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Wie wählt man ein Wandern-Zelt aus?

04 Mar. 2016

Wenn Du mehrere Tage auf einer Wanderung oder einem Trek unterwegs bist und Dich selbst versorgst, ist guter Schlaf wichtig für Deine Erholung und Deinen Komfort. Deshalb sollte Dein Zelt zum Wandern zu Deinen Anforderungen passen und Dich zuverlässig schützen. Jedes Modell hat seine eigenen Vor- und Nachteile. Diese Kriterien helfen Dir, je nach geplantem Einsatz das passende Zelt für Deine nächsten Expeditionen auszuwählen.

Trekkingzelt

Für welchen Einsatz solltest Du ein Zelt zum Wandern wählen?

Bevor du die verschiedenen Modelle vergleichst, solltest du deinen genauen Einsatzzweck definieren. Das sind die Kernfragen:

  • In welchen Jahreszeiten bist du unterwegs?
  • Wochenendtrip in den Alpen oder 15-tägige Expedition in Nepal?
  • Schläfst du allein, zu zweit oder zu dritt darin?
  • Welcher Wetterschutz ist nötig?
  • Welches Budget?

Wenn Du diese Punkte berücksichtigst, fällt Dir die Wahl Deines Zelts zum Wandern deutlich leichter. Denk daran: Auf mehrtägigen Wanderungen ist es ein wichtiger Teil Deiner Ausrüstung. Es schützt Dich und bietet Dir nachts eine Unterkunft.

Zelttyp und -form

Es gibt im Wesentlichen 3 Zelttypen mit jeweils eigenen Vor- und Nachteilen: das Tarp, das Einwandzelt und das Doppelwandzelt.

Das Tarp

Es handelt sich um eine einfache Plane, die sich auf verschiedene Arten aufspannen lässt: an einer Stange, einem Baumstamm oder einer zwischen zwei Bäumen gespannten Leine. Dieser einfache Schutz eignet sich gut für kurze Wanderungen im Sommer. Für ausreichenden Komfort brauchst Du zusätzlich eine Isomatte und einen Biwaksack.

Vorteile:

  • Extrem geringes Gewicht und minimales Packmaß
  • Einfachheit und Vielseitigkeit

Nachteile:

  • Geringer Wetterschutz
  • Kein Schutz vor Insekten, Schlangen etc.

Einwandzelt

Das klassischste und älteste Zeltkonzept. Ein sehr einfaches Zelt mit nur einer Zeltbahn für Dach und Wände. Es ist vor allem leicht und bietet soliden Schutz, neigt jedoch stark zu Kondenswasserbildung und erfordert daher eine exzellente Belüftung. Es richtet sich primär an Solo-Wanderer mit schmalem Budget und an Touren bei moderaten Wetterbedingungen.

Vorteile:

  • Gewicht
  • Guter Wetterschutz, jedoch kaum Kälteisolation
  • Einfache Handhabung

Nachteile:

  • Kondenswasser
  • Kompaktes Maß

Doppelwandzelt

Es besteht aus zwei übereinanderliegenden Planen. Das Außenzelt schützt vor Witterungseinflüssen, während das Innenzelt vor Kälte, Insekten und Kondenswasser isoliert. Es ist zwangsläufig schwerer und teurer als andere Modelle.

Vorteile:

  • Vollständiger Wetterschutz
  • Isolation gegen Kälte und Kondenswasser

Nachteile:

  • Gewicht und Packmaß
  • Längere Aufbauzeit

Was die Form betrifft, dominieren heute vor allem Tunnel- und Kuppelzelte den Markt.

Das Tunnelzelt ist im Fußbereich oft flacher geschnitten und bietet weniger Volumen, punktet dafür aber als leichtes, stabiles Raumwunder.

Das Kuppelzelt bietet ein geräumiges und gleichmäßiges Volumen, ist freistehend, dafür aber etwas schwerer.

Ich persönlich finde ein Kuppelzelt beim Ein- und Aussteigen bequemer. Das hängt aber auch von der Körpergröße ab. Bei starkem Wind ist dagegen ein Tunnelzelt gefragt, weil es mit seiner geringen Höhe dem Wind weniger Angriffsfläche bietet.

Ein Zelt auswählen

Ein freistehendes oder nicht freistehendes Zelt zum Wandern wählen?

Ein freistehendes Zelt steht von selbst, sobald die Gestänge eingesetzt sind: Heringe sind nicht zwingend nötig. So kannst Du es auch auf einem Boden aufstellen, der für Heringe zu hart oder zu weich ist. Außerdem lässt es sich nach dem Aufbau versetzen, um einen besseren Biwakplatz zu finden.

Es gibt semi-freistehende Zelte, die von alleine stehen, bei denen die Zeltplane jedoch mit Heringen abgespannt werden muss.

Schutzwirkung eines Zelts zum Wandern

Zelte werden nach Jahreszeiten eingeteilt, um eine Vorstellung vom gebotenen Wetterschutz zu vermitteln.

2-Jahreszeiten-Zelt (Frühjahr, Sommer): Ideal für Sommertouren bei moderaten Wetterbedingungen mit wenig Regen und schwachem Wind.

3-Jahreszeiten-Zelt (Frühjahr bis Herbst): Hält starkem Regen und Wind stand, ist jedoch nicht für Schneelasten ausgelegt und schützt nicht vor extremer Kälte.

4-Jahreszeiten-Zelt (ganzjährig): Widersteht Schnee, Sturm und extremen Witterungsbedingungen bei Winterexpeditionen.

Die Windstabilität lässt sich im Vorfeld am schwersten einschätzen. Zeltform und Angriffsfläche geben jedoch gute Anhaltspunkte. Grundsätzlich gilt: Je mehr Abspannleinen und Heringe gesetzt werden können, desto stabiler steht das Zelt bei Sturm.

Mehrtägiges Wandern

Belüftung und Luftzirkulation

Fast alle Zelte haben Belüftungsöffnungen, die teils verstellbar sind. Je besser ein Zelt belüftet ist, desto weniger Gerüche sammeln sich mit der Zeit darin und desto geringer ist die Kondensbildung. Zu viel Belüftung bedeutet allerdings weniger Schutz vor Kälte.

Gewicht und Packmaß

Achte immer auf das Gewicht Deines Zelts – schließlich trägst Du es selbst! Ein Doppelwandzelt wiegt in der Regel etwa 850 bis 1250 Gramm pro Person, für die es Platz bietet. Ein Tarp oder ein Einwandzelt ist deutlich leichter und kann auf etwa 500 Gramm pro Person kommen.

Auch das Packmaß ist entscheidend, da das Zelt am oder im Rucksack transportiert werden muss. Seid ihr in einer Gruppe unterwegs, teilt die Last auf: Einer nimmt das Gestänge und die Heringe, der andere die Zeltbahnen.

Gewicht und Packmaß eines Zelts sind wichtig, sollten aber nicht das erste Auswahlkriterium sein. Entscheidend sind zunächst der geplante Einsatz und die Jahreszeiten, in denen Du wandern willst. Erst wenn der Zelttyp feststeht, solltest Du auf das Gewicht achten.

Sind die eigenen Anforderungen erst einmal definiert, fällt die Wahl des passenden Wanderzelts im Rahmen des Budgets deutlich leichter. Der Kauf eines Zelts ist eine langfristige Investition und entscheidend für deinen Komfort draußen. Spare hier nicht an der falschen Stelle – ein schlechtes Zelt kann dir das gesamte Wandern verderben. Denn bei mehrtägigen Touren zählt am Ende vor allem das echte Naturerlebnis.

F.A.Q

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