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Schottland ist das ideale Ziel zum Wandern. Dort gibt es zahlreiche Routen wie den legendären West Highland Way oder weniger bekannte Strecken. Eine gute Vorbereitung ist jedoch unverzichtbar, um wechselhaftem Wetter und ständiger Feuchtigkeit zu begegnen. Hier findest Du alles, was Du wissen musst, bevor Du einen Trek in Schottland startest.
Schottland, ein außergewöhnliches Trekkingziel
Naturfreunde sollten unbedingt einen Trek in Schottland unternehmen. Im Norden des Landes bieten die Highlands wilde Landschaften mit steilen Bergen, grünen Tälern, Lochs und Heidelandschaften. Die große Vielfalt der Gelände ermöglicht es, in unterschiedliche Atmosphären einzutauchen. Auch die lokale Kultur mit ihren zahlreichen Schlössern und Destillerien verleiht dem Trek eine besondere Dimension.
Schottland zeichnet sich durch seinen sehr freien Zugang zu Naturlandschaften aus. Es verfügt über eine einzigartige Gesetzgebung zum „Right to Roam“ (Recht auf Zugang zur Natur). Du kannst daher fast überall wandern und campen, auch auf Privatgelände, sofern Du die lokalen Regeln beachtest. Zum Wandern ist keine Genehmigung erforderlich.
Die beste Zeit für einen Trek in Schottland liegt zwischen Mai und September. Wie bei einem Trek in Kanada sind dies die Monate mit den günstigsten Bedingungen für mehrere Tage auf den Wegen. Der Mai bietet lange helle Stunden. Von Juni bis August sind die wärmsten Monate, aber auch die meistbesuchten. Im September setzt schließlich die Herbstkulisse ein und die Luft wird kühler.
Die unverzichtbaren Routen

West Highland Way
- Distanz: 154 km
- Höhenmeter: 3900 m D+
- Dauer: 5 bis 8 Tage
- Niveau: mittel bis schwierig
Der bekannteste Trek Schottlands ist zweifellos der West Highland Way (WHW). Dieser legendäre Weg verbindet Milngavie, einen nördlichen Vorort von Glasgow, mit Fort William am Fuß des Ben Nevis. Die Route beginnt in den ländlichen Lowlands und führt weiter in die Highlands. Unterwegs passierst Du Drymen, Rowardennan, Inverarnan, Tyndrum, Kingshouse und Kinlochleven.
Bevor Du Dich auf den WHW begibst, solltest Du abgelegene Abschnitte gut vorausplanen. Das Dorf Tyndrum wird oft für die Versorgung bevorzugt, aber Du kannst dies auch in Drymen, Inverarnan oder Kinlochleven tun.
Affric Kintail Way
- Distanz: 71 km
- Höhenmeter: 1800 m D+
- Dauer: 3 bis 5 Tage
- Niveau: mittel bis schwierig
Für Wanderer, die mehr Ruhe und wilde Natur suchen, ist der Affric Kintail Way eine ausgezeichnete Alternative. Dieser 71 km lange Weg verbindet Drumnadrochit am Ufer des Loch Ness mit Morvich in Kintail. Er durchquert Glen Affric und bietet einen bemerkenswerten Wechsel zwischen spiegelnden Lochs, jahrhundertealten kaledonischen Kiefernwäldern und steilen Berggipfeln.
Auf einigen Abschnitten erfordert die ausgeprägte Abgeschiedenheit des Affric Kintail Way mehr Eigenständigkeit als auf dem West Highland Way.
Speyside Way
- Distanz: 137 km
- Höhenmeter: 1300 m D+
- Dauer: 5 bis 8 Tage
- Niveau: leicht bis mittel
Natur- und Whiskyfans sollten den Speyside Way absolvieren. Dieser 137 km lange Weg beginnt in Buckie an der Küste des Moray Firth, folgt dem Tal des Flusses Spey und erreicht dann Newtonmore im Nationalpark Cairngorms.
Der Speyside Way führt durch das Herz der Whiskyregion Speyside. Um den Trek voll auszukosten, solltest Du genügend Zeit für den Besuch der zahlreichen Destillerien in Wegnähe einplanen. Das ist die ideale Gelegenheit, Natur, schottische Dörfer und die Entdeckung des lokalen Whiskys zu verbinden.
Tageswanderungen in den Cairngorms
Die Cairngorms bieten die Atmosphäre der Highlands, ohne gleich mehrere Tage unterwegs zu sein. Insgesamt bietet der Nationalpark mehr als 100 Wege, die für alle Niveaus geeignet sind.
Für schöne Panoramen auf die Cairngorms und Loch Morlich kannst Du die Tageswanderung zum Meall a’ Bhuachaille unternehmen. Für Wanderer, die eine anspruchsvollere Tour suchen, ist der Lochnagar eine gute Option. Er bietet eine Wanderung um einen beeindruckenden Bergkessel. Erfahrene Trekker können sich schließlich an den Aufstieg zum Ben Macdui wagen, dem zweithöchsten Gipfel des Vereinigten Königreichs.
Wie rüstet man sich für das schottische Klima aus?

Das Drei-Schichten-System
In Schottland ist das Wetter extrem wechselhaft, und Du kannst alle vier Jahreszeiten an einem einzigen Tag erleben. Deshalb musst Du ausreichend ausgerüstet sein, um den Wetterkapriolen der Highlands zu begegnen. Setze dafür nicht alles auf ein sehr warmes Kleidungsstück, sondern wähle besser das Drei-Schichten-System.
Diese funktionale Methode reguliert die Körpertemperatur durch das Übereinandertragen von Kleidung mit ergänzenden Funktionen. Die erste Schicht ist atmungsaktiv und leitet Feuchtigkeit ab. Für einen Trek in Schottland empfehlen wir ein T-Shirt aus Merinowolle.

Die zweite Schicht isoliert. Das Fleece spendet Wärme, leitet Feuchtigkeit ab und bleibt auch feucht warm. Alternativ eignet sich eine leichte, komprimierbare Daunenjacke. Sie ist ideal, wenn die Temperaturen sinken, insbesondere in Pausen oder abends im Biwak.

Die dritte Schicht schützt und ermöglicht es, Wind und Regen zu trotzen.
Wasserdichte Kleidung
Wasserdichte Jacken sind die wichtigsten Ausrüstungsstücke für einen Trek in Schottland. Als dritte Schicht getragen, schützen sie vor Regen, Wind und Gischt an der Küste. Bei der Wahl Deiner Jacke solltest Du ein wirklich wasserdichtes Modell mit verschweißten Nähten und einer guten Wassersäule bevorzugen. Ziel sind mindestens 10 000 Schmerber, besser 20 000 Schmerber für guten Schutz.

Beim Trek solltest Du den Schutz Deiner Beine nicht vernachlässigen. Wähle dafür eine funktionale Wanderhose, leicht und schnelltrocknend. Ergänze sie mit einer wasserdichten Überhose für schnellen und wirksamen Schutz.

Die Schuhe
Neben Reisekleidung müssen Wanderschuhe für feuchtes Gelände geeignet sein. Für den WHW empfehlen wir Dir, mit Schuhen mit hohem Schaft zu starten. Dieser verbessert den Halt des Knöchels auf unebenem oder schlammigem Gelände. Bevorzuge außerdem eine wasserdichte Membran wie Gore-Tex® oder Ultrashell® von Cimalp, damit Deine Füße trocken bleiben. Wähle schließlich eine Sohle mit gutem Grip.
Unverzichtbare Accessoires
Einige Accessoires machen einen Trek in Schottland bequemer. Gamaschen sind unverzichtbar. Sie verhindern, dass Wasser in die Schuhe eindringt, und schützen den unteren Teil der Hose, was in Mooren, Bächen oder Grasflächen sehr nützlich ist.
Eine Mütze und leichte Handschuhe solltest Du im Sommer einplanen. Sie helfen, die Wärme an den Körperenden zu bewahren, wenn der Wind auffrischt. Du kannst auch einen Buff oder ein Stirnband wählen, um Deine Ohren zu schützen.
Ein wasserdichter Rucksacküberzug ist ebenfalls sehr nützlich. Bei anhaltendem Regen schützt er den Inhalt Deines Rucksacks.
Praktische Tipps zur Planung eines Treks in Schottland
Unterkünfte
Die Unterkunft am West Highland Way ist ein wichtiger Punkt. Wildcamping ist einfach und hilft, die Kosten zu begrenzen. Du musst jedoch die lokalen Regeln beachten. Rund um Loch Lomond unterliegen einige Bereiche besonderen Vorschriften.
Die Bothies, rustikale und kostenlose Schutzhütten, sind bei Wanderern sehr beliebt. Sie sind eine gute Alternative zum Camping, doch die Plätze sind begrenzt und Reservierungen sind nicht möglich.
Für mehr Komfort kannst Du B&Bs oder Hostels wählen. Davon findest Du mehrere entlang der Route. In der Hochsaison wird eine frühzeitige Reservierung dringend empfohlen.
Transport
Der Zug ist die einfachste Möglichkeit, den Start des West Highland Way zu erreichen. Die Linien Glasgow–Mallaig und Glasgow–Oban bedienen zahlreiche Ausgangspunkte. Mehrere Züge oder Busse ermöglichen es auch, bestimmte Punkte der Strecke zu erreichen und nur einen Teil des Treks zu absolvieren.
In Schottland ist der Gepäcktransfer auf beliebten Routen weit verbreitet. Spezialisierte Unternehmen transportieren Deine Taschen von Etappe zu Etappe, damit Du leichter unterwegs bist. Die Kosten sind in der Regel angemessen: etwa 80 Pfund pro Gepäckstück für die gesamte WHW-Strecke.
Die Midges
Ein Trek in den Highlands kann durch die Midges beeinträchtigt werden. Diese kleinen Insekten sind während der wärmsten Monate massenhaft vorhanden. Sie halten sich in feuchten, bewaldeten und windarmen Gebieten auf, besonders bei Sonnenaufgang und in der Dämmerung.
Zum Schutz vor Midges gilt das lokale Repellent „smidge“ als sehr wirksam. Eine weitere Möglichkeit ist, sich mit einem Kopfnetz auszustatten, das über einem breitkrempigen Hut getragen wird.
Das einzuplanende Budget
Die Ausgaben in den Highlands variieren stark je nach Komfortniveau. Für eine Woche Wildcamping solltest Du etwa 120 Pfund einplanen. Wenn Du Camping und Hostels kombinierst, kannst Du mit 440 Pfund rechnen. Für einen Aufenthalt im B&B solltest Du eher 1050 Pfund einplanen.

Ein Trek in Schottland ist eine hervorragende Möglichkeit, das Land zu entdecken. Wähle eine Route entsprechend Deinem Niveau und Deiner verfügbaren Zeit. Plane wasserdichte Ausrüstung ein, schütze Dich vor Midges und organisiere Unterkünfte, Verpflegung und Transport im Voraus. So kannst Du die einzigartigen Landschaften voll genießen, die sich Dir bieten.