In der freien Natur verliert man ohne Anhaltspunkte schnell die Orientierung. Die Wegmarkierung beim Wandern erleichtert das Navigieren im Gelände. Doch sie reicht allein nicht aus. Man muss sie auch richtig lesen können und die Wandermarkierung von MTB-Strecken (Mountainbike), Jagdgebieten oder Reitwegen unterscheiden. Hier erfährst du alles Wichtige über die Wanderbeschilderung, damit du auf deiner Route immer auf Kurs bleibst.

Die verschiedenen Markierungsarten
Im städtischen Raum regeln Schilder und Fahrbahnmarkierungen den Verkehr an Kreuzungen und Straßen. Wir orientieren uns an Ampeln, Schildern, Bodenmarkierungen und Ordnungshütern. Beim Wandern funktioniert die Orientierung nach einem ganz ähnlichen Prinzip.
Wegweiser liefern Wanderern beispielsweise alle wesentlichen Routeninformationen. Meist stehen diese Wanderschilder direkt am Startpunkt einer Tour. Dort findest du Angaben zu Höhenmetern, Orientierungspunkten, geschätzter Gehzeit, Art der Markierung und vielem mehr. Unterwegs zeigen dir Schilder deinen aktuellen Standort sowie die Richtung zum Ziel an.

Die Markierungen
Es gibt auch Farbmarkierungen, deren Träger variieren können: Mauern, Felsen, Bäume, Pfosten. Apropos Pfosten: Sie werden meist auf Abschnitten verwendet, auf denen Bodenmarkierungen weder angebracht noch erkannt werden können, wo es weder Bäume noch Mauern gibt und vor allem dort, wo kein vorgezeichneter Weg existiert. Die Priorität bei der Wegmarkierung liegt darauf, die Farbmarkierungen an unbeweglichen Elementen (Mauern, Felsen, Bäumen…) anzubringen. Pfosten kommen zum Einsatz, wenn nichts anderes verfügbar ist: Sie sind jedoch praktisch, wenn du in verschneitem Gelände wandern gehst, da sie selten unter dem Schnee begraben werden.
Auch Steinmännchen (Cairns) sind typische Wegweiser: Steinhaufen, die Wanderer auf Bergkuppen oder Anhöhen errichten, um als Orientierungspunkt den weiteren Verlauf zu weisen. Es gibt noch viele weitere Geländehinweise – entscheidend ist, die Bedeutung jedes Zeichens exakt zu deuten.
Wegmarkierungen beim Wandern in Frankreich richtig lesen
Die Wegmarkierung beim Wandern ist ein System aus Schildern und Zeichen, damit Wanderer auf dem richtigen Weg bleiben. Es gibt hunderte Varianten, doch für uns steht das französische System im Fokus. In Frankreich profitieren Wanderer von der Fédération Française de Randonnée Pédestre, deren ehrenamtliche Helfer die Markierungen pflegen. Man unterscheidet zwischen GR-Wegen (Fernwanderwege), GRdP-Wegen (regionale Fernwanderwege) und PR-Wegen (lokale Rundwanderwege). Diese drei Markierungstypen lassen sich anhand ihrer Farben erkennen: GR-Wege sind weiß-rot markiert. GRdP-Markierungen sind an den Farben Gelb und Rot zu erkennen. Lokale PR-Wanderwege sind durchgehend gelb gekennzeichnet.

Die verschiedenen Wegzeichen
Dir begegnen unterschiedliche Wegzeichen, egal ob auf GR-, GRdP- oder PR-Routen. Entscheidend ist, ihre Bedeutung zu kennen. Auf GR- und GRdP-Wegen bist du richtig, wenn zwei horizontale Balken übereinander angebracht sind (die Farbe hängt davon ab, ob es sich um einen GR oder GRdP handelt). Auf einem PR-Weg erkennst du diese Bestätigung an einem einzelnen gelben Querbalken.
Zusätzlich zu diesen Markierungen weist ein Pfeil auf Richtungswechsel hin. Zudem gibt es deutliche Hinweise, wenn du den falschen Pfad gewählt hast: Bei GR-Wegen signalisiert ein rot-weißes Kreuz den Fehlweg, bei GRdP-Routen ist das Kreuz gelb-rot. Auf PR-Wegen zeigt ein gelbes Kreuz an, dass du die falsche Richtung eingeschlagen hast. Insgesamt ist die Wegmarkierung beim Wandern pragmatisch aufgebaut und intuitiv verständlich. Mit etwas Routine liest du die Zeichen ganz automatisch.
Wenn Zweifel aufkommen, halte auf dem vermuteten Pfad etwas weiter voraus Ausschau nach einer neuen Markierung, die deine Richtung bestätigt oder widerlegt. Meist findet sich nach wenigen Dutzend Metern – oder noch früher – ein Kreuz, das anzeigt, dass du vom Weg abgekommen bist.
Kurs halten!
Ohne die richtigen Reflexe kann man sich beim Wandern schnell verirren. Zunächst einmal gilt es, Wegmarkierungen konsequent zu nutzen. Sie dienen der Orientierung – das Mindeste ist, ihnen zu folgen. Allerdings machen Markierungen nicht alles beim Wandern aus. Es ist entscheidend zu wissen, wie man sich anhand einer Karte orientiert und wie man weitere Hilfsmittel wie Kompass oder GPS bedient. Mit diesen Tools weißt du genau, wo du bist und wohin du musst. Ein weiterer Tipp, um die Orientierung nicht zu verlieren: Halte deinen Fortschritt auf einer Karte fest.
Nutze dein GPS zur Standortbestimmung oder markiere deine Position im Verlauf deiner Tour. Zeichne diesen Punkt anschließend auf deiner Karte ein und notiere die Uhrzeit, zu der du dort warst. Da du zu Beginn deiner Wanderung eine Schätzung der Gehzeit hast, gibt dir dies einen Anhaltspunkt für die verbleibende Dauer. Wenn du seit zwei Stunden ohne Pause gehst, laut Karte aber schon vor 45 Minuten hättest ankommen müssen, solltest du dringend deine Orientierungspunkte überprüfen.