Seit einigen Jahren begeistern sich immer mehr Menschen für den Outdoor-Sport und insbesondere für das Wandern. Diese Aktivität ist für jeden zugänglich, gesundheitsfördernd und ermöglicht es, beeindruckende Landschaften im Einklang mit der Natur zu entdecken. Frankreich bietet mit seinen zahlreichen markierten Wegen im ganzen Land ideale Voraussetzungen – ob im Gebirge, auf dem Land, an der Küste oder sogar in der Stadt. Auch wenn das Wandern selbst kostenlos ist, lohnt sich die Investition in hochwertige Ausrüstung und funktionelle Kleidung. Damit du bestens ausgestattet bist, bietet dir Cimalp diesen umfassenden Ratgeber für die richtige Wanderbekleidung.
Das Drei-Lagen-System richtig nutzen
Wer wandert, sollte wissen, wie man sich passend kleidet. Das Drei-Schichten-Prinzip sorgt für Atmungsaktivität, Isolation und Schutz. Durch mehrere Kleidungsschichten kannst Du je nach Verlauf der Wanderung etwas aus- oder wieder anziehen.
Die erste Schicht (Baselayer)
Die Basisschicht beim Wandern muss vor allem atmungsaktiv sein. Meist besteht sie aus Kunstfasern, die sich besonders für kurze, intensive Anstrengungen eignen, oder aus Naturfasern wie Merinowolle, die gut für den Winter oder mehrtägiges Trekking geeignet sind. Als erste Schicht kannst Du am Oberkörper je nach Wanderung ein kurz- oder langärmeliges T-Shirt tragen. Für die Beine eignet sich eine Thermoschicht, oft eine Leggings unter der Hose.
Die zweite Schicht
Diese mittlere Schicht isoliert zusätzlich und leitet zugleich die vom Körper abgegebene Feuchtigkeit weiter. Fleecejacken werden beim Wandern besonders häufig getragen, weil sie vielseitig einsetzbar sind. Ihr Flächengewicht kannst Du passend zur Außentemperatur wählen. Eine Daunenjacke empfiehlt sich eher bei kaltem, trockenem Wetter.
Die dritte Schicht
Die äußere Schicht muss Dich schützen. Welche dritte Schicht Du brauchst, hängt von Klima, Umgebung, Niederschlag und Temperatur ab. Für den Oberkörper eignen sich eine einfache winddichte Schicht, eine wasserabweisende Jacke oder eine Regenjacke.
Welche Wanderhose Du brauchst, hängt vom Einsatz ab. Sie kann sich in Shorts verwandeln lassen, leicht, gefüttert, innen angeraut, wasserabweisend oder wasserdicht sein. Ist sie nicht wasserdicht, kannst Du als dritte Schicht eine Regen-Überhose anziehen, um Dich vor Niederschlag zu schützen.
Schutzeigenschaften von Wanderkleidung
Wasserabweisend vs. Wasserdicht
Wasserbeständige Wanderkleidung ist entweder wasserabweisend oder wasserdicht. Bei wasserabweisendem Stoff perlt Wasser von der Oberfläche ab. Das bietet einen ersten Schutz, hält starkem Regen aber nicht stand. Damit dieser Schutz erhalten bleibt, muss die wasserabweisende Imprägnierung erneuert werden.
Für guten Schutz kannst Du wasserdichte Kleidung mit einer Membran wählen, die kein Wasser eindringen lässt. Die Wasserdichtigkeit von Kleidung wird in Schmerber gemessen. Dieser Wert hilft Dir, eine Regenjacke passend zu Deinen Bedürfnissen auszuwählen. Bei Wanderschuhen kannst Du ebenfalls auf Modelle mit einer Membran wie Gore-Tex® setzen, die das Eindringen von Wasser verhindert.
Es gibt viele Wanderkleidungsstücke, die Dich vor Regen schützen. Für den Oberkörper kannst Du etwa eine Regenjacke oder einen Regenumhang wählen. Für die Beine kommen eine Hose, Gamaschen oder eine wasserdichte Überhose infrage. Deinen Wanderrucksack schützt eine Regenhülle.
Die winddichte Wirkung
Wind kann Deine Körpertemperatur deutlich beeinflussen. Schütze Dich deshalb mit winddichter Kleidung. Kleidung, die zu 100 % winddicht ist, hilft nicht nur, Deine Körpertemperatur zu halten, sondern ist auch besonders atmungsaktiv. Wasserdichte und wasserabweisende Jacken bieten ebenfalls Windschutz.
Damit kein Wind eindringt, musst Du Deine winddichte Kleidung richtig einstellen. Zieh dafür die Kapuze, die Ärmelabschlüsse und den Saum Deiner Jacke passend zu, damit Du rundum geschützt bist.
Softshell-Bekleidung
Softshell-Kleidung kann als zweite und dritte Schicht getragen werden und bietet viele Eigenschaften: Wärmeisolation, Tragekomfort, Wasserabweisung, Atmungsaktivität, Winddichtigkeit und viel Bewegungsfreiheit. Wegen dieser Vielseitigkeit wird sie heute häufig beim Wandern getragen. Eine Softshell-Jacke oder Softshell-Hose begleitet Dich fast überall – besonders bei Kälte, Wind, leichtem Niederschlag und intensiver Anstrengung.
Bei unsicherem Wetter mit vorhersehbaren Niederschlägen oder auf mehrtägigen Trekking-Touren im Hochgebirge raten wir jedoch davon ab.
Die richtige Kleidung für jede Art von Wandern
Wandern bei schönem Wetter
Frühling und Sommer eignen sich besonders gut zum Wandern. Bei guten Bedingungen brauchst Du dafür nur wenig Ausrüstung. Wenn das Wetter schön ist, kannst Du leichtere, atmungsaktivere Kleidung tragen, etwa T-Shirts, Tanktops, Hemden, Shorts oder leichte Hosen. Pack trotzdem zusätzlich isolierende und schützende Kleidung ein. Wenn Du in den Bergen wanderst, können sich die Temperaturen mit der Höhe schnell ändern und jederzeit Niederschläge aufkommen.
Aktivitäten im Winter
Im Winter und in den Bergen kannst Du Schneeschuhwandern, Skibergsteigen oder Bergsteigen. Dafür brauchst Du stärker isolierende und funktionalere Ausrüstung. Dazu gehören zum Beispiel Unterziehhandschuhe, Handschuhe, Gamaschen, eine Sturmhaube, Thermounterwäsche, eine unbedingt wasserdichte Jacke und eine Überhose.
Lange Wanderungen
Auch für mehrtägige Wanderungen wie den GR20 auf Korsika oder mehrwöchige Touren wie den Jakobsweg brauchst Du passende Kleidung. Zusätzlich zu dem, was Du trägst, solltest Du Wechselkleidung und Kleidung für unterschiedliche Bedingungen einpacken: isolierend, wasserdicht, atmungsaktiv und strapazierfähig. Achte vor allem auf geringes Gewicht, damit Dein Wanderrucksack möglichst leicht bleibt. Die richtige Kleidung ist beim Wandern wichtig. Ob Du bei warmem oder kaltem Wetter, bei Regen oder Wind unterwegs bist: Deine Kleidung sollte vielseitig sein und zu den Bedingungen passen. So kannst Du wandern, ohne Dich durch ungeeignete Kleidung unnötig in Gefahr zu bringen.