Es kommt nicht selten vor, dass man beim Wandern kein Wasser mehr hat. Keine Panik – es gibt Lösungen, um Trinkwasser zu gewinnen. Aber wie genau bereitet man Wasser auf? Abkochen? Mit UV-Strahlen behandeln? Chemische Reinigungsmittel einsetzen? Filter verwenden? Jede dieser Methoden zur Wasseraufbereitung beim Wandern hat ihre Vor- und Nachteile, die du weiter unten im Detail findest.
Wie man Wasser beim Wandern aufbereitet: Wasser zum Kochen bringen
Es ist ein uraltes Verfahren: Wasser wird abgekocht, um die darin enthaltenen Mikroorganismen und Bakterien abzutöten. Die Methode ist unkompliziert und erfordert kein spezielles Material. Man macht ein Feuer und bringt das Wasser zum Kochen. Wenn du gleichzeitig kochen musst, kannst du zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Allerdings sollte man wissen, dass abgekochtes Wasser fade schmeckt. Abgesehen vom Geschmack ist außerdem zu beachten, dass das Wasser heiß ist – was nicht ideal ist, wenn du dich erfrischen möchtest, es sei denn, du wartest, bis es abgekühlt ist.

Außerdem darf man nicht vergessen, dass der Siedepunkt des Wassers von der Höhe abhängt, auf der du dich befindest. Wenn du in einer Gegend nahe dem Meeresspiegel wanderst, reicht es, das Wasser eine Minute lang kochen zu lassen. Das genügt nämlich, um Bakterien abzutöten, da Wasser auf dieser Höhe bei 100 °C siedet. Je höher du steigst, desto niedriger ist die Siedetemperatur des Wassers. Bei diesen Temperaturen werden Bakterien jedoch nicht sofort abgetötet. Sie benötigen eine längere Kochzeit. Auf 4500 Metern Höhe siedet Wasser bei 85 °C. Um das Wasser aufzubereiten, musst du es daher mehrere Minuten lang kochen, um alle Mikroorganismen abzutöten. Beim Aufstieg auf den Everest siedet Wasser bereits bei 70 °C, was bedeutet, dass du dein Wasser mindestens eine halbe Stunde lang kochen lassen musst.
Wie man Wasser beim Wandern aufbereitet: die UV-Aufbereitung
Heute gibt es sehr fortschrittliche Technologien zur Wasseraufbereitung. Portable UV-Lampen sind der Beweis dafür. In der Größe eines Stifts sind diese Lampen äußerst effektiv und praktisch. Man startet das Gerät und bewegt es in alle Richtungen im wassergefüllten Behälter – fertig. Um einen Liter Wasser aufzubereiten, reicht eine Behandlung von ein bis zwei Minuten. Der größte Vorteil dieser funktionalen Wasseraufbereitungsmethode ist, dass das Gerät schnell, kompakt und dabei sehr leicht ist. Fast alle im Wasser enthaltenen Krankheitserreger werden bei diesem Verfahren eliminiert.

Allerdings werden die Organismen nicht abgetötet. Sie werden lediglich so inaktiviert, dass sie sich nicht mehr vermehren können. Aus diesem Grund sollte das UV-behandelte Wasser nicht zu lange dem Sonnenlicht ausgesetzt werden. Ist das der Fall, ist eine Reaktivierung der Organismen möglich. Der Hauptnachteil der UV-Aufbereitung ist, dass die Behandlung gegen chemische Schadstoffe nicht wirksam ist. Außerdem sind portable UV-Lampen nicht für jeden Wanderer erschwinglich, da es sich noch um eine sehr kostspielige Technologie handelt.
Wie man Wasser beim Wandern aufbereitet: Filter aller Art
Filter ermöglichen ebenfalls eine Wasseraufbereitung. Das Prinzip ist einfach: Das Wasser wird durch Filter mit kleinen Poren geleitet. So werden Partikel und Mikroorganismen zurückgehalten, und das austretende Wasser ist rein und trinkbar. Es gibt verschiedene Filtertypen: Kartuschenfilter, Glasfaserfilter, Membranfilter, Keramikfilter usw. In der Regel ist die Filterbehandlung schnell. Die Behandlungsdauer variiert jedoch ebenfalls je nach Porengröße. Je kleiner die Poren, desto länger dauert die Behandlung. Es handelt sich jedoch um ein sehr effektives Verfahren: Fast alle Bakterien und Mikroorganismen werden von den Filtern zurückgehalten. Nach der Behandlung kann das Wasser direkt getrunken werden. Das ist eine ideale Lösung, wenn du dich erfrischen möchtest. Filter erfordern jedoch eine sehr sorgfältige Pflege. Die Behandlung besteht darin, Mikroorganismen im Filter zurückzuhalten. Wird dieser nicht regelmäßig gereinigt, kann er sich verstopfen und die Entwicklung biologischer Schadstoffe begünstigen.

Der Nachteil dieser Filterbehandlung ist, dass sie selten alle Viren eliminiert. Tatsächlich sind sehr kleine Poren erforderlich, damit alle Viren aus dem Wasser entfernt werden. Alternativ muss die Filterbehandlung mit einer chemischen Behandlung kombiniert werden.
Wie man Wasser beim Wandern aufbereitet: Reinigungstabletten
Es gibt auch ein chemisches Verfahren zur Wasseraufbereitung. Dabei wird eine Reinigungstablette in eine bestimmte Menge Wasser gegeben und man wartet, bis sie ihre Wirkung entfaltet. Die Vorteile sind zahlreich: Tabletten sind eine platzsparende und kostengünstige Lösung. Allerdings darf man nicht vergessen, dass sie nicht alle Mikroorganismen abtöten. Zudem muss man eine gewisse Zeit warten, bis das Wasser aufbereitet ist. In der Regel dauert diese Wartezeit je nach Tabeltenmarke zwischen 30 Minuten und 2 Stunden.