Skibergsteigen erfordert gute Bergkenntnisse. Je nach gewähltem Spot sind Schwierigkeit und Lawinenrisiko unterschiedlich. Um Probleme zu vermeiden, musst du einen Ort wählen, der deinem Niveau entspricht. Entdecke die unverzichtbaren Spots fürs Skibergsteigen.
Das Wichtigste im Überblick:
- Skigebiete bieten markierte Skibergsteigen-Routen, die auch für Anfänger geeignet sind.
- Wilde Massivs sind erfahrenen Skifahrern vorbehalten.
- Jede Tour muss im Voraus geplant werden, um Risiken zu vermeiden.
Für einen sicheren Einstieg: markierte Routen in Skigebieten
Wenn es ums Skibergsteigen geht, darf Arêches-Beaufort in Savoyen nicht fehlen. Seit mehr als 30 Jahren beherbergt der Ort das berühmte Skibergsteigen-Rennen Pierra Menta. Insgesamt werden vier permanente Routen, sogenannte „Traces", nach Farbe nach Schwierigkeit klassifiziert, angeboten. Für Einsteiger ins Skibergsteigen ist die Trace Verte mit ihren 1,5 km Länge und 310 m positivem Höhenunterschied ideal.
Ein weiteres Skigebiet in Savoyen: Val Thorens verspricht dank seiner großen Höhenlage gute Schneeverhältnisse und ist damit das höchstgelegene Skigebiet Europas. Beim Skibergsteigen bietet es fünf markierte Routen mit außergewöhnlichen Aussichten. Die Camille ist bei Anfängern besonders beliebt mit ihren 1,9 km und 235 m positivem Höhenunterschied.
Für Skifahrer, die ein einladenderes und zugänglicheres Skigebiet suchen, ist La Clusaz in Haute-Savoie eine gute Option. Das Skigebiet bietet zwei markierte Routen fürs Skibergsteigen: die Strecke Beauregard (5 km und 600 m Aufstieg) sowie die Strecke Massif de l'Étale (4 km und 700 m Aufstieg).
Im Gegensatz zu den Alpen ist das Skibergsteigen in den Pyrenäen weniger strukturiert und ausgeschildert. Es ist jedoch möglich, es in Gourette in den Pyrénées-Atlantiques zu erlernen. Eine frei zugängliche Route verbindet den Sessellift Cotch mit dem Weiler Fontaines de Cotch. Die vier Abschnitte können nacheinander oder in Teiletappen bewältigt werden, mit insgesamt 4,5 km und 730 m positivem Höhenunterschied.
Für Fortgeschrittene: zugängliche Wildmassivs
Für erfahrenere Sportler mit einer guten körperlichen Vorbereitung fürs Skibergsteigen sind wilde Massivs oft attraktiver. In den südlichen Alpen ist das Queyras sehr beliebt. Eine Vielzahl von Routen ist unter anderem von Arvieux-Brunissard, Abriès oder Saint-Véran aus möglich.
Ebenfalls in den südlichen Alpen bietet der Mercantour anspruchsvolleres Gelände. Für Fortgeschrittene ist die Hütte La Madone de Fenestre Ausgangspunkt zahlreicher Routen wie dem Balcon du Gélas, dem Tour du Gélas oder Caïre Cabret. Diese noch sehr ursprünglichen Orte bieten den Vorteil, Ausblicke auf die höchsten Gipfel des Mercantour zu ermöglichen.

In den nördlichen Alpen gelegen ist die Vanoise ein riesiges Spielfeld für Skifahrer. Du findest dort unzählige Routen mit unterschiedlichen Höhenunterschieden zwischen 300 und 1000 m und Streckenlängen von in der Regel 5 bis 12 km je nach Parcours. Die klassische Route zum Col de la Vanoise ermöglicht es, eine noch sehr ursprüngliche Natur zu entdecken.
Das Fiz-Massiv ist eine weitere sehr geschätzte Option. Seine märchenhaften Landschaften ermöglichen es, das Mont-Weiß-Massiv zu erblicken. Auch hier stehen den Skifahrern mehrere Routen mit 700 bis 1.200 m positivem Höhenunterschied zur Auswahl. Die Ausgangspunkte können beispielsweise Plaine-Joux oder Servoz sein.
Schließlich können Skifahrer, die natürliches Gelände ohne nahe Infrastruktur suchen, die Pyrénées Ariégeoises ansteuern. Dort sind ebenfalls mehrere Touren möglich, darunter eine mit 750 m positivem Höhenunterschied ab dem Staudamm von Laparan bis zum Col du Riutort.
Den richtigen Ort fürs Skibergsteigen wählen
Bevor du entscheidest, wo du Skibergsteigen gehen möchtest, solltest du einige Punkte beachten. Zunächst überprüfe die Schneelage, lies das Lawinenbulletin (BRA) und schau dir die Wettervorhersage an. Vergiss vor dem Aufbruch auch nicht, deine gesamte Sicherheitsausrüstung zusätzlich zu deiner Skibergsteigen-Ausrüstung einzupacken.
Wähle eine Route, die deinem Niveau entspricht. Informiere dich über den Höhenunterschied und die technischen Schwierigkeiten. Wenn du Anfänger oder Fortgeschrittener bist, bevorzuge übersichtliches Gelände mit offenen Zonen, breiten Tälern und gleichmäßigen Hängen. Achte außerdem darauf, den Startpunkt leicht erreichen zu können.

Plane noch vor der Abfahrt einen Plan B ein. Wähle eine ähnliche, aber kürzere Route, um bei Problemen eine Alternative zu haben. Scheue dich nicht, spezialisierte Foren oder lokale Wanderergruppen zu konsultieren, um aktuelle Informationen über den Zustand der Wege zu erhalten.
Dein Niveau, deine Erwartungen und dein Standort sollten dir als Orientierung dienen, um zu entscheiden, wo du Skibergsteigen gehen möchtest. Wenn du passende Routen wählst und jede Tour sorgfältig planst, genießt du das Bergabenteuer in vollen Zügen und in aller Sicherheit.
Bildnachweis: Grégoire Fauquenoi