Der Kompass – dieses allen bekannte Instrument – ermöglicht es, schnell die Richtung des Nordens zu bestimmen. Es gibt auch weitere, weniger bekannte Anwendungen beim Wandern. Um nichts zu vergessen, bieten wir in diesem Artikel eine vollständige Übersicht zur Nutzung des Kompasses.
Vorstellung des Instruments
Beim Wandern und zur Orientierung findest du auf deinem Kompass die berühmte rote Nadel, die dir anzeigt, in welche Richtung der Norden liegt – aber nicht nur das.
Auf deinem Plattenkompass findest du:
- Ein Maßstab passend zu deiner Karte im Maßstab 1:25.000 oder 1:50.000
- Ein Peilpfeil
- Eine drehbare Kompassrose
All diese Elemente ermöglichen eine vollständige Nutzung des Kompasses und damit eine einfache Orientierung im Gelände.
Die verschiedenen Anwendungen des Kompasses
Die klassische Anwendung: die Karte ausrichten
Die bekannteste und offensichtlichste Anwendung: Mit dem Kompass lässt sich die Karte ausrichten und die Richtung bestimmen, in die man aufbrechen muss. Bekanntlich sind alle Karten nach Norden ausgerichtet – mithilfe des Kompasses lässt sich der Norden identifizieren und die Karte so ausrichten, dass klar wird, in welche Richtung man gehen muss, um sein Ziel zu erreichen.Dazu musst du deine Karte flach auflegen, dann den Kompass darauf legen und anschließend einfach die Karte drehen, bis der Norden des Kompasses mit dem Norden der Karte übereinstimmt.
Die Triangulation: die eigene Position auf einer Karte bestimmen
Eine etwas weniger bekannte, aber sehr nützliche Methode, wenn man sich verirrt hat: Mit dem Kompass und der Karte lässt sich die eigene Position bestimmen – mithilfe der Triangulationsmethode.
Es ist tatsächlich eine der weniger bekannten Anwendungen des Kompasses, die in bestimmten Situationen sehr hilfreich sein kann. Dazu benötigt man sichtbare Orientierungspunkte in der Landschaft, die auf der Karte leicht zu identifizieren sind. Das können beispielsweise ein Gipfel, ein Dorf, ein Wasserfall, ein Wald usw. sein. Damit es funktioniert, werden mindestens 3 Orientierungspunkte benötigt.
Sind diese Orientierungspunkte identifiziert, muss man:- Mit dem Peilpfeil auf den Orientierungspunkt zeigen
- Das Kompassgehäuse drehen, bis der Norden des Kompasses mit dem Nordpfeil übereinstimmt
- Damit lässt sich ein Winkel am Kompassgehäuse ablesen, den man notiert, um ihn auf die Karte zu übertragen
- Den Vorgang mit den 2 anderen Orientierungspunkten wiederholen
Sind die 3 Winkel bekannt, müssen sie noch auf die Karte übertragen werden. Dazu geht man wie folgt vor:
- Das Kompassgehäuse bis zum gemessenen Winkel drehen
- Den Orientierungspunkt auf der Karte mit dem Peilpfeil anvisieren und dabei den Kartennorden mit dem Norden des Kompassgehäuses in Deckung bringen
- Den Strich vom Orientierungspunkt aus ziehen
- Den Vorgang mit den anderen Orientierungspunkten wiederholen
Der Schnittpunkt der 3 Linien ist also meine Position auf der Karte – das kann sehr nützlich sein, um eine Lagebestimmung vorzunehmen, wenn man beim Wandern unterwegs ist oder sich verirrt hat.
Die Peilung: den direktesten Weg zu einem bestimmten Punkt finden
Eine weitere, ebenfalls wenig bekannte Anwendung des Kompasses ist die Peilung mit dem man den kürzesten Weg von Punkt A nach Punkt B findet, ohne einem vorgegebenen Pfad zu folgen. Das kann nützlich sein, wenn man direkt und schnell zu einem bestimmten Punkt gelangen muss – etwa durch einen Wald oder ein Feld, ohne die üblichen Wege zu nutzen. Bei dieser Methode geht man umgekehrt zur Triangulation vor: Man muss wissen, wo man sich auf der Karte befindet und wohin man möchte. Um diese Funktion mit dem Kompass zu nutzen, muss man:- Mit dem Rand des Kompasses den gewünschten Weg vom Start- zum Zielpunkt einzeichnen
- Das Kompassgehäuse so drehen, bis der Kartennord mit dem Norden des Kompassgehäuses übereinstimmt
- Den Winkel am Kompass ablesen – dieser Winkel heißt Azimut
- Die Nordnadel in den Nordbereich des Gehäuseuntergrunds einpassen
- Den Azimut beim Gehen verfolgen – er zeigt den direktesten Weg von Punkt A nach Punkt B