Das Ultraleichte im Bereich Biwak macht manchmal Angst. Jedenfalls interessieren sich viele Menschen dafür, um der Natur näherzukommen und sich mit ihr zu verbinden, doch sie wagen den ersten Schritt nicht. Aus Unwissenheit über das Ausrüstung, aus Angst und aus psychologischen Hemmungen heraus. Schauen wir uns also an, wie man sich für ein erstmaliges Biwak ohne Zelt organisiert, mit welchem Ausrüstung und in welcher Konfiguration.
Das Wichtigste in Kürze:
- Das Biwak ohne Zelt ist die Gelegenheit, sich mit der Natur zu verbinden, Stress abzubauen und leichter zu reisen.
- Es ist möglich, sich mit bestimmten kostengünstigen und leichten Ausrüstungen vor Wetterunbilden zu schützen.
- Tarps, einwandige Unterstände und Hängematten sind die beliebtesten Ausrüstungen für eine Nacht unter dem Sternenhimmel.
- Für eine erfolgreiche Nacht ist es wichtig, das Ausrüstung vorher zu testen, zur richtigen Jahreszeit aufzubrechen und sich über die Wetterbedingungen zu informieren.
- Die Wahl des Biwakplatzes erfordert etwas Erfahrung, lässt sich aber recht einfach bewerkstelligen, wenn man einige Regeln befolgt.
Die Vorteile einer Nacht unter dem Sternenhimmel
Eine Nacht unter dem Sternenhimmel ist mehr als eine einfache Nacht im Freien. Es gibt mehrere Gründe, diesen Schritt zu wagen. Zunächst der Wunsch, sich mit der Natur zu verbinden. Du kannst ein echtes Sinneserlebnis genießen, indem du dem Zirpen der Grillen lauschst oder den Wind auf deinem Gesicht spürst. Außerdem kannst du einen Großteil der Nacht damit verbringen, die Milchstraße zu beobachten.
Eine Nacht unter dem Sternenhimmel hat auch viele gesundheitliche Vorteile. Es ist tatsächlich die Gelegenheit, wieder mit sich selbst in Kontakt zu kommen, dem manchmal stressigen Alltag zu entfliehen und Abstand vom eigenen Leben zu gewinnen. Die kühle Luft kann so dazu beitragen, Stress zu reduzieren, das Immunsystem zu stärken und auch die Schlafqualität zu verbessern.
Schließlich ist das Biwak ohne Zelt die Gelegenheit, leicht zu reisen. Ohne oder mit sehr wenig Ausrüstung zum Schutz wird dein Wanderrucksack erheblich leichter. Indem du auf das Zelt verzichtest, kannst du dich leichter fortbewegen und das Lager schneller abbrechen. Deine Anwesenheit wird auch diskreter sein und du hinterlässt weniger Spuren.
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Die Hemmungen beim Umstieg auf das Biwak ohne Zelt
Der erste Schritt zur wirklichen Gewichtseinsparung besteht meistens nicht darin, Listen zu erstellen oder revolutionäres Ausrüstung zu beschaffen. Der wichtigste Faktor ist, die eigenen psychologischen Barrieren zu überwinden.
Die psychologischen Barrieren beim ultraleichten Biwak
Beim Biwak macht der Wechsel von einem doppelwandigen oder einwandigen Zelt zu einem Tarp oder einem einwandigen Unterstand vielen Wanderern Angst. Das ist normal. Einerseits ist es für niemanden selbstverständlich, seine Gewohnheiten zu ändern. Andererseits ist man exponierter und fühlt sich „nackt", wenn man sich seine erste Nacht unter einem Tarp vorstellt.
Wenn man unter einem klassischen Zelt schläft, fehlt zwar der Komfort einer festen Unterkunft oder des eigenen Hauses, aber es gibt einen wichtigen gemeinsamen Punkt: den geschlossenen Charakter. Der ultraleichte Unterschlupf sprengt diese Schutzblase, denn man befindet sich in einer offenen Umgebung.
Tatsächlich schließt sich deine Welt im Unterstand nicht, sondern öffnet sich. Du schließt nicht dein Zelt, sondern dein Lebensraum weitet sich auf deine unmittelbare Umgebung aus. Mach die Erfahrung und du wirst schnell merken, dass dein „Wohnraum" die kleine Lichtung ist, in der du dich eingerichtet hast, oder die felsige Nische, die dir Schutz bietet.
Einer der zweiten psychologischen Hemmfaktoren beim Umstieg auf das ultraleichte Unterkunftssystem sind die Wetterunbilden. Es ist klar, dass man sich direkt auf dem Boden verletzlicher fühlt und mit einer einfachen Plane auf Wanderstöcken oder Holzstücken.

Die Frage des Witterungsschutzes beim Biwak ohne Zelt
Ein Tarp hält jedoch einen heftigen Gewittersturm problemlos stand. Ein gut gewählter einwandiger Unterstand widersteht starken Windböen. Viele Menschen nutzen den ultraleichten Unterstand bei jedem Wetter ohne besondere Wetterprobleme. Mit guter Kleidung, einem guten Schlafsack und einem gut gewählten Ort bist du auf der sicheren Seite. Mit etwas Erfahrung wirst du schnell den besten Platz finden, um nicht am frühen Morgen in einer Wasserlache oder in einem eisigen Luftzugkanal aufzuwachen.
Auch Tiere und Streifzügler können zu den Ängsten zählen. Was Tiere betrifft, gibt es in unseren Breitengraden kaum Gefahr. Im Allgemeinen nimmt die Tierwelt deine Anwesenheit wahr und kommt nicht näher. Und wenn du das Glück hast, beim Erwachen ein Reh zu erblicken, wirst du sicherlich einen unvergesslichen Moment erleben.
Gleiches gilt für unerwünschte Begegnungen. Grundsätzlich ist man in einem offenen Unterstand nicht mehr gefährdet als in einem geschlossenen Zelt (das würde ohnehin niemanden aufhalten). Auch hier ist die Wahl deines Standorts entscheidend, um die Risiken zu minimieren.
Am Ende zählt der erste Schritt. Zögere nicht, dein erstes Lager an einem Ort einzurichten, den du gut kennst, oder zunächst Probeübernachtungen im eigenen Garten durchzuführen. Und für dein erstes echtes Biwak in einem ultraleichten Unterstand – mach es mit jemandem, der bereits Erfahrung damit hat. Das wird dich beruhigen!
Das Ausrüstung für ein Biwak ohne Zelt
Die Tarps
Ein Tarp ist nichts anderes als eine wasserdichte Plane (oder Abdeckplane), die Befestigungspunkte auf und rings um die Plane aufweist. Um ein Tarp aufzubauen, braucht man entweder Äste, kleine Baumstämme oder Wanderstöcke.
Das sind die leichtesten Unterstände auf dem Markt. Sie sind preisgünstig und passen sich allen erdenklichen Situationen an. Allerdings ist es die ultimative Version, die ein wenig Erfahrung und Funktionalität erfordert, um sich vollkommen wohlzufühlen.

Die einwandigen Unterstände
Der einwandige Unterstand besteht aus einer wasserdichten Außenplane und hat in den strengsten Versionen keinen Boden. Er kann offen oder geschlossen sein und bietet je nach Modell Platz für 1 bis 4 Personen. Die Handhabung ist einfacher als bei einem Tarp, und er verfügt über zahlreiches Zubehör, das das Leben leichter macht (Moskitonetz, Boden…). Er ist ideal für Einsteiger im ultraleichten Unterstand, auch wenn Gewicht und Packmaß manchmal ein Hemmnis sein können.
Die Hängematten
Die Hängematte ist relativ einfach aufzubauen und sehr leicht. Dieses hängende Schlafgerät hat den Vorteil, keinen Bodenkontakt zu haben. Es schützt daher vor Sickerwasser, kleinen Tieren oder unbequemen Untergründen. Es gibt verschiedene Modelle, mit oder ohne integriertes Moskitonetz oder mit einer Plane für mehr Schutz. Die Hängematte muss jedoch an zwei stabilen Befestigungspunkten aufgehängt werden, was in nicht bewaldeten Gebieten ein Problem darstellen kann.
Das sonstige nützliche Ausrüstung beim Biwak ohne Zelt
Neben der Grundausrüstung können weitere Ausrüstungsgegenstände beim Biwak ohne Zelt zusätzlichen Schutz bieten. Untermatten und Schlafsäcke sind sehr nützlich, um gegen Kälte zu isolieren, während wasserabweisende Säcke oder Überzüge helfen, Tau und Feuchtigkeit abzuwehren. Um sich vor Insekten zu schützen, denke an ein Repellent oder Mückenschutzmittel.
Ein weiteres unverzichtbares Zubehör ist die Taschen- oder Stirnlampe, mit der du dich in der Nacht beleuchten kannst. Wenn du dich vom Lärm bestimmter Tiere isolieren möchtest, sind Ohrstöpsel ebenfalls praktisch. Schließlich sollten die Erste-Hilfe-Ausrüstung und die Rettungsdecke deine Biwak-Ausrüstungsliste vervollständigen.

Tipps für eine erfolgreiche Nacht unter dem Sternenhimmel
Für ein erfolgreiches Biwak ohne Zelt lautet der erste Tipp: Wähle die richtige Jahreszeit. Das winterliche Biwak ohne Zelt ist für Einsteiger nicht empfehlenswert. Stattdessen empfehlen wir, im Frühling oder Sommer aufzubrechen, wenn die Bedingungen günstiger sind.
Du möchtest nicht ohne Zelt im Regen schlafen? Dann denke daran, die Wetterbedingungen vor dem Aufbruch zu prüfen. Das gilt ebenso, wenn du die Sterne beobachten möchtest. In diesem Fall solltest du Vollmondnächte oder bewölkten Himmel meiden. Wähle außerdem einen Biwakplatz abseits der Stadt, um Lichtverschmutzung zu vermeiden. Eine Sternenkarte mitzunehmen kann sich übrigens als nützlich erweisen, um Sternbilder zu identifizieren.
Beim ersten Biwak ohne Zelt ist es ebenfalls wichtig, das Ausrüstung vorab gründlich zu testen. Manche Ausrüstungsgegenstände wie Tarps erfordern etwas Übung beim Aufbau. Zögere daher nicht, eine Testnacht im eigenen Garten zu verbringen. Schließlich denke daran, dich zum Schlafen warm anzuziehen. Vergiss neben der Grundausrüstung nicht, deine Körperextremitäten zu schützen und thermische Unterwäsche zu tragen. Sie wird unverzichtbar gegen die Kälte sein.
Den Biwakplatz wählen
Wie bereits erwähnt, ist die Wahl des richtigen Ortes für ein erfolgreiches Biwak mit einem ultraleichten Unterstand entscheidend. Das erfordert etwas Erfahrung, aber du wirst schnell die richtigen Instinkte entwickeln, um zu beurteilen, ob ein Ort für ein Biwak geeignet ist.

Gelände erkunden
Erkunde zunächst vor deinem Wandertag auf der Karte möglichst ebene Gebiete, die von Straßen oder stark frequentierten Wegen entfernt sind. Meide enge Täler oder ausgeprägte Mulden (nachts kälter) sowie Bereiche unterhalb von Felswänden oder Steilhängen (Steinschlaggefahr). Meide auch Sümpfe und zu feuchte Zonen, auch wenn die Nähe eines kleinen Bachlaufs praktisch sein kann.
Sobald du vor Ort bist, schau dir das Gelände genau an. Wenn du dir über die Möglichkeit eines Hochwassers unsicher bist, meide Bereiche, in denen sich Treibgut angesammelt hat. Beurteile, ob der Anblick des Ortes dem entspricht, was du dir auf der Karte vorgestellt hattest.
Um den genauen Ort für deinen Unterstand zu finden, wähle einen windgeschützten Platz mit möglichst weichem Untergrund. Zögere nicht, ihn mit Farnen oder großen Pflanzen, Moos oder Tannennadeln auszustatten. Das hat auch eine angenehm isolierende Wirkung.
Gelände testen
Bevor du dich endgültig einrichtest, teste den Platz, an dem du schlafen wirst. Oft steckt der Teufel im Detail: ein spitzer Stein, eine Mulde oder eine Erhebung, die im Stehen unsichtbar ist.
Dann musst du nur noch dein kleines Lager aufbauen und einen schönen Abend und eine gute Nacht verbringen!