Gut ausgewählte und richtig eingestellte Wanderstöcke helfen dir, deine Touren im alpinen Gelände und in den Bergen bestmöglich zu genießen. Sehen wir uns ihre wichtigsten Eigenschaften an.
Anders als Stöcke beim Nordic Walking sind Wanderstöcke für diese Outdoor-Aktivität nicht unverzichtbar. Sie können deine Touren aber deutlich erleichtern und angenehmer machen. Auf langen Strecken oder in steilem Gelände mit Hindernissen, an Hängen oder bei Querungen helfen dir Wanderstöcke – vorausgesetzt, du wählst sie richtig aus und setzt sie richtig ein.
Stöcke gehören zur Grundausrüstung beim Wandern. Wie bei Schuhen entscheidet ihre Qualität mit darüber, wie gut deine Tour verläuft und wie du dich danach fühlst. Wanderstöcke beziehen fast alle Muskeln des Körpers in die Bewegung ein und entlasten dadurch Oberschenkel und Beine. Bei gleicher Anstrengung und Dauer verteilen sich Belastung und Gewicht – besonders mit einem Rucksack – auf den ganzen Körper. Wer mit Stöcken wandert, ermüdet weniger, schont die Gelenke, vor allem die Knie, und senkt das Verletzungsrisiko. Das gilt langfristig und unmittelbar: Mehr Stabilität hilft, Stürze und Ausrutscher zu vermeiden.
Vom Material über die Länge bis zum Packmechanismus: Entdecken wir gemeinsam alles Wissenswerte über Wanderstöcke!
Wozu Wanderstöcke gut sind
Mehr Gleichgewicht und Sicherheit, eine bessere Körperhaltung und Ausdauer, ein geringeres Verletzungsrisiko und weniger Muskelermüdung in den Beinen – dazu Entlastung für unteren Rücken und Gelenke: Wanderstöcke bieten viele Vorteile. Mit ihnen kannst du schneller und weiter gehen und länger durchhalten. Damit du davon profitierst, musst du deine Wanderstöcke richtig auswählen: passend zu deiner Aktivität, deinem Können und deinen Bedürfnissen. Hast du die richtigen Stöcke gewählt und eingestellt, kannst du leistungsstärker sein.
Wie stellt man Wanderstöcke richtig ein?
Beim Nordic Walking werden meist einteilige Stöcke mit fester Länge bevorzugt: Sie halten Vibrationen gering und sind möglichst leicht. Beim Wandern musst du dagegen die Länge anpassen und die Stöcke platzsparend im Rucksack verstauen können. Dafür eignen sich mehrteilige Stöcke – teleskopierbare oder verstellbare faltbare Modelle.
Wenn du dich für verstellbare Stöcke entscheidest, die mit einem Einstellsystem ausgestattet sind, um die Rohrlänge an das Gelände anzupassen, kannst du die Stocklänge verändern, um ein Hindernis zu überwinden, sie beim Aufstieg verkürzen, beim Abstieg verlängern und bei Hangquerungen die Höhe jedes Stocks individuell anpassen.
Teleskopierbare oder faltbare Wanderstöcke
Beim Wandern sind Stöcke aus mehreren Segmenten sinnvoll: Du kannst sie im Rucksack verstauen, etwa auf schwierigen Passagen, auf flachem, einfachem Gelände oder bei langen Trekkingtouren, auf denen du sie nicht ständig brauchst. Bei mehrteiligen Stöcken gibt es zwei wichtige Packmechanismen: teleskopierbar oder faltbar.
- Teleskopstöcke: Sie bestehen in der Regel aus zwei oder drei Segmenten und unterteilen sich in zwei Systeme: Drehverschluss oder Klemmverschluss.
- Teleskopstöcke mit Drehverschluss: Die Längeneinstellung erfolgt über ein Schiebesystem, bei dem die Segmente ineinandergreifen und durch Drehen fixiert werden. Dies ist das älteste System, zugleich das preiswerteste und weit verbreitet. Beachte, dass sich die Segmente während des Gehens lockern oder verkanten können, was das Lösen erschwert.
- Teleskopstöcke mit Klemmverschluss: Sie nutzen dasselbe Schiebeprinzip wie Modelle mit Drehverschluss, die Segmente werden jedoch über Außenklemmen fixiert. Sie sind zuverlässiger, einfacher und schneller zu bedienen als ihre Vorgänger, kosten nur unwesentlich mehr und weisen die genannten Nachteile nicht auf.
- Faltstöcke, auch zerlegbare Stöcke genannt: Sie sind kompakter, robuster und leichter als Teleskopstöcke. Ihre Segmente werden nicht ineinandergeschoben, sondern zusammengesteckt. Sie lassen sich noch einfacher und schneller aufbauen als Teleskopstöcke mit Klemmverschluss und sind deshalb handlicher und platzsparender. Die durch eine verstärkte Schnur verbundenen Segmente lassen sich lösen und Z-förmig zusammenfalten. Achte bei der Wahl darauf: Viele zerlegbare Stöcke sind nicht längenverstellbar. Wenn du die Länge deiner Stöcke anpassen möchtest – was wir fürs Wandern dringend empfehlen –, wähle faltbare und verstellbare Modelle.
Welche Größe beim Wanderstock?
Damit Wanderstöcke bequem und sicher sind und du ihre Vorteile nutzen kannst, muss ihre Länge richtig eingestellt sein. Beim Wandern, Nordic Walking und Trailrunning ist die funktionale Methode zur Ermittlung der Stocklänge nahezu gleich: Zieh deine Wanderschuhe an, stell dich auf ebenem Untergrund aufrecht hin und halte den Stock senkrecht zum Boden. Unterarm und Oberarm sollten dabei einen rechten Winkel bilden. Genau deshalb muss sich die Länge für Abstiege, Anstiege und Hangquerungen verstellen lassen. Mit verstellbaren Stöcken kannst du den 90-Grad-Winkel unter allen Bedingungen beibehalten.
Wanderstöcke aus Carbon oder Aluminium
Ein weiteres wichtiges Kriterium bei der Wahl deiner Wanderstöcke ist das Material des Schafts. Aluminium oder Carbon? Die Entscheidung fällt hauptsächlich zwischen diesen beiden Materialien und verdient genaue Überlegung. Manchmal besteht der Schaft aus einem Materialmix mit Glasfaser. Das gilt besonders für Carbonschäfte, die tatsächlich aus einem Verbund von Glasfaser, Carbonfaser und Harz hergestellt werden. Sehen wir uns die beiden Kategorien genauer an.
- Wanderstöcke aus Aluminium: Sie sind beim Wandern am weitesten verbreitet und stellen zugleich die wirtschaftlichste Lösung dar. Besonders robust, sind sie langlebig, zuverlässig und recht leicht. Aluminium bricht fast nie; es kann sich verbiegen, bricht aber selten. Eine hervorragende Wahl für den Einstieg.
- Wanderstöcke aus Carbon: Wanderstöcke können auch aus einem Verbund mit unterschiedlich hohem Carbonfaseranteil bestehen. Carbon ist ultraleicht und damit leichter als Aluminium, allerdings auch etwas empfindlicher. Es dämpft Vibrationen besser und schont so die Gelenke. Das erklärt unter anderem den höheren Preis.
Teleskopstöcke: Vielseitiger Einsatz in jedem Gelände und zu jeder Jahreszeit
Dank moderner Fertigungstechniken kannst du deine Wanderstöcke länger und über mehrere Jahreszeiten hinweg nutzen. Das zeigt sich besonders bei Teleskopstöcken: Sie eignen sich sowohl für Bergtouren bei gutem Wetter als auch für verschneites Gelände im Winter.
Dieselben Teleskopstöcke kannst du für Sommerwanderungen und für Ski- oder Schneeschuhwanderungen nutzen. Anpassen musst du die austauschbaren Stockteller an Sportart und Gelände. Kleine „Sommerteller“ nutzt du bei gutem Wetter. Große Teller verhindern im Schnee, dass die Stöcke zu tief einsinken. Auch die Aufsätze lassen sich je nach Untergrund wechseln. Sie schützen zudem die Stockspitzen, etwa auf Asphalt, dämpfen Stöße und verbessern die Bodenhaftung.
Zum Thema Haltbarkeit noch ein Tipp: Wähle nach Möglichkeit Spitzen aus Wolframkarbid. Sie halten länger und sind widerstandsfähiger als Stahlspitzen, kosten aber auch mehr. Wenn du die Wahl hast, sind Korkgriffe langlebiger als Schaumstoffgriffe und deutlich angenehmer als Griffe aus Gummi oder Kunststoff.