Die Ardèche liegt in der Region Auvergne-Rhône-Alpes und ist ein beliebtes Ziel für Wanderer. Auf nur wenigen Kilometern bietet sie zwei sehr unterschiedliche Atmosphären. Der Norden ist geprägt von Mittelgebirgslandschaften, geformt durch Vulkane, Wälder und Hochplateaus. Der Süden präsentiert eine fast provenzalische Kulisse mit Kalksteinschluchten und Garrigue. Wanderungen in der Ardèche ermöglichen es also, zwischen sonnigen Routen mit mediterranem Flair und kühleren Spaziergängen im Herzen der Vulkanreliefs zu wählen.
Wanderungen im Süden der Ardèche: Schluchten, Kalkstein und Bademöglichkeiten
Der Gorges-Pfad
- Distanz: 24 km
- Höhenunterschied: 500 m Aufstieg / 500 m Abstieg
- Dauer: 12 Stunden
- Schwierigkeitsgrad: schwierig
Der Gorges-Pfad ist eine der bekanntesten Wanderrouten der Ardèche. Er liegt im Herzen des nationalen Naturschutzgebiets der Ardèche-Schluchten und verbindet Vallon-Pont-d'Arc mit Saint-Martin-d'Ardèche. Die Strecke ist linear. Du musst daher ein Fahrzeug am Zielort einplanen oder die Rückfahrt per Shuttle organisieren.
Die Wanderung hat eine Gesamtdistanz von 24 km, aufgeteilt in zwei Abschnitte von je 12 km. Der obere Abschnitt führt von der Brücke Pont du Tiourre, kurz nach dem Pont d'Arc, bis zum Biwak von Gournier. Der untere Abschnitt führt vom Biwak Gournier bis zum Strand von Sauze und Saint-Martin-d'Ardèche.
Die Route ist anspruchsvoll und erfordert etwa 12 Stunden Marsch. Wer ein gutes Tempo hält, kann sie an einem Tag bewältigen, aber es ist eher empfehlenswert, zwei Tage einzuplanen. So kannst du die Umgebung genießen und eine Nacht im Biwak mitten im Naturschutzgebiet verbringen. Wildes Camping ist verboten. Zwei Biwakplätze sind eingerichtet, darunter der von Gournier, der auf halber Strecke liegt. Eine Reservierung ist Pflicht und wird in der Hochsaison sogar mehrere Wochen im Voraus empfohlen.
Der Gorges-Pfad wechselt zwischen Felskanten und Flussufer. Er bietet zahlreiche Bademöglichkeiten entlang der Strecke. Es handelt sich jedoch nicht um eine Familienwanderung. Sie ist für Kleinkinder nicht geeignet, da es einige schwierige Passagen gibt. Insgesamt sind zwei Flussquerungen erforderlich im oberen Abschnitt, die nicht das ganze Jahr zugänglich sind. Informiert euch vor der Abfahrt beim Tourismusbüro.
Der Cirque de Gens
- Distanz: 7 km
- Höhenunterschied: 164 m Aufstieg
- Dauer: 2 Std. 15 Min.
- Schwierigkeitsgrad: schwierig
Der Cirque de Gens ist eine weitere unverzichtbare Route in der Ardèche. Diese 7-km-Runde, die in der Gemeinde Ruoms liegt, lässt sich in etwa 2 Stunden 15 Minuten bewältigen. Sie bietet herrliche Aussichtspunkte auf ein Naturgebiet, das der Fluss über Millionen von Jahren in die Kalksteinfelsen gehauen hat.
Während der Wanderung bewegst du dich in einer ruhigen Umgebung mit einer Vegetation, die nach dem Süden duftet. Du wirst schwindelerregende Felswände bestaunen und einen wunderschönen Sandstrand mitten im Schutzgebiet erreichen. An schönen Tagen kannst du deine Badebekleidung in deinen Wanderrucksack packen, um ein angenehmes und erfrischendes Bad zu genießen.
Trotz des moderaten Höhenunterschieds bleibt der Cirque de Gens eine anspruchsvolle Wanderung. Sie ist nicht für Kleinkinder oder Personen ohne ausreichende Trittsicherheit geeignet. Sie beinhaltet nämlich einen exponierten Abschnitt auf den Felsen, einen steilen und rutschigen Abstieg sowie schwieriges Gelände in Felsen und Kies. Bei Hochwasser wird der Rundweg schnell unpassierbar, da er dem Flussbett der Ardèche folgt.
Der Wald de Païolive
- Distanz: 1,8 bis 4,5 km
- Höhenunterschied: 27 bis 80 m Aufstieg
- Dauer: 40 Min. bis 2 Stunden
- Schwierigkeitsgrad: leicht
Der Wald de Païolive ist ein wahres natürliches Labyrinth, das auf dem Gebiet der Gemeinden Vans, Banne und Berrias-Casteljau liegt. Dieses geschützte Naturgebiet beherbergt zahlreiche Tierarten, seltene Pflanzen und geologische Verwerfungen. Vor Ort kannst du durch Erosion geformte Kalksteinblöcke beobachten.
Drei Rundwege ermöglichen die Erkundung des Waldes de Païolive. Sie sind alle leicht und für Kinder geeignet. Plane dennoch gutes Schuhwerk ein, da das Gelände aus Kieselsteinen besteht, stellenweise steil und nach Regen rutschig ist.
Drei Rundwege erschließen den Bois de Païolive. Sie sind alle für leichte Anforderungen geeignet und kindgerecht. Plane jedoch gutes Schuhwerk ein, da das Gelände steinig, stellenweise steil und nach Regen rutschig ist. Der Circuit de la Vierge (1,8 km) ist besonders bei Familien beliebt, da Kleinkinder das Gestein-Labyrinth und die kleinen Höhlen erkunden können. Der Circuit de la Corniche (3,5 km) führt oberhalb der Chassezac-Schlucht entlang und bietet schöne Ausblicke auf das Wasser, das sich zwischen hohen Kalksteinfelsen schlängelt. Der längere Circuit Saint-Eugène (4,5 km) durchquert einen Eichenwald und ermöglicht es, die durch Erosion in spektakuläre Formen gemeißelten Felsen zu bewundern.
Wanderungen im Norden und Westen der Ardèche: Vulkane, Sucs und Frische
Der Mont Gerbier-de-Jonc
- Distanz: 1,4 km
- Höhenunterschied: 90 m Aufstieg
- Dauer: 40 Min.
- Schwierigkeitsgrad: leicht
Der Mont Gerbier-de-Jonc ist ein vulkanischer Hügel, der als Suc bezeichnet wird. Seine Entstehung liegt etwa 8 Millionen Jahre zurück, in einer Zeit, als noch viele Vulkane in der Auvergne aktiv waren. Er gehört heute zu den bekanntesten Wahrzeichen der Region.
Die Wanderung auf den Mont Gerbier-de-Jonc ist ein kurzer Aufstieg von 1,4 km mit 90 Metern Höhenunterschied. Sie ist in 40 Minuten machbar und vom Gipfel aus eröffnet sich ein 360-Grad-Blick auf die Quellen der Loire und das Vulkanland.
Der Aufstieg auf den Mont Gerbier-de-Jonc ist für alle geeignet. Er ist jedoch recht steil, und du wirst gutes Wanderschuhwerk brauchen. Achte gut auf dem Weg auf, besonders wenn du mit Kindern unterwegs bist, denn die Steine können manchmal rutschig oder schwer zu erklimmen sein. An heiklen Stellen wurden Seile angebracht. An Regen-, Schnee- oder Gewittertagen ist das Wandern verboten, da die Phonolithfelsen zu rutschig werden.
Der Mont Mézenc
- Distanz: 3,7 km
- Höhenunterschied: 204 m Aufstieg
- Dauer: 1 Std. 40 Min.
- Schwierigkeitsgrad: leicht
Genau wie der Mont Gerbier-de-Jonc ist der Mont Mézenc ein unverzichtbarer Suc der Region. Mit seinen 1 753 Metern Höhe ist er zugleich der höchste Punkt der Ardèche und der Haute-Loire.
Die Wanderung auf den Mont Mézenc beginnt in der Regel am Col de la Croix de Peccata. Sie bildet eine einfache Runde, die in weniger als 2 Stunden zu bewältigen ist. Sie bietet einen beeindruckenden Ausblick auf die umliegenden Ebenen und Gebirge. So kann man auf einen Blick die Monts d'Ardèche, die Chaîne des Puys und die Alpen bewundern.
Die Route zum Mont Mézenc hat die Besonderheit, zwei Gipfel miteinander zu verbinden. Im Norden besteigt du die Kuppe der Croix de Mézenc in der Haute-Loire. Dort genießt du zunächst ein erstes 360-Grad-Panorama. Anschließend folgst du einem halben Kilometer langen Grat, um zur Südkuppe zu gelangen, dem höchsten Punkt der Ardèche.
Der Wasserfall Ray-Pic
- Distanz: 1,5 km
- Höhenunterschied: 50 m Aufstieg
- Dauer: 45 Min.
- Schwierigkeitsgrad: leicht
Der Wasserfall Ray-Pic ist ein einfacher Hin-und-Rück-Spaziergang. Er beginnt am dafür vorgesehenen Empfangsbereich nach dem Dorf Péreyres. In nur etwa zwanzig Minuten Fußweg kannst du dich dem Wasserfall Ray-Pic so nah wie möglich nähern. Um ihn aus mehreren Blickwinkeln zu bewundern, wurden drei Aussichtspunkte an strategischen Stellen errichtet.
Groß und Klein werden vom Wasserfall Ray-Pic beeindruckt sein. Der Fluss Bourges fällt über 60 Meter in die Tiefe und folgt dabei einem Lavastrom, der einen Wasserfall aus Basaltsäulen bildet. Auch wenn die Reinheit des Wassers zum Eintauchen einlädt – das Baden ist aus Sicherheitsgründen verboten.
Der Grenzausflug: die natürliche Verbindung zu den Cevennen
Wanderungen in der Ardèche können auch im äußersten Südwesten des Départements stattfinden. Besucher können sogar ihre Entdeckungstour in Richtung Cevennen fortsetzen. In dieser Zone werden die Landschaften nach und nach wilder und gebirgiger, mit deutlich weniger Besucheraufkommen als in den Ardèche-Schluchten.
Der Übergang zwischen der Ardèche und dem Nationalpark der Cevennen, einem der größten Schutzgebiete Frankreichs, vollzieht sich auf natürliche Weise. Die Routen führen meist über Kämme mit weiten Panoramablicken, durchqueren die für die Cevennen typischen Kastanienwälder und passieren kleine Weiler aus Stein. Das Relief ist stärker hügelig, mit teils bedeutenden Höhenunterschieden – was Wanderer anzieht, die abseits der ausgetretenen Pfade unterwegs sind.
Praktische Tipps: Klima und Ausrüstung für die Ardèche
In den Sommermonaten übersteigen die Temperaturen in der Ardèche regelmäßig 30 Grad. Das gilt insbesondere in den Schluchten oder auf den Kalksteinplateaus, wo Schatten manchmal rar ist. Um die heißesten Stunden zu meiden, empfehlen wir dir, früh morgens aufzubrechen. Vergiss auch nicht, dich mit Kappen, Sonnenbrillen und Sonnencreme zu schützen. Nimm außerdem 2 bis 3 Liter Wasser pro Person mit, da Trinkwasserstellen auf den Routen nicht immer vorhanden sind.
Im Spätsommer und Herbst kann die Ardèche von Cevennen-Niederschlagsereignissen betroffen sein. Diese intensiven Regenfälle können den Wasserstand der Flüsse innerhalb weniger Stunden oder sogar Minuten ansteigen lassen. Überprüfe vor dem Aufbruch die Wettervorhersage und verzichte auf eine Wanderung, wenn ein starkes Gewitter angekündigt ist. Halte dich außerdem vom Flussbett fern – weder parken noch darin bewegen.
Viele Wanderungen in der Ardèche erfordern das Überqueren von Flüssen. Es ist nicht ungewöhnlich, dass Routen eine oder mehrere Furt-Querungen beinhalten, insbesondere in den Schluchten und Tälern. Nach starkem Regen kann ihre Überquerung jedoch gefährlich werden. Es ist daher besser umzukehren, als die Querung zu versuchen. Aus Sicherheitsgründen werden bestimmte Wege gesperrt, wenn der Wasserstand als zu hoch eingestuft wird.
Wanderungen in der Ardèche begeistern durch die Vielfalt ihrer Landschaften – Kalksteinschluchten, Vulkanreliefs und Wälder. Ob du eine Familienwanderung oder eine sportlichere Route suchst: Das Département bietet zahlreiche Möglichkeiten, eines der schönsten Naturziele in der Auvergne-Rhône-Alpes zu erkunden.