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Wasserversorgung beim Wandern: der Leitfaden

Wasserversorgung beim Wandern: der Leitfaden

17 May. 2016

Approvisionnement en eau en randonnée : le guide

Die Wasserversorgung beim Wandern kann auf Dauer schnell zum Problem werden – besonders bei vollständiger Eigenversorgung oder mit wenigen Versorgungspunkten auf der Strecke. Da die Hydratation des Wanderers entscheidend ist, sollte man diesen Punkt nicht vernachlässigen und ihn vorab genau prüfen. Du musst auch bestens über die Risiken von Kontaminationen durch in der Natur gefundenes Wasser informiert sein und natürlich geeignete Mittel dabei haben, um dieses Wasser trinkbar zu machen. Hier ist ein umfassender Leitfaden, der dir hilft, überall und unter allen Bedingungen sauberes Wasser zu konsumieren.

Wasserversorgung beim Wandern

Nicht alles Wasser, das man in der Natur findet, ist trinkbar – bei weitem nicht. Selbst das klarste Wasser kann stromaufwärts kontaminiert worden sein. Bedenke: 99 % der kontaminierenden Stoffe im Wasser sind mit dem bloßen Auge unsichtbar. Betrachte es daher in jedem Fall als nicht trinkbar und behandle es, um es für deinen Körper sicher zu machen!

Wasserversorgung beim Wandern: Wo Wasser entnehmen?

Auch wenn das in der Natur gefundene Wasser als unrein betrachtet werden sollte, musst du es dennoch nach einigen einfachen und gesunden Kriterien auswählen, um die gravierendsten Probleme zu vermeiden:

  • Vermeide unbedingt jedes stehende Gewässer: Schädliche Mikroorganismen und Viren wimmeln dort in ganzen Kolonien und kein Mittel wird vollständig wirksam sein, um sie vollständig zu beseitigen.
  • Das klarste Wasser wählen: Das ist keine Garantie für einwandfreie Qualität, aber es reduziert den Filtrationsbedarf erheblich und zeugt von einer gewissen Zuverlässigkeit.
  • Wasser immer stromaufwärts (oberhalb) und so weit wie möglich von menschlichen Aktivitäten oder Viehzucht entnehmen: Das vermeidet zahlreiche Kontaminationen.

Sobald deine Flasche voll ist: Falls das Wasser noch sichtbare Partikel enthält (Sand, Steinchen, Schlamm…), lass es dekantieren, bis sich die suspendierten Partikel am Boden des Behälters absetzen. Danach kannst du das Wasser durch ein Halstuch, ein T-Shirt oder einen Kaffeefilter vorfiltern. Je mehr Partikel das Wasser enthält, desto schwieriger wird das Filtern und Aufbereiten.

Wasserversorgung beim Wandern

Welche Schadstoffe kannst du im in der Natur entnommenen Wasser antreffen?

Es gibt grob gesagt 3 große Familien von Schadstoffen im Wasser: biologische, chemische und radiologische Schadstoffe.

Die biologischen Schadstoffe:

Sie sind in der freien Natur a priori am häufigsten. Es gibt verschiedene Arten davon.

  • Protozoäre Parasiten: Das sind Mikroorganismen oft tierischen oder menschlichen Ursprungs, die auf dem fäkal-oralen Weg übertragen werden.
  • Die Bakterien Salmonella, Coliforme oder Escherichia coli (bzw. E. coli) sind in Wasser vorhanden, das stromaufwärts durch tierische oder menschliche Ausscheidungen kontaminiert wurde.
  • Bestimmte Wässer können auch Viren enthalten (Hepatitis A oder E, Legionellose, Dengue…), die nur darauf warten, auf einen vorbeikommenden Menschen überzuspringen.

Die chemischen Schadstoffe:

Flussabwärts von menschlichen Aktivitäten (Industrie, Landwirtschaft…) vorhanden, aber auch bei Luftkontamination durch chemikalienbelasteten Regen oder bei einem Unfall, können sogenannte chemische Schadstoffe wie Pestizide, Nitrate oder Schwermetalle in natürlichen Gewässern vorkommen. Im Gebirge kann das Wasser auch zu stark mit Mineralien (selbst natürlichen) belastet sein und somit bei wiederholtem Konsum für den menschlichen Körper toxisch werden.

Die radiologischen Schadstoffe:

Sie sind seltener, aber nicht zu vernachlässigen. Natürlich sind Gebiete wie Tschernobyl oder Fukushima mit einer hohen Konzentration an radiologischen Schadstoffen in natürlichen Gewässern belastet. Aber es ist nicht selten, auch anderswo mehr oder weniger bedeutende Spuren davon zu finden.

Die Risiken im Zusammenhang mit dem Wasserkonsum hängen natürlich von Land zu Land ab. Es ist notwendig, sich über die hygienischen Bedingungen und die wasserbezogenen Gefahren im Reiseland zu informieren.

Man muss dennoch verstehen, dass der Konsum von chemisch und/oder radiologisch kontaminiertem Wasser zwar hochgiftig ist, aber sehr oft nur bei regelmäßigem Konsum. Ein gelegentlicher Konsum ist weniger gefährlich. Hingegen birgt das Trinken von biologisch kontaminiertem Wasser (durch Bakterien, Protozoen oder Viren) ein unmittelbares Risiko, sogar eine unmittelbare Gefahr. Ein einziger Schluck kann ausreichen, um krank zu werden…

Im Ausland solltest du dich auch vor dem Rat eines Einheimischen hüten, der dir sagt, ein Wasser sei trinkbar. Es kommt vor, dass Bevölkerungen eine Gewöhnung an ein Wasser entwickelt haben, während du mit nur einem Becher krank werden könntest, weil dein Organismus gegen die darin enthaltenen Schadstoffe nicht geschützt ist!

Wasserversorgung beim Wandern

Wasserversorgung beim Wandern: Methoden zur Wasseraufbereitung

Eine der wirksamsten Methoden zur Dekontamination von Wasser ist, es schlicht und einfach abzukochen. Die große Mehrheit der biologischen Schadstoffe im Wasser wird nach einer Minute bei 100 °C abgetötet. Man sollte etwa fünf Minuten bei 85 °C Wassertemperatur auf etwa 4000 Metern Höhe und 30 Minuten bei 70 °C auf 8000 Metern Höhe einplanen!

Diese altbewährte Methode ist sicher und beseitigt Viren und pathogene Mikroorganismen im Wasser. Das Verfahren hat den Vorteil, einfach und sehr wirksam gegen biologische Schadstoffe zu sein; es ist jedoch sehr zeitaufwendig, verbraucht viel Brennstoff und ist gegen feste Partikel und chemische Schadstoffe wirkungslos. Ein weiterer Aspekt, den man nicht vernachlässigen sollte: Außer für eine Suppe oder ein warmes gefriergetrocknetes Gericht musst du warten, bevor du dein Wasser trinken kannst, da es viel zu warm sein wird. Außerdem verändert das Kochen manchmal den Geschmack des Wassers.

Wasser filtern

Du kannst Wasser sehr einfach mit einem einfachen Kaffeefilter oder einem Spezialfilter filtern. Die meisten heute erhältlichen Filter haben Poren, deren Größe zwischen 0,1 und 0,3 Mikron liegt (= 1 Millionstel Meter). Je kleiner die Poren des Filters, desto wirksamer ist er gegen Partikel und Mikroorganismen, aber desto länger dauert die Filtration.

Man muss jedoch beachten, dass ein Filter gegen Viren vollständig wirkungslos ist. Weiter unten werden wir sehen, wie man gegen sie vorgeht.

Die im Handel erhältlichen Filter unterscheiden sich je nach Material:

  • Keramikfilter: Die Poren von Keramikfiltern messen in der Regel zwischen 0,1 und 0,15 Mikron, was sie zu äußerst effektiven Filtern macht. Die Qualitäten des Keramikfilters und seine hohe Lebensdauer machen ihn zu einer sehr verbreiteten Wahl bei Wanderern und anderen Outdoor-Enthusiasten.
  • Keramikfilter mit Kohlekern: Die Hinzufügung eines Kohlekerns zum traditionellen Keramikfilter erhöht dessen Filtrationskapazität, indem er bestimmte chemische Verbindungen wie Chlor, Jod, Herbizide, Pestizide und bestimmte Schwermetalle zurückhält. Ein weiterer Vorteil des Kohlekerns ist die Beseitigung des schlechten chlorigen und jodigen Wassergeschmacks durch das Binden dieser Substanzen.
  • Glasfaserfilter: Eine Rückhaltekapazität und Filtrationsqualität vergleichbar mit dem Keramikfilter, jedoch mit deutlich geringerer Lebensdauer und insgesamt recht empfindlicher Robustheit.

Die meisten Filtrationslösungen sind mit einer Pumpe ausgestattet, die den Wasserdurchfluss beschleunigt, manchmal aber etwas körperlichen Einsatz erfordert. Einige funktionieren durch Schwerkraft oder Ansaugen, sind aber langsamer. Viele Filter sind auf einer Pipette montiert oder direkt an eine Flasche oder einen Trinkbeutel angeschlossen. Auch hier gilt: Je feiner die Poren, desto schwieriger und langsamer das Ansaugen.

Die Reinigungstabletten:

Wasserreinigungstabletten sind praktisch, wirksam und einfach anzuwenden. Zudem machen ihr geringes Gewicht und ihr günstiger Preis sie zu einem Must für jeden Wanderer. Unabhängig von der Marke eliminieren sie zuverlässig Bakterien und Viren und sind heute in allen Outdoor-Aktivitäten weit verbreitet. Der Reinigungsprozess ist jedoch recht langwierig: zwischen 30 Minuten und 2 Stunden je nach Tablettentyp und Wasserklarheit. Oft nimmt das Wasser einen recht speziellen Geschmack an (den du aber durch einen Energiegel, eine Pfefferminztablette oder einen Teebeutel korrigieren kannst). Leider sind die Tabletten gegen feste Partikel und chemische Schadstoffe eher unwirksam.

Die klassischen Desinfektionsmittel:

Chlor, Bleiche oder Jod können ebenfalls zur Wasseraufbereitung verwendet werden; diese Produkte erfordern jedoch eine genaue Dosierung und müssen mindestens 30 Minuten einwirken, um wirksam und nicht toxisch zu sein. Sie werden vor allem zur Aufbereitung großer Wassermengen eingesetzt (Kanister, Camping-Fahrzeugtank…), sind aber für den Einzelkonsum wenig geeignet.

Der UV-Stift

Das Gerät entspricht einem Stift, den man in den Wasserbehälter taucht und der pathogene Mikroorganismen neutralisiert. Das System ist sehr leicht, kompakt, schnell zu bedienen und zuverlässig. Der UV-Stift benötigt jedoch Batterien und ist trotz allem recht teuer und sehr empfindlich.

Es gibt leider kein perfektes und zu 100 % wirksames System, unabhängig davon, wo man sich befindet. Dennoch sollte man sich merken, dass jedes Wasser, das man trinkt, mindestens gefiltert und anschließend gereinigt werden muss. Wenn du eine saubere Wasserquelle wählst, die recht klares Wasser liefert, es durch einen echten Filter filterst und mit einer Tablette aufbereitest, schließt du 99 % der Risiken aus.

Es ist zwar empfohlen, das Trinkwasser zu filtern und zu reinigen, aber es ist genauso wichtig, sauberes Wasser zum Kochen oder Zähneputzen zu verwenden. Beim Waschen und Baden solltest du darauf achten, offene Wunden und Verletzungen nicht mit dem Wasser in Kontakt zu bringen, und vermeide es, den Kopf unter Wasser zu tauchen. Besonders vorsichtig musst du sein, wenn du dich in einem Fluss wäschst, wo selbst die kleinste Wunde sich infizieren kann.

Deine Wasserversorgung beim Wandern ist gesichert, wenn du unsere Ratschläge befolgst und dich mit den notwendigen Mitteln ausrüstest, um sauberes Wasser zu gewährleisten. Man sollte sich nicht zu sehr über die möglichen Risiken aufregen, sondern diese Problematik ernst und mit Vorsicht angehen. Das Filtern und Reinigen deines Wassers bewahrt dich vor den wesentlichen Kontaminationsproblemen und du kannst dich voll auf den Spaß deines Treks oder deiner Wanderung konzentrieren!

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