zu wählen.
- Was ist mein Niveau? Ein Anfänger, der ab und zu am Sonntag auf wenig unebenem Gelände unterwegs ist, hat nicht die gleichen Anforderungen wie ein erfahrenerer Wanderer, der jede Woche aktiv ist und manchmal für mehrtägige Treks aufbricht. Dein Niveau und die Häufigkeit deiner Ausflüge bestimmen viele Dinge: die Wahl der Materialien, des Zubehörs und eine ganze Reihe von Faktoren, die den Endpreis beeinflussen. Das führt uns zur Frage des Budgets, die nicht lautet: „Wie viel bin ich bereit auszugeben?", sondern: „Wie viel muss ich ausgeben, um den Stock zu bekommen, der all meinen Bedürfnissen entspricht?".
- Wer wird meine Stöcke benutzen? Die Frage klingt vielleicht etwas seltsam, ist aber durchaus wichtig. Einziehbare, teleskopierbare oder verstellbare Faltstöcke kannst du problemlos verleihen, weil sich ihre Länge an die Körpergröße anderer Personen anpassen lässt. Wenn du nicht das ganze Jahr über regelmäßig unterwegs bist, aber in gute Stöcke investieren möchtest, kann die gemeinsame Nutzung ein Grund sein, etwas mehr auszugeben.
- In welchem Gelände und bei welchen Gelegenheiten werde ich die Stöcke nutzen? Die Antwort hilft dir vor allem bei der Wahl des Materials und des Packmechanismus. Plane möglichst vorausschauend: Wirst du auch bei Regen unterwegs sein? Willst du die Stöcke im Schnee nutzen? Planst du mehrtägige Treks, bei denen du die Stöcke über längere Strecken tragen musst, ohne sie zu benutzen? Diese Punkte solltest du klären, bevor du neue Stöcke für Nordic Walking, zum Wandern oder fürs trailrunning auswählst.
Nachdem du diese einleitenden Fragen beantwortet hast, kannst du zum Konkreten übergehen. Welche Legierung, welche Größe oder welches Klemmsystem soll es sein? Lass uns kurz gemeinsam die Merkmale dieser verschiedenen Elemente durchgehen.
Alustöcke oder Carbonstöcke: Welches Material für deine Stöcke wählen?
Bei der Wahl des Materials für den Stockkörper spielen mehrere Faktoren eine Rolle. Hier findest du die wichtigsten Punkte, die du prüfen solltest. Falls dir das nicht reicht, hilft dir unser ausführlicher Artikel dabei, zwischen Aluminium- und Carbonstöcken zu wählen.
- Die Aktivität, die du ausübst: Wie bereits erwähnt, hat jeder Sport seinen eigenen Stock. Je nach ausgeübter Aktivität ändert sich die ideale Zusammensetzung des Schafts.
- Beim Wandern wird häufig Aluminium verwendet. Es ist stabiler, widerstandsfähiger und langlebiger als Carbon. Aluminiumstöcke kannst du auch im Schnee einsetzen, etwa beim Ski- oder Schneeschuhwandern. Aluminium ist etwas schwerer als Carbon, bleibt aber leicht.
- Beim Nordic Walking empfiehlt sich Carbon. Es ist noch leichter als Aluminium und dämpft Schwingungen deutlich besser – ein wichtiger Faktor bei dieser Sportart. Je höher der Carbonanteil im Stockkörper, desto besser.
- Beim trailrunning sind Aluminium und Carbon beides gute Optionen. Entscheidend sind dein Können und deine Prioritäten. Wenn dir ein geringes Gewicht am wichtigsten ist, wähle Carbonstöcke fürs trailrunning. Schließlich ist trailrunning ein Laufsport: Je weniger Gewicht du trägst, desto leichter bist du unterwegs, desto schneller kommst du voran und desto später ermüdest du. Wenn du robustere Stöcke bevorzugst, die Stöße, Kälte und starke Belastungen besser vertragen, wähle Aluminium.
- Dein Können, das Gelände und der Einsatzbereich: Wie bei jeder Sportausrüstung gibt es auch bei der Wahl der Stöcke keine allgemeingültige Regel. Sie hängt von mehreren Faktoren ab, die von Person zu Person verschieden sind. Die zwei wichtigsten Unterschiede: Aluminium ist widerstandsfähiger, Carbon leichter. Wenn du bei jedem Wetter in steilem, unebenem Gelände unterwegs bist, kräftig gebaut bist und deine Stöcke stark belastest, wähle Aluminium. Wenn du eher lange Strecken mit wenigen Hindernissen oder Höhenmetern zurücklegst, deine Gelenke möglichst schonen und mit wenig Gewicht unterwegs sein willst, ist Carbon wahrscheinlich die bessere Wahl.
Teleskopstöcke, feste oder faltbare Stöcke: Welche wählen?
Einteilige oder mehrteilige, faltbare oder teleskopierbare, verstellbare oder feste Stöcke: Die Auswahl ist groß, und die Entscheidung fällt nicht immer leicht. Wir zeigen dir, welche Ausführung und welcher Packmechanismus am besten zu deiner Aktivität passen. Mehr dazu erfährst du auf unserer Seite über einteilige und mehrteilige, feste, teleskopierbare und faltbare Stöcke.
- Einteilig oder mehrteilig? Wanderstöcke können aus einem einzigen Segment oder aus mehreren Segmenten bestehen.
- Einteilige Stöcke: Beim Nordic Walking ist es unmöglich, ohne seine Stöcke zu praktizieren – man benutzt sie zwingend vom Anfang bis zum Ende der Tour. Man muss sie also nicht wirklich verstauen (und folglich weder falten noch einziehen) in seinem Rucksack. Das ist ein Pluspunkt, denn Nordic-Walking-Stöcke müssen einteilig sein. Warum? Weil einteilige Stöcke den kraftvollen und geradlinigen Schwung bieten, den der Geher braucht, und weil sie Vibrationen besser reduzieren als mehrteilige Stöcke. Der Schaft besteht daher aus einem einzigen Segment, und die Länge bleibt unveränderlich. Der Stock ist außerdem weniger anfällig, da seine Struktur weniger komplex ist.
- Mehrteilige Stöcke: Zum Wandern und fürs trailrunning eignen sich faltbare oder teleskopierbare Stöcke. Sie bestehen aus mehreren Segmenten, die sich zusammenstecken, auseinanderziehen oder ineinanderschieben lassen. Warum? Bei schwierigen Passagen oder auf flachen und leicht abfallenden Strecken – besonders beim trailrunning – musst du die Stöcke möglicherweise im Rucksack verstauen. Das geht nur mit mehrteiligen Modellen. Beim Wandern wirst du die Stocklänge außerdem oft unterwegs anpassen müssen, etwa am Hang, bergauf oder bergab. Dafür brauchst du verstellbare Teleskop- oder Faltstöcke.
- Faltbar oder teleskopierbar? Auch das Verstaususystem der mehrteiligen Stöcke sollte nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Es beeinflusst die Handhabung der Stöcke, aber auch ihr Gewicht und ihre Sperrigkeit.
- Teleskopstöcke: Diese werden am häufigsten beim Wandern eingesetzt. Ihre Länge ist zwingend verstellbar, was unerlässlich ist, um die Stöcke während der gesamten Wanderung auf der richtigen Höhe zu halten. Man kann sie auch beim Trail einsetzen, aber Achtung: Sie sind oft etwas schwerer als ihre faltbaren Pendants. Es gibt zwei Arten von Klemmsystemen für Teleskopstöcke: Schraub- oder Clipverschluss. Mit Clipverschluss stellt man die Stöcke schneller und handlicher ein – das System ist auch zuverlässiger, aber etwas teurer. Das Schraubsystem ist günstiger, aber weniger zuverlässig und deutlich unpraktischer.
- Faltstöcke: Dieser Packmechanismus ist besonders beim trailrunning beliebt, aber auch beim Wandern. Faltstöcke können jedoch empfindlicher sein als Teleskopstöcke – für manche Wanderer ist das ein Ausschlusskriterium. Sie lassen sich besonders schnell und einfach zusammenfalten und entfalten. Das spart vor allem bei einem Rennen Zeit. Meist sind sie auch leichter und kompakter als Teleskopstöcke. Je mehr Segmente sie haben, desto kleiner ist ihr Packmaß. Faltstöcke gibt es mit und ohne Längenverstellung. Wenn du die Stocklänge anpassen musst, achte darauf, ein verstellbares Modell zu wählen.
Welche Griffe wählen?
Sobald du die für deine Bedürfnisse am besten geeignete Legierung und das passende Verstaususystem gewählt hast, kannst du dich – wenn möglich – der Wahl des Griffes widmen. Auch wenn man sich an fast jeden Griff gewöhnen kann, riskiert ein Griff, der nicht zu deiner Körperform passt oder den du nicht bequem genug findest, auf Dauer Schmerzen zu verursachen. Und ein einfaches Unbehagen zu Beginn einer Tour kann sich sehr schnell zu einer erheblichen Beeinträchtigung entwickeln. Deshalb ist die Wahl des Griffes nicht nur eine Kleinigkeit.
Wir empfehlen dir, möglichst keine Griffe aus Kunststoff oder Gummi zu wählen. Sie sind starr und fördern das Schwitzen. Handschuhe können dagegen helfen, halten deine Hände aber möglicherweise zu warm. Griffe aus Kork oder Schaumstoff sind ergonomischer, bequemer und schweißhemmend. Außerdem sind sie widerstandsfähiger und langlebiger.
Welche Schlaufen wählen?
Die Wahl der Schlaufen geht recht schnell. Beim Wandern reicht eine einfache Schlaufe, für mehr Komfort kannst du eine gepolsterte wählen. Beim Nordic Walking ist eine Handschlaufe vom Typ Gauntlet unerlässlich, die du um Handgelenk und Daumen legst, ähnlich wie beim Anziehen eines Fausthandschuhs. Wenn die Schlaufe abnehmbar ist, ist das noch besser. So kannst du dich leichter vom Stock lösen, um beispielsweise deine Trinkflasche zu greifen. Beim Trail können die Schlaufen sowohl einfach als auch gauntletartig sein. Mit einfachen Schlaufen kannst du deine Hand an verschiedenen Positionen platzieren, zum Beispiel am Pommel oder unterhalb des Griffes. Gauntlet-Schlaufen ermöglichen mehr Entspannung. Es liegt an dir zu entscheiden, welcher Schlaufentyp am besten zu dir passt.
Welche Spitzen wählen?
Die Spitze ist eines der wichtigsten Teile deiner Stöcke: Sie ist der einzige Kontaktpunkt zwischen Stock und Boden. Von ihr hängen die Bodenhaftung und damit auch ein Teil deiner Stabilität ab. Spitzen bestehen meist aus Stahl, können aber auch aus Wolframcarbid gefertigt sein. Dieses Material ist deutlich widerstandsfähiger und damit langlebiger als Stahl. Der Anschaffungspreis ist höher. Wenn du deine Stöcke jedoch öfter als alle zwei Monate benutzt, machen sich Wolframspitzen schnell bezahlt.
Es ist auch möglich, deine Spitzen mit austauschbaren Aufsätzen zu versehen, die je nach Gelände oder Aktivität variieren. Beim Nordic Walking zum Beispiel verwendet man abgeschrägte Aufsätze, die spezifisch für diesen Sport sind und aus Gummi oder besser aus Karbid bestehen können. Oder wenn du den Lärm dämpfen möchtest, der durch das Aufprallen deiner Spitzen auf dem Asphalt entsteht (und gleichzeitig deine Spitzen schonen möchtest), kannst du einen Kunststoffaufsatz hinzufügen.
Schließlich sind auch die Teller je nach Aktivität und Gelände austauschbar. Wenn du in der Sommersaison wandern gehst, verwendest du kleine Teller, die sogenannten „Sommerteller". Wenn du mit Schneeschuhen wandern oder Skitouren machen möchtest, musst du sie gegen „Winterteller" austauschen. Diese sind breiter und verhindern, dass deine Stöcke zu tief in den Schnee einsinken.
Welche Größe wählen?
Jetzt bist du dir sicher: Du weißt, welcher Stock zu dir passt! Du hast alle Optionen geprüft und dich entschieden, welchen Stock du kaufen möchtest. Nun fehlt nur noch der letzte Schritt: die richtige Stocklänge wählen! Das ist einfach. Multipliziere deine Körpergröße in Zentimetern mit 0,68, um einen Richtwert für die ideale Stocklänge zu erhalten. Prüfe anschließend am Stock selbst, ob die Länge stimmt. Trage dazu die Schuhe, die du auch mit den Stöcken verwenden wirst. Stell dich aufrecht hin und halte einen Stock senkrecht zum Boden. Bei der richtigen Länge bilden dein Ellbogen und dein Unterarm einen rechten Winkel von 90°.