Vor einigen Jahren schworen Wanderer ausschließlich auf die Trinkflasche. Mittlerweile lässt sich jedoch beobachten, dass das Trinksystem immer beliebter wird. Doch was soll man wählen? Beides hat seine Vor- und Nachteile. Der folgende Vergleich soll jedem Wanderer helfen, die Entscheidung anhand seiner persönlichen Kriterien zu treffen.
Die klassische Trinkflasche zum Wandern: zuverlässig und vielseitig
Die klassische Trinkflasche hat sich bewährt: Sie gehört zur Grundausrüstung beim Wandern. Eine robuste Flasche zur Aufbewahrung von Trinkwasser ist wichtig. Eine Metallflasche wird nicht so leicht beschädigt, selbst wenn Dein Rucksack versehentlich zu Boden fällt. Sie kann zudem mehrere Jahre halten – ein Vorteil, wenn Du häufig wandern gehst. Und falls sie doch unbrauchbar wird, lässt sie sich kostengünstig ersetzen.
Ein weiterer Vorteil der Metallflasche ist, dass sie verschiedene Arten von Getränken aufnehmen kann: Wasser, Kaffee, Tee oder anderes. Außerdem lässt sich eine Metallflasche sehr leicht pflegen – eine einfache Reinigung reicht aus, um sie gründlich zu säubern und jegliche Vermehrung von Bakterien oder anderen Keimen zu verhindern. Und last but not least schützt die Metallflasche dein Getränk vor Kälte: Das Wasser, der Tee oder der Kaffee, den du darin transportierst, gefriert nicht in kürzester Zeit, selbst wenn du die Flasche griffbereit hältst.
Allerdings hat die Metallflasche nicht nur Vorteile. Einer der gewichtigsten Nachteile beim Mitführen dieses Ausrüstungstyps ist die mangelnde Bequemlichkeit. Beim Wandern muss man manchmal klettern, Flüsse durchqueren oder Hindernisse überwinden, bei denen man beide Hände braucht. Hinzu kommt, dass man anhalten, den Rucksack öffnen und die Flasche heraussuchen muss, wenn man seinen Durst stillen will.
Außerdem sind Metallflaschen schwer. Da das Gewicht Deiner Ausrüstung für eine gelungene Tour zum Wandern wichtig ist, möchtest Du kaum zwei oder drei volle Flaschen mitnehmen. Wegen ihres oft begrenzten Fassungsvermögens kann das aber nötig sein. Im Rucksack brauchen Metallflaschen außerdem auch leer genauso viel Platz.

Das Trinksystem: praktisch und innovativ
Ein Trinksystem besteht aus einem flexiblen Kunststoffbehälter mit Trinkschlauch. Beim Wandern kannst Du so zwischendurch bequem einen Schluck trinken: Schlauch an den Mund und saugen. Du musst weder anhalten noch den Rucksack öffnen oder Dich verrenken, um an die Flasche zu kommen. Deshalb nutzen auch viele Sportler Trinksysteme, etwa Radfahrer, Rennfahrer und Läufer. Für das Wandern gibt es zwei Arten: befüllbare Taschen, die Du in den Rucksack legst, und Systeme, die bereits in einen speziellen Rucksack integriert sind.
Beim Wandern ist ein Trinksystem praktisch, das Du im Rucksack zum Wandern verstaust. Es ist dicht und passt sich seiner Umgebung an – auch wenn Dein Rucksack voll gepackt ist. Sein geringes Gewicht ist ein weiterer Vorteil: Bei gleichem Fassungsvermögen ist es deutlich leichter als eine Metallflasche. Trinksysteme fassen meist auch mehr Wasser als Metallflaschen. Das hängt natürlich von Marke und Modell ab; in der Regel fassen die Taschen 1 bis 3 Liter.

Allerdings lässt sich das Trinksystem schwer reinigen. Aus diesem Grund ist es nicht empfehlenswert, darin andere Getränke als Wasser aufzubewahren. Eine unzureichende Reinigung könnte leicht zu einer Vermehrung von Mikroorganismen führen, ganz zu schweigen von unangenehmen Gerüchen. Zudem ist das Trinksystem empfindlicher als die Metallflasche. Es kann Stöße verkraften, aber keine spitzen oder scharfen Gegenstände.
Ein letzter, wichtiger Nachteil: Beim Trinksystem kannst Du nicht genau erkennen, wie viel Wasser Du bereits getrunken hast. Über das Mundstück trinkt es sich leicht, sodass Du womöglich zu häufig und zu viel trinkst. Musst Du Wasser sparen, müsstest Du die Tasche aus dem Rucksack nehmen – wenig praktisch. Es gibt zwar vernetzte Taschen für Trinksysteme, die den Verbrauch elektronisch direkt am Mundstück erfassen, doch diese Modelle sind noch teuer.
Eine Frage des Geschmacks und der Gewohnheit
Zwischen einer Trinkflasche zum Wandern und einem Trinksystem lässt sich schwer pauschal entscheiden. Wenn Du erfahren bist und lange Touren machst, ist ein Trinksystem wegen seines Fassungsvermögens wahrscheinlich praktischer. Für kurze Tagestouren reichen eine Feld- oder Trinkflasche aus. Letztlich kommt es auch auf Deine Gewohnheiten und Vorlieben an. Probier beides aus und entscheide, was besser zu Dir passt.