Trailrunning im Regen ist absolut machbar, vorausgesetzt, die Ausrüstung ist auf lange Distanzen ausgelegt. Auf dem Trail kommt das Wasser nicht nur von oben: Es fließt über den Boden, weicht den Untergrund auf und erhöht bei langen Touren das Risiko einer Auskühlung. Mit der richtigen Ausrüstung behältst du Rhythmus und Spaß. Mit der falschen leidest du.
Trailrunning bei Regen: Was sich gegenüber dem Straßenlauf ändert
Beim Trailrunning verändert Regen das Gelände ebenso wie den Laufkomfort. Gegenüber dem Straßenlauf gibt es drei wesentliche Unterschiede.
- Der Untergrund wird rutschig. Wurzeln, Steine und Schlamm reduzieren den Grip. Bei den Abstiegen muss das Tempo gedrosselt und das Gelände kontinuierlich gelesen werden.
- Die Einsatzdauer verlängert sich. Ein Trail-Lauf dauert oft mehrere Stunden, weit weg von jedem Unterstand. Die Feuchtigkeit staut sich mit der Zeit und kühlt bei jeder Pause aus.
- Das Belastungsmanagement verändert sich. Intensive Anstiege wechseln sich mit langsameren Abstiegen ab. Der Körper heizt sich auf und kühlt wieder ab – das verlangt nach einer Ausrüstung, die schützt, ohne Hitzestau zu verursachen.
Die Strategie besteht nicht darin, um jeden Preis trocken zu bleiben, sondern die Feuchtigkeit so zu regulieren, dass der Körper nie gefährlich auskühlt.
Laufen im Regen: Vorteile, Risiken und Sicherheit
Bei Regen zu laufen ist in den meisten Fällen ungefährlich und kann sogar Vorteile haben – wenn du ein paar Regeln beachtest. Die Luft ist oft kühler und angenehmer zu atmen. Die Kühle hilft gegen Überhitzung, und das Laufen bei schlechtem Wetter stärkt dich mental für den Wettkampftag.
Die Risiken sind real, lassen sich aber beherrschen. Die größte Gefahr ist das Auskühlen: Durchnässt und dem Wind ausgesetzt verliert der Körper schnell an Wärme, besonders in Pausen. Hinzu kommen die Rutschgefahr auf nassem Untergrund und die schlechtere Sicht.
Drei Maßnahmen reichen: den Oberkörper mit einer wasserdichten Schicht schützen, auf technischen Passagen langsamer werden und sichtbar bleiben. Zieh dich nach der Tour rasch um, damit du nicht auskühlst. Bei großer Kälte oder angekündigtem Gewitter solltest du die Tour lieber verschieben oder verkürzen: Keine Tour ist eine Unterkühlung oder einen Sturz in gefährlichem Gelände wert.
Die richtige Ausrüstung: das Outfit von Kopf bis Fuß
Die Regel ist einfach: feuchtigkeitsableitende Synthetikmaterialien, ein körpernaher Schnitt und eine äußere Schicht, die zur Regenintensität passt. Verzichte auf Baumwolle: Sie speichert Wasser und wird schwer.
Der Oberkörper
Trage ein funktionales T-Shirt aus Synthetik, je nach Temperatur mit kurzen oder langen Ärmeln. Darüber gilt: Die äußere Schicht ist entscheidend – eine winddichte, wasserabweisende Jacke bei leichtem Regen, eine wasserdichte Jacke mit Membran bei anhaltendem Regen. Eine Kapuze mit Schirm hält Regen von den Augen fern. Wähle einen körpernahen Schnitt, damit der nasse Stoff weniger scheuert.
Das wichtigste Kleidungsstück: die wasserdichte Jacke

Bei anhaltendem Regen macht eine wasserdichte Jacke den Unterschied. Als äußere Schicht hält sie Wasser von deiner Kleidung fern und lässt zugleich Schweiß entweichen. Entscheidend sind zwei Werte: die Wasserdichtigkeit in Schmerber und die Atmungsaktivität. Was sie bedeuten und worauf du bei der Auswahl achten solltest, erklären wir in unserem Ratgeber zu den besten Trailrunning-Jacken.
Das Wichtigste: Für einen ganzen Tag im Regen solltest du mindestens 20 000 Schmerber anstreben – und eine gute Atmungsaktivität, damit du beim Anstieg nicht von innen nass wirst. Eine wasserdichte Überhose ergänzt den Schutz auf besonders exponierten Touren.
Der Unterkörper
- Bei mildem Wetter: leichte, dehnbare Trailrunning-Shorts mit integrierter Innenhose und Gürtel mit mehreren Taschen, damit Riegel und Trinkflaschen griffbereit sind.
- Kaltes Wetter: Eine Synthetik-Leggings speichert die Wärme und minimiert Reibung.
- Bei starkem Regen: darüber eine wasserdichte Überhose. Die STORM PRO PANT aus dreilagigem Ultrashell hält auf besonders nassen Abschnitten Wasser ab und lässt sich nach dem Schauer wieder ausziehen.
Alle Modelle findest du bei unseren Trailrunning-Shorts und -Hosen.
Bei den Schuhen solltest du einen verbreiteten Reflex hinterfragen: Ein wasserdichter Schuh ist bei Regen nicht immer die beste Wahl. Auf einer regnerischen Tour kommt das Wasser nicht nur vom Boden: Es läuft an den Beinen hinab und gelangt schließlich am Knöchel in den Schuh. Ist es erst einmal drin, verhindert die Membran, die es draußen halten soll, auch das Ablaufen. Der Schuh bleibt voller Wasser und trocknet langsam. Bei einem kurzen Schauer hält eine Membran den Fuß trocken; auf langen Touren oder bei starkem Regen ist ein Schuh ohne Membran, der Wasser ableitet und schnell trocknet, oft bequemer. Entscheidend ist in jedem Fall der Halt der Sohle auf nassem Untergrund.
Die Accessoires
- Kappe mit Schirm: Hält Regen und Schweiß aus den Augen.
- Handschuhe : schützen die Hände, die besonders schnell auskühlen. Wasserdichte Überhandschuhe halten sie trocken.
- Stirnlampe und reflektierende Elemente: Bei Regen sinkt die Sichtbarkeit drastisch – selbst bei Tag.
- Wasserdichte Tasche oder Oberarmgurt: Schützt Smartphone und Dokumente.
Ein letzter Reflex macht oft den Unterschied: vorausschauend handeln. Ziehe die Außenschicht an, bevor dir kalt wird, nicht erst danach. Sobald der Körper ausgekühlt und die Kleidung durchnässt ist, fällt das Aufwärmen beim Laufen schwer. Schütze ebenso von Beginn an die Extremitäten, wenn die Tour lang ist. Lieber zu viel dabeihaben und im Rucksack verstauen, als zu frieren und zu leiden.
Das eigentliche Problem bei Regen: an Rucksack, Taschen und Trinkflaschen herankommen

Ein Punkt, über den kaum jemand spricht: Sobald du die Jacke über dem Trailrunning-Rucksack trägst, kommst du nicht mehr an deine Trinkflaschen, Riegel und Taschen. Dann musst du entweder anhalten und die Jacke ausziehen oder darauf verzichten, ausreichend zu trinken und zu essen. Im Wettkampf kostet beides wertvolle Zeit.
Wir haben die STORM PRO + entwickelt, um dieses Problem zu lösen. Das Prinzip: Du trägst sie über dem Rucksack, erreichst deine Ausrüstung weiterhin und engst deine Schultern nicht ein.
- Seitliche Reißverschlüsse: Sie ermöglichen bei geschlossener Jacke den Zugriff auf Trinkflaschen und den Inhalt des Rucksacks.
- Rückenfalte: Sie bietet das nötige Volumen, um die Jacke über dem Rucksack zu tragen.
- Ausklappbare Falten vorne: Sie schaffen zusätzlichen Raum und verhindern jedes Druckgefühl.
Die übrige Ausstattung folgt denselben Anforderungen beim Laufen: dreilagige Ultrashell-Technologie, 20 000 Schmerber Wasserdichtigkeit, 80 000 g/m²/24h Atmungsaktivität, wasserabweisende YKK-Aquaguard-Reißverschlüsse und eine Kapuze mit festem Schirm. In schwarz für Herren und Damen erhältlich.
FAQ
Ist es sinnvoll, im Regen zu laufen?
Ja, in den allermeisten Fällen. Es ist ein hervorragendes mentales Training und eine wertvolle Vorbereitung auf reale Wettkampfbedingungen. Voraussetzung sind allerdings eine lückenlose Ausrüstung und ein vorsichtiges Vorgehen.
Wird man krank, wenn man im Regen läuft?
Nein, Regen allein macht nicht krank. Das Risiko liegt im Auskühlen. Kleide dich der Temperatur entsprechend und ziehe dich nach dem Lauf schnell um, um warm zu bleiben.
Wie kleidet man sich für das Laufen im Regen?
Ein funktionales T-Shirt aus Synthetik, eine wasserdichte Jacke, eine Kappe mit Schirm und gegebenenfalls eine wasserdichte Überhose über Leggings.
Ist Sport bei Regen gesund?
Ja, solange du auf deine Körpertemperatur und deine Sicherheit achtest. Kühle Luft kann die Anstrengung sogar bequemer machen. Achte vor allem auf rutschige Flächen und gute Sichtbarkeit.
Sollte man im Regen laufen oder gehen, um weniger nass zu werden?
Wie nass man wird, hängt vor allem von der Dauer im Freien ab. Laufen verkürzt die Zeit im Regen. Entscheidend bleibt der Schutz: Eine hochwertige Außenschicht macht bei jedem Tempo den entscheidenden Unterschied.
Welche Schuhe eignen sich zum Trailrunning bei Regen?
Nicht unbedingt ein wasserdichter Schuh. Auf langen Touren oder bei starkem Regen dringt Wasser irgendwann am Knöchel ein. Die Membran hält es dann im Schuh, der nur langsam trocknet. Ein Schuh, der Wasser ableitet und schnell trocknet, ist oft bequemer. Wichtig ist vor allem guter Halt auf nassem Untergrund.
Wie behält man im Regen Zugriff auf Rucksack und Trinkflaschen?
Wähle eine Jacke, die du über dem Rucksack tragen kannst und die gezielten Zugriff bietet. Die STORM PRO + hat seitliche Reißverschlüsse: So erreichst du Trinkflaschen und Rucksack, ohne die Jacke auszuziehen.
Bildnachweis: Delphine Daniélou (Titelbild)