Wenn du für mehrere Wandertage oder einen Trek in Eigenversorgung aufbrichst, ist die Qualität deiner Nacht entscheidend für eine gute Erholung und schlicht deinen Komfort. Daher ist die Wahl eines geeigneten Wanderzeltes unerlässlich – es muss deinen Bedürfnissen entsprechen und dir guten Schutz bieten. Natürlich hat jedes Wanderzeltmodell seine eigenen Vor- und Nachteile. Hier sind daher einige Kriterien, um ein Wanderzelt je nach Verwendungszweck auszuwählen und dir bei der Wahl deines „Zuhauses" für zukünftige Expeditionen zu helfen.
Ein Wanderzelt wählen – für welchen Zweck?
Bevor du alle Zelttypen genau unter die Lupe nimmst, lohnt es sich, über den Verwendungszweck deines Zeltes nachzudenken. Hier sind grob die Fragen, die du dir stellen solltest:
- In welchen Jahreszeiten wirst du es nutzen?
- Eher ein Wochenende in den Alpen oder eine 15-tägige Expedition in Nepal?
- Schläfst du darin alleine, zu zweit oder zu dritt?
- Welcher Schutz vor schlechtem Wetter?
- Welches Budget?
Wenn du all diese Punkte im Kopf hast, wird es für dich viel einfacher sein, dein
Wanderzelt, vergiss nicht, dass es ein wichtiges Element für deine mehrtägigen Wandertouren ist, das dir Schutz und eine Unterkunft für die Nacht bietet.
Zelttyp und -form
Es gibt grob gesagt 3 Zelttypen, die jeweils ihre Vor- und Nachteile haben: das Tarp, das Einwandzelt und das Doppelwandzelt.
Das Tarp
Es handelt sich im Grunde um eine einfache Plane, die auf verschiedene Arten aufgestellt werden kann – befestigt an einem Mast, einem Baumstamm oder an einer zwischen zwei Baumstämmen gespannten Leine. Es bietet offensichtlich nur rudimentären Schutz und eignet sich gut für Sommerwanderungen von kurzer Dauer. Für angemessenen Komfort müssen eine Bodenmatte und ein Biwaksack ergänzt werden.
Vorteile:
- Sehr geringes Gewicht und Packmaß
- Einfachheit und Vielseitigkeit
Nachteile:
- Geringer Schutz vor schlechtem Wetter
- Kein Schutz vor Insekten, Schlangen…
Einwandzelt
Es ist das klassischste und älteste Zelt. Es ist ein sehr einfaches Zelt mit nur einer Plane für Dach und Wände. Es ist vor allem leicht und bietet guten Schutz, aber die Kondensation ist sehr stark und erfordert daher eine sehr gute Belüftung. Es richtet sich vor allem an Einzelwanderer mit kleinem Budget und Expeditionen bei recht mildem Wetter.
Vorteile:
- Gewicht
- Ausreichender Schutz vor schlechtem Wetter, aber nicht gegen Kälte
- Einfache Handhabung
Nachteile:
- Kondensation
- Geringe Größe
Doppelwandzelt
Es besteht aus zwei übereinanderliegenden Planen. Die Außenplane sorgt für den Schutz vor schlechtem Wetter, und die Innenplane isoliert gegen Kälte, Kleinstlebewesen und natürlich Kondensation. Es ist zwangsläufig schwerer und teurer als andere Modelle.
Vorteile:
- Vollständiger Wetterschutz
- Isolierung gegen Kälte und Kondensation
Nachteile:
- Gewicht und Packmaß
- Längere Aufbauzeit
Was die Form betrifft, findet man heute überwiegend Tunnel- und Geodätzelte.
Das Tunnelzelt ist oft im Fußbereich niedriger und hat ein geringeres Volumen, hat jedoch den Vorteil, freistehend und leichter zu sein.
Das Geodätzelt bietet ein geräumiges und gleichmäßiges Volumen, ist freistehend und schwerer.
Persönlich finde ich das Geodätzelt in Bezug auf den Zugang bequemer, aber das hängt auch von der Körpergröße der Person ab. Das Tunnelzelt hingegen ist wegen seiner geringen Windangriffsfläche bei starkem Wind sehr gefragt.
Ein freitragendes oder nicht-freitragendes Wanderzelt wählen?
Ein freitragendes Zelt steht von alleine, sobald die Zeltstangen aufgestellt sind: Es ist nicht zwingend erforderlich, die Heringe einzuschlagen. Das ermöglicht es beispielsweise, das Zelt auf einem Boden aufzustellen, der für Heringe zu hart oder zu weich ist, oder das bereits aufgebaute Zelt zu verschieben, um den besten
bester Biwakplatz.
Es gibt halbfreitragende Zelte, die alleine stehen, aber Heringe benötigen, um das Außenzelt zu spannen.
Schutzniveau eines Wanderzeltes
Zelte werden nach Saisonanzahl klassifiziert, um eine Vorstellung vom Wetterschutz zu geben, den sie bieten.
2-Jahreszeiten-Zelt (Frühling, Sommer): Es wird für sommerliche Ausflüge unter milden Wetterbedingungen mit wenig Regen und schwachem Wind empfohlen.
3-Jahreszeiten-Zelt (Frühling bis Herbst): Es hält starkem Regen und kräftigem Wind stand, verträgt jedoch kein Schneegewicht und schützt nicht vor starker Kälte.
4-Jahreszeiten-Zelt (ganzjährig): Es trotzt allen Wetterextremsituationen – Schnee, Sturm – und ist für Expeditionen unter extremen Winterbedingungen konzipiert.
Was am schwierigsten abzuschätzen oder vorherzusagen bleibt, ist die Windwiderstandsfähigkeit. Man kann sich jedoch ein gutes Bild machen, indem man auf die Form des Zeltes und seine Windangriffsfläche achtet. Ebenso gilt: Je mehr Abspannleinen und Heringe eingeschlagen werden, desto standfester ist dein Zelt bei Windböen.
Belüftung und Luftzirkulation
Praktisch alle Zelte verfügen über einstellbare oder feste Belüftungsöffnungen. Je besser ein Zelt belüftet ist, desto weniger Gerüche sammeln sich im Laufe der Zeit an und desto weniger kondensationsanfällig ist es. Andererseits ist ein zu gut belüftetes Zelt gleichbedeutend mit schlechtem Schutz vor Kälte.
Gewicht und Packmaß
Es ist immer wichtig, auf das Gewicht deines Zeltes zu achten – denn du trägst es! Im Allgemeinen beträgt das Gewicht eines Doppelwandzeltes etwa 850 bis 1250 Gramm pro Person, die im Zelt schlafen kann. Ein Tarp und ein Einwandzelt sind deutlich leichter und kommen bis auf etwa 500 Gramm pro Person herunter.
Das Packmaß ist ebenfalls zu berücksichtigen, da du dein Zelt am Rucksack befestigen oder darin verstauen musst. Wenn ihr zu mehreren seid, teilt euch das Zelt auf, indem ihr die Zeltwände trennt oder einer Person beispielsweise die Heringe und die Zeltstangen anvertraut.
Gewicht und Packmaß eines Zeltes sind wichtig, sollten aber nicht das erste Auswahlkriterium sein. In erster Linie sollten der Verwendungszweck und die Wandersaisons dich bei der Wahl eines Wanderzeltes leiten. Das Gewicht ist lediglich eine Optimierung innerhalb eines Zelttyps oder einer Zeltkategorie.
Wenn die eigenen Bedürfnisse definiert sind, fällt es viel leichter, ein Wanderzelt zu wählen und dabei das Budget im Blick zu behalten. Die Wahl eines Zeltes ist immer bedeutsam, da es sich in der Regel um eine langfristige Anschaffung handelt, die für deinen Komfort unerlässlich ist. Man sollte dabei nicht um jeden Preis sparen, denn ein schlechtes Zelt verdirbt schnell den Spaß am Wandern. Und schließlich – wenn du dich auf lange, aufeinanderfolgende Tagesetappen begibst, dann doch, um ein bisschen Glück daraus zu ziehen...