In diesem Beitrag geben wir euch alle nötigen Tipps, um eure Wanderstöcke richtig auszuwählen, damit ihr das Beste aus euren Bergtouren herausholen könnt.

Um eure Alpin- oder Bergtouren sicher und in vollen Zügen zu genießen, ist die Verwendung von Wanderstöcken sehr empfehlenswert. Sie bieten dem Wanderer mehr Gleichgewicht und Stabilität, also mehr Sicherheit, ermöglichen eine bessere Körperhaltung, weniger schnelle Ermüdung, mehr Ausdauer und damit mehr Leistungsstärke. All das ist jedoch nur möglich, wenn die gewählten Stöcke auf das Wandern und den Wanderer abgestimmt sind, der sie nutzt.
Welches Material soll man für seine Stöcke wählen? Welchen Griff? Wie wählt man das Arretier- oder Aufbewahrungssystem? In den folgenden Abschnitten versuchen wir, euch bei der Wahl eurer künftigen Wanderstöcke zu begleiten.
Die Segmente der Wanderstöcke
Im Gegensatz zum Nordic Walking empfiehlt es sich beim Wandern, verstellbare Mehrsegment-Stöcke zu verwenden. Beim Nordic Walking wird meistens auf flachem, wenig steilem Gelände gegangen, beim Wandern hingegen können sich Geländeform und Untergrundtyp während derselben Tour ändern. Deshalb werdet ihr eure Stöcke nicht ständig benötigen und müsst deren Höhe regelmäßig anpassen. Es gibt zwei Hauptaufbewahrungssysteme für Wanderstöcke, die jeweils in zwei Kategorien unterteilt sind.
- Teleskopstöcke: Sie bestehen üblicherweise aus zwei oder drei Segmenten, die ineinander gleiten. Im eingezogenen Zustand sind die Segmente vollständig ineinander verschachtelt. Um die Stöcke auszufahren, lässt man sie bis zur gewünschten Länge gleiten und schraubt oder rastet sie dann ein. Sie sind stets verstellbar, doch das Arretiersystem kann zwei Varianten haben:
- Teleskopstöcke mit Schraubsystem: Der Wanderer muss die Segmente zusammenschrauben, wenn die gewünschte Länge erreicht ist; zum Einklappen genügt es, sie aufzudrehen. Dies ist das älteste, verbreitetste und günstigste System. Allerdings kann es vorkommen, dass sich die Länge während der Nutzung plötzlich verstellt, was sehr überraschend und sogar gefährlich sein kann. Wenn der Wanderer seine Stöcke zu fest anzieht, um dieses Phänomen zu vermeiden, können sie sehr schwer zu lösen sein, was ebenfalls problematisch ist. Fazit: Das Schraubsystem ist eher für gelegentliche Sonntagswanderer geeignet, die auf einfachem Terrain oder bei Spaziergängen unterwegs sind.
- Teleskopstöcke mit Klicksystem: Der Wanderer lässt die Segmente ineinander gleiten und rastet sie auf der gewünschten Länge ein. Die Arretierung ist damit effizient, schnell und sicher. Es ist ein moderneres, zuverlässigeres System, dem gegenüber seinem Vorgänger klar der Vorzug zu geben ist. Entsprechend ist es etwas teurer, wird aber dringend empfohlen für Wanderer, die ein Teleskop-Aufbewahrungssystem bevorzugen, regelmäßig unterwegs sind und stark auf ihre Stöcke stützen.
- Faltbare Stöcke oder Klappstöcke: In der Regel aus mindestens drei Segmenten bestehend, gleiten sie nicht ineinander, sondern werden voneinander gelöst und nach einem Z-Faltsystem zusammengelegt, dann ineinander gesteckt, wenn sie ausgefahren sind. Sie sind durch eine verstärkte Schnur verbunden, die sie zusammenhält, wenn sie getrennt sind. Dieses System ist deutlich schneller als das Teleskopmechanismus. Zudem sind Klappstöcke auch einfacher zu falten und auszufahren. Sie sind daher handlicher, oft leichter, widerstandsfähiger und einmal zusammengeklappt weniger sperrig (besonders bei mehr als drei Segmenten). Achtung: Es gibt zwei Varianten, und der Unterschied ist entscheidend.
- Faltbare nicht verstellbare Stöcke: Es gibt faltbare Stöcke, deren Länge nicht anpassbar ist. Diese eignen sich hauptsächlich für Wanderungen auf flachem und einfachem Gelände ohne große Höhenunterschiede. Es ist ehrlich gesagt etwas schade, in solche Stöcke für diese Art von Wanderung zu investieren.
- Faltbare verstellbare Stöcke: Sie vereinen alle Vorteile der einziehbaren Stöcke ohne deren Nachteile. Sie sind stabil, leicht, kompakt, handlich und einfach zu bedienen.
Die Zusammensetzung des Schafts
Bei Wanderstöcken fällt die Materialwahl hauptsächlich zwischen zwei Werkstoffen: Carbon und Aluminium. Beide Optionen sind ausgezeichnet – schauen wir uns kurz die Eigenschaften an, die sie unterscheiden.
- Wanderstöcke aus Aluminium: Dies ist die häufigste und günstigste Wahl. Sie sind stabil, langlebig, leicht und vielseitig, da sie sich auch sehr gut für Ski- oder Schneeschuhtouren eignen.
- Wanderstöcke aus Carbon: Aus einer Legierung aus Glasfaser und Carbon in unterschiedlichen Anteilen bestehend, sind sie ultraleicht und haben einen Vorteil gegenüber Aluminiumstöcken: Sie absorbieren Vibrationen, was die Gelenke schont. Allerdings sind sie etwas zerbrechlicher und teurer.

Die Schlaufen
Beim Wandern genügen einfache Schlaufen, die um das Handgelenk gelegt werden, da der Wanderer seine Stöcke nicht loslassen muss wie beim Nordic Walking. Es gibt Standard-Schlaufen aus einer einfachen verstellbaren Schlinge sowie gepolsterte Schlaufen für mehr Komfort. Ergonomischer, sind sie für lange Wanderungen vorzuziehen, da sie das Risiko von Irritationen oder gar Blasen reduzieren.
Die Griffe
Bei Wanderstöcken habt ihr die Wahl zwischen vier Griffarten:
- Kunststoffgriffe: Sie haben lediglich den Vorteil, günstig zu sein. Kunststoff lässt die Hände schwitzen, was den Griff verschlechtert, und es ist ein steifes Material, dem es an Komfort mangelt. Allerdings sind sie leicht und können für kurze, gelegentliche Wanderungen ausreichen.
- Gummigriffe: Etwas bequemer als Kunststoffgriffe, eignen sie sich für längere Wanderungen. Achtung: Obwohl der Kaufpreis niedrig ist, sind sie nicht langlebig und neigen dazu, sich schnell zu verschlechtern, wenn sie Sonneneinstrahlung oder tiefen Temperaturen ausgesetzt sind.
- Schaumstoffgriffe: ultraleicht, bequem, nehmen Schweiß gut auf, neigen jedoch dazu, sich mit der Zeit abzunutzen.
- Korkgriffe: Minimal schwerer als Schaumstoffgriffe, bleiben sie dennoch leicht, sind langlebiger (als Naturmaterial) und bieten ein gutes Schweißableitungssystem, das Feuchtigkeit verhindert. Außerdem haben sie den Vorteil, Vibrationen zu absorbieren.
Die Spitzen
Als Verbindungselement zwischen euren Stöcken und dem Boden ist die Wahl der Spitzen sehr wichtig, aber auch verhältnismäßig einfach. Die Wahl besteht meist nur zwischen klassischen Stahlspitzen und Wolframkarbidspitzen. Die ersteren sind weniger widerstandsfähig als die letzteren und neigen dazu, deutlich schneller zu verschleißen. Daher empfehlen wir, wenn möglich, Wolframspitzen zu wählen. Sie sind langlebiger und bieten im Vergleich zu ihren Pendants aus Stahl länger einen besseren Grip, was ihren höheren Preis klar rechtfertigt.
Die Aufsätze und Teller
Es ist jederzeit möglich, einen abnehmbaren Aufsatz auf eure Spitzen zu stecken, je nach Untergrund auf dem ihr unterwegs seid. Auf Asphalt zum Beispiel dämpfen sie den Lärm und den Aufprall zwischen Spitze und Belag und schützen die Spitze dabei gleich mit. Auch die Teller sind austauschbar: Wenn ihr auf verschneitem Untergrund unterwegs seid, solltet ihr eure „Sommerteller" durch breitere Teller ersetzen, die sogenannten „Winterteller".