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Schrittzähler: dafür oder dagegen beim Wandern?

Schrittzähler: dafür oder dagegen beim Wandern?

23 May. 2017

Podomètre : pour ou contre en randonnée ?

Immer mehr Messwerkzeuge für die zurückgelegte Gehstrecke sind auf dem Markt erhältlich. Sei es klassische Schrittzähler, Schrittzähler-Apps auf dem Smartphone oder sogar Connected Armbänder. Angesichts dieser technologischen Flut: Muss der Wanderer sich bekehren und diese Gadgets auf seinen Touren einsetzen?

Was genau ist ein Schrittzähler?

Der klassische Schrittzähler ist ein kleines Gerät, das du an der Hüfte befestigst und das die Anzahl deiner Schritte zählt. Viele Schrittzähler sind mit einem Oszillator ausgestattet, der die Schritte erkennt. Dabei handelt es sich entweder um ein kleines Pendel oder eine Kugel auf einer gebogenen Fläche, die jeden Schritt registriert. Andere sind mittlerweile mit einem Beschleunigungssensor ausgestattet – das ist bei Connected Armbändern oder Smartphones der Fall.

Schrittzähler Wandern

Neben dem Zählen der Schritte geben dir diese Geräte eine Schätzung der zurückgelegten Distanz. Bei klassischen Schrittzählern wird diese Distanz berechnet, indem die Schrittlänge mit der Anzahl der Schritte multipliziert wird. Du hast zuvor deine durchschnittliche Schrittlänge in das Gerät eingegeben, oder das Gerät hat dir einen Wert vorgeschlagen. Wenn du die Messung selbst vorgenommen hast, muss sie außerdem sorgfältig und objektiv nach einem genauen Prozess durchgeführt worden sein.

Du verstehst sofort, dass diese Distanzmessung recht grob ist. Tatsächlich variiert deine Schrittlänge je nach Gelände und körperlichem Zustand erheblich. Zudem wird die Schrittmessung in der Regel auf absolutem Flachgelände durchgeführt, und man neigt dazu, die eigene Schrittlänge zu überschätzen. Das führt dazu, dass die meisten Schrittzähler die Distanzen überschätzen. Verschiedene klassische Schrittzähler können in einer Wandergruppe eine Abweichung von 20 % der zurückgelegten Strecke ergeben. Nach einem Wandertag und beispielsweise einer Wanderung von 15 km bedeutet das immerhin Unterschiede von 3 km!!

Warum ein Schrittzähler zum Wandern nicht ideal ist

Der erste Punkt ist, dass die Distanzmessungen beim Wandern überhaupt nicht präzise sind, wenn Höhenunterschiede vorhanden sind und das Gelände kein Billardtisch ist. Und das ist beim Wandern meistens der Fall!

Schrittzähler WandernDazu kommen Hindernisse, die es zu überwinden gilt, die sich ansammelnde Erschöpfung, die deine Schrittlänge verkürzt, und vielleicht auch ein Rucksack, der die Lage verändert.

Wenn du diese Art von Schrittzähler verwendest, riskierst du, dich in die Irre zu führen, wenn du die so gemessene Distanz für bare Münze nimmst. Du kannst dich sogar verirren, wenn du dich auf ihn verlässt, um dich zu orientieren.

Natürlich kannst du ihn dennoch verwenden, um Elemente (z. B. deine Schrittanzahl) von einer Wanderung zur anderen zu vergleichen – aber nicht zwischen verschiedenen Personen. Vermeide es jedoch, ihn während der Tour zu konsultieren und die gesammelten Daten zu genau zu berücksichtigen.

Welche Alternativen zum Schrittzähler beim Wandern?

Du kannst natürlich vor deiner Wanderung Entfernungsmessungen mit Routenplanungssoftware durchführen. Diese Software ermöglicht dir (neben anderen Funktionen) die genaue Berechnung von Distanzen und gibt dir Orientierungspunkte. Du kannst auch eine kompakte Synthetik-Zusammenfassung deiner Route ausdrucken, um die wichtigsten Daten dabei zu haben.

Du kannst auch Smartphones mit einer integrierten App nutzen. Das können GPS-Apps für eine kontinuierliche Ortung und Entfernungsmessung sein. Oder spezifische, dem Wandern gewidmete Apps.

Connected Armband Wandern

Schließlich gibt es heute Connected Armbänder, die mit einem Beschleunigungssensor ausgestattet sind, um dir eine Schätzung der zurückgelegten Distanz zu geben. Dennoch haben diese Geräte keine besonders hohe Genauigkeit und sollten dir nur dazu dienen, am Ende der Tour deine Statistiken abzurufen – nicht zur Orientierung. Sie sind eher dazu gedacht, dir eine Einschätzung deiner körperlichen Aktivität im Alltag zu geben, als die zurückgelegte Distanz im Gebirge oder im Unterholz zu messen. Die Distanzmessung ist nicht präzise genug und würde zu Orientierungsfehlern oder Fehleinschätzungen deiner Position führen.

In einem nächsten Artikel werden wir auf GPS- und Navigationstools zurückkommen, die präzise genug und modern genug sind, um dir bei deinen Touren zu helfen.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Der Schrittzähler ist für den Wanderer ein einfaches statistisches Hilfsmittel. Er kann jedoch keine präzise Methode zur Messung der zurückgelegten Distanz in unebenem Gelände sein und schon gar kein Hilfsmittel zur Orientierung!

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