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Der härteste Ultra-Trail der Welt: die Barkley

Der härteste Ultra-Trail der Welt: die Barkley

24 Jan. 2025

L’Ultra-trail le plus dur du monde : la Barkley

In der Welt des Ultra-Trailrunning gelten manche Rennen als besonders schwierig. Zu ihnen zählt die Barkley. Es handelt sich um einen Lauf über mehr als 160 km mit enormem Höhenunterschied, strikten Zeitlimits und ungewöhnlichen Regeln. Diese zahlreichen Faktoren haben ihr den Ruf eingebracht, der härteste Ultra-Trailrunning-Lauf der Welt zu sein.

Das Wichtigste im Überblick: 

  • Die Barkley wurde 1986 von Gary Cantrell ins Leben gerufen, nachdem ein Gefangener in Tennessee entkommen war.
  • Nur 40 Personen können an jeder Ausgabe teilnehmen, und das Anmeldeverfahren unterliegt strikter Geheimhaltung.
  • Dieser Ultra-Trailrunning-Lauf erstreckt sich über 60 Stunden, mit 160 km Strecke, 18.000 Höhenmetern im Aufstieg, einem nicht markierten Kurs, unvorhersehbarem Wetter und keinerlei Unterstützung.
  • Im Jahr 2023 wurde Aurélien Sanchez der erste Franzose, dem das Kunststück gelang, die Barkley zu beenden.

Die Ursprünge der Barkley

Der härteste Ultra-Trailrunning-Lauf der Welt wurde 1986 im Frozen Head State Park in Tennessee, USA, ins Leben gerufen. Die Barkley hat ihren Ursprung in einem Ereignis aus dem Jahr 1977. In jenem Jahr floh James Earl Ray, der Attentäter von Martin Luther King Jr., aus dem Brushy Mountain-Gefängnis. Nach einer 55-stündigen Flucht durch den Wald von Frozen Head wurde er schließlich von der Polizei gefasst.

Inspiriert von dieser Geschichte erdachte Gary Cantrell, genannt „Laz", gemeinsam mit seinem Freund Karl Henn ein Extremrennen. Die erste Ausgabe vereinte nur 13 Teilnehmer, die 50 Meilen (80,5 km) in weniger als 24 Stunden zurücklegen mussten. 

Im Laufe der Jahre hat sich das Rennen weiterentwickelt und sein heutiges Format angenommen. Seit 1995 müssen die Läufer 100 Meilen (160,9 km) zurücklegen, aufgeteilt auf fünf Runden, in weniger als 60 Stunden. Die Runden werden nicht in der gleichen Richtung absolviert, um das Rennen zusätzlich zu erschweren. Wer die Ziellinie nicht überquert, kann den „Fun Run" gewinnen – das bedeutet, drei Runden in weniger als 40 Stunden zu absolvieren.

Die Anmeldebedingungen

Jedes Jahr werden nur 40 Teilnehmer zur Barkley eingeladen. Die Anmeldung steht jedoch nicht allen offen. Die Läufer müssen ein rigoroses Ultra-Trailrunning-Training absolviert haben und den Kontakt zu Laz finden, der streng geheim gehalten wird. Anschließend müssen sie ein Motivationsschreiben per E-Mail an einem genauen Datum einsenden. Bei einer Auswahl müssen die Teilnehmer eine rechtliche Haftungserklärung unterzeichnen und die Anmeldegebühr von 1,60 Dollar entrichten (also 1 Cent pro gelaufenem Kilometer).

Ein Trailrunning-Läufer trainiert auf einem Pfad mit einer Stirnlampe.

Der härteste Ultra-Trailrunning-Lauf der Welt findet jedes Jahr zwischen Ende März und Anfang April statt. Um teilnehmen zu können, müssen neu ausgewählte Läufer ein Nummernschild aus ihrem Herkunftsland mitbringen. Sie erhalten am Vorabend des Wettkampfs eine Streckenkarte und werden schließlich erst eine Stunde vor dem Start durch ein Nebelhorn über den Rennbeginn informiert.

Was die Barkley zum härtesten Ultra-Trailrunning-Lauf der Welt macht

Das Zeitlimit und der Höhenunterschied 

Zahlreiche Faktoren machen die Barkley zum härtesten Ultra-Trailrunning-Lauf der Welt. Zunächst müssen die Teilnehmer jede der fünf Runden des 160-km-Kurses in maximal 12 Stunden absolvieren, um das 60-Stunden-Limit einzuhalten. Außerdem müssen sie sich mit einem positiven Höhenunterschied von 18.000 Metern auseinandersetzen – das entspricht fast dem Doppelten des UTMB.

Der nicht markierte Kurs und das Wetter

Jedes Jahr ändert sich die Strecke und wird erst am Vorabend des Wettkampfs bekannt gegeben, um Streckenkundfahrten und gezielte Vorbereitung zu verhindern. Die Teilnehmer bewegen sich in einer unbekannten Umgebung, hauptsächlich abseits markierter Wege und bei wechselhaftem Wetter (Hitze, Regen, Nebel, Frost…). Sie müssen daher Trailrunning-Bekleidung und Trail-Schuhe mitbringen, die für alle Bedingungen geeignet sind. 

Keine Unterstützung und kein GPS

Ein Trailrunning-Läufer läuft in freier Natur.

Während des Rennens steht den Teilnehmern keine Unterstützung und kein Verpflegungspunkt zur Verfügung – mit Ausnahme des Startbereichs. GPS und Höhenmesser sind verboten, die Orientierung ist ausschließlich mit Karte und Kompass erlaubt. Das Fehlen fester Orientierungspunkte sowie die durch starke Regenfälle entstehenden Wasserläufe erhöhen das Risiko der Desorientierung erheblich.

Die Durchgangsbestätigungen

Um den Lauf zu bestätigen, müssen die Teilnehmer nachweisen, dass sie den Kurs korrekt absolviert haben. Dafür erhalten sie bei jeder Runde eine neue Startnummer. Anschließend müssen sie an strategischen Punkten versteckte Bücher finden und die ihrer Nummer entsprechende Seite herausreißen. 

Die Renndauer

Neben den Einschränkungen durch den Lauf selbst, das Wetter oder die Navigation müssen die Teilnehmer die Grenzen ihres Körpers überwinden. Da der Lauf 60 Stunden dauert, müssen sie zwei aufeinanderfolgende Nächte ohne Schlaf durchhalten, um die Ziellinie zu überqueren. Dieser Schlafmangel in Verbindung mit der körperlichen Erschöpfung kann visuelle und akustische Halluzinationen auslösen und sie zum Aufgeben zwingen. 

Ein Trailrunning-Läufer läuft in den Bergen mit einem Wald im Hintergrund.

Der Sieg von Aurélien Sanchez im Jahr 2023

Seit 1995 haben nur 21 Teilnehmer die Barkley erfolgreich beendet. Darunter der Franzose Aurélien Sanchez. Nach mehreren Jahren Training nahm er an der Ausgabe 2023 teil. Während keinem Teilnehmer seit 2017 das Finishen des Ultra-Trailrunning gelungen war, schafften es in jenem Jahr drei Läufer. Aurélien Sanchez belegte den ersten Platz in 58 Stunden, 23 Minuten und 12 Sekunden. Er setzte sich gegen den Amerikaner John Kelly und den Belgier Karel Sabbe durch.

Der Lauf von Aurélien Sanchez war im letzten Umlauf von einem Zwischenfall geprägt. Ein Wanderer hatte eines der Bücher aufgehoben, sodass der Franzose seine Seite nicht herausreißen konnte. Sein Umlauf wurde dennoch gewertet, was ihm den Finisher-Status einbrachte. Im darauffolgenden Jahr versuchte der Sportler erneut sein Glück, schaffte es jedoch nicht, das Rennen zu beenden.

Obwohl es viele sehr schwierige Rennen gibt, gilt die Barkley oft als der härteste Ultra-Trailrunning-Lauf der Welt. Neben den notwendigen körperlichen Fähigkeiten müssen die Läufer sich zuverlässig orientieren, Schlafentzug ertragen, sich an die Wetterbedingungen anpassen und sich mental vorbereiten.

F.A.Q

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