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Die Biwakausrüstung: Packliste der Unverzichtbaren

Die Biwakausrüstung: Packliste der Unverzichtbaren

01 Jul. 2024

Le matériel de bivouac : liste des indispensables

Du möchtest auf Abenteuer gehen? In der freien Natur schlafen? Biwakieren ist die ideale Aktivität, um Zeit draußen zu verbringen. Allerdings reicht es nicht aus, sich einfach an einen Ort deiner Wahl zu begeben und dort sein Zelt aufzuschlagen. Das Biwakieren unterliegt Vorschriften und kann nicht spontan erfolgen. Es ist wichtig, bestimmte Regeln einzuhalten – insbesondere bezüglich der Ausrüstung, die du in deinem Rucksack mitnehmen solltest. Während einige Dinge aus Sicherheits- oder Umweltschutzgründen nicht empfohlen werden, erweisen sich andere als äußerst nützlich. Deshalb verraten wir dir hier die unverzichtbare Biwak-Ausrüstungsliste.

Eine Frau liest in ihrem Biwakzelt

Biwak-Ausrüstungsliste für das Lager

Die Wahl des Zelts

Auch wenn es möglich ist, unter einem Tarp oder unter freiem Himmel zu schlafen, bleibt das Zelt die klare Favoritin. Aber welches Zelt für ein Biwak? Am besten greift man zu einem ultraleichten Zelt, das speziell für diese Aktivität entwickelt wurde. Es lässt sich bequem im Rucksack transportieren und ist aus leichten und widerstandsfähigen Materialien gefertigt. Für Einsteiger ist es möglich, ein etwas schwereres Zelt zu wählen, das einfacher aufzubauen und etwas geräumiger ist. 

In jedem Fall empfehlen wir dir, ein freistehendes Zelt zu wählen, mit einer Bodenwasserdichtigkeit von mindestens 1.500 Schmerber, um gegen schlechtes Wetter gewappnet zu sein. Übe außerdem den Aufbau und stelle sicher, dass du vor dem Aufbruch zum Biwak alle Teile dabei hast. Der Aufbau des Biwakzelts ist übrigens das Erste, was du nach der Ankunft am Lagerplatz erledigen solltest – damit du bei plötzlichem Unwetter nicht ohne Unterkunft dastehst und dich die Dunkelheit nicht überrascht.

Der Typ des Schlafsacks

Um warm zu schlafen, ist der Schlafsack unverzichtbar. Bei der Auswahl ist die Komforttemperatur das erste Kriterium. Sie gibt an, welche Schlafsäcke je nach Umgebungstemperatur empfehlenswert sind. Im Allgemeinen reicht eine Komforttemperatur zwischen 0 und 5 Grad für ein erstes Biwak aus – doch alles hängt von der Jahreszeit, den Wetterbedingungen und der Höhe deines Lagerplatzes ab.

Die Isolierung ist ein weiteres wichtiges Kriterium. Ein Daunenschlafsack ist leichter, kompakter und in der Regel wärmer. Andererseits ist ein Synthetik-Schlafsack wasserdichter, trocknet schneller, ist widerstandsfähiger und günstiger. Du entscheidest selbst und findest das beste Verhältnis aus Gewicht, Temperatur und Komprimierbarkeit.

Die weiteren Unverzichtbaren

Schließlich können weitere Elemente für dein Lager nützlich sein. Für mehr Komfort und Isolierung kannst du eine Schaumstoffmatte oder eine selbstaufblasende Matte mitnehmen. Die Isolierung der Matte wird als R-Wert (R-Value) angegeben. Je höher dieser Wert, desto besser schirmt die Matte vom Boden ab. Das ist ein interessanter Indikator bei sehr niedrigen Temperaturen. Wenn du eine zusätzliche Wärmequelle möchtest, ist das Schlafsackinlet bzw. der „Hüttenschlafsack" ebenfalls eine kostengünstige und platzsparende Option.

Die Stirnlampe oder Dynamolampe ist ein letztes unverzichtbares Utensil. Sie hilft dir, den Weg vor Sonnenaufgang zu finden, beim Essen, im Zelt Licht zu haben oder dein Wandern zu beginnen, wenn es noch dunkel ist. Bei der Auswahl kannst du dich an den Lumen orientieren und für das Lager eine Stirnlampe mit mindestens 100 bis 150 Lumen bevorzugen.

Wanderer trinken ein warmes Getränk

Biwak-Ausrüstungsliste zum Kochen

Der Kocher

Am einfachsten lassen sich warme Mahlzeiten beim Biwak mit einem Kocher zubereiten. In der Regel reicht ein einfacher Gaskocher in den französischen Bergen aus. Er bietet ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis mit Kartuschen, die ein Propan-Butan-Gemisch enthalten. Bei Wind kannst du einen Windschutz hinzufügen. Achtung: Mit einer Gaskartusche darfst du jedoch nicht ins Flugzeug. Denke daran, die richtige Anzahl an Kartuschen mitzunehmen, um dein Gepäck nicht zu schwer werden zu lassen und nicht ohne Nachschub dazustehen.

Was das Kochgeschirr betrifft, kannst du auf Elemente aus Stahl, Aluminium oder Titan zurückgreifen – jedes Material hat seine Vor- und Nachteile. Abgerundet wird das Set durch Mehrzweck-Besteck und das klassische Schweizer Taschenmesser.

Ernährung und Flüssigkeitszufuhr

Sobald du einen Kocher besitzt, kannst du richtig warme Mahlzeiten zubereiten. Wie ernährt man sich beim Biwak? Um Gewicht zu sparen, sind gefriergetrocknete Gerichte oft die bevorzugte Biwak-Nahrung. Sie bieten Platzeinsparung, gute Kalorienzufuhr und abwechslungsreiche Aromen. Du kannst deine Mahlzeiten anschließend mit Snacks wie Energie-Riegeln ergänzen.

Was die Flüssigkeitszufuhr betrifft, solltest du etwa 1,5 bis 2 Liter Wasser pro Wandertag und Person einplanen. Wie transportiert man Wasser beim Biwak? Ganz einfach: Du kannst Trinkflaschen oder Trinksäcke verwenden. Denke jedoch daran, ein System zur Wasseraufbereitung mitzunehmen, falls du dich am Biwakplatz mit Wasser versorgen möchtest. Außerdem kannst du Tee, Kaffee oder Milchpulver mitnehmen, um dich beim Frühstück aufzuwärmen.

Die Unverzichtbaren für Hygiene und Pflege

Der Kulturbeutel

Beim Biwakieren bleibt Hygiene unerlässlich, um möglichen Krankheiten oder Infektionen vorzubeugen. Das Kulturbeutel ist daher ein wichtiger Bestandteil deiner Biwak-Ausrüstungsliste. Du kannst also verschiedene Produkte mitnehmen, möglichst umweltfreundliche:

  • Eine Zahnbürste mit biologisch abbaubarer Zahnpasta
  • ein Mikrofaserhandtuch, das den Vorteil hat, schnell zu trocknen
  • eine feste, biologisch abbaubare Seife, die sich auch zum Spülen des Geschirrs eignet
  • ein biologisch abbaubares festes Shampoo oder ein Trockenshampoo
  • Toilettenpapier, idealerweise unbehandelt

Zum Waschen halte ausreichend Abstand zu Wasserquellen, um diese nicht zu verunreinigen. Dasselbe gilt für den Toilettengang. Entferne dich in diesem Fall vom Lagerplatz, von Wanderwegen und Wasserquellen. Grabe die Exkremente in ein 15 bis 20 cm tiefes Loch und fülle es anschließend wieder zu.  

Das Erste-Hilfe-Set: Checkliste

Kleine Wunden sind beim Biwakieren sehr häufig, und Rettungsdienste sind in der Regel schwer erreichbar. Du solltest daher ein Erste-Hilfe-Set dabei haben, um dich im Verletzungsfall selbst versorgen zu können. Dieses kann zum Beispiel Folgendes enthalten: 

  • Ein Pflasterset und Blasenpflaster
  • Sterile Kompressen und eine Rolle Heftpflaster
  • Desinfektionsmittel
  • Einzeldosierungen physiologischer Kochsalzlösung 
  • Ein Schmerzmittel wie Paracetamol gegen Schmerzen
  • Ein Antihistaminikum gegen Allergien
  • Eine Zeckenzange, eine Pinzette, eine Schere und eine Nadel
  • Zucker in Einzelportionen
  • Eine beruhigende Creme
  • Ein Aspivenin-Giftpumpe
  • Eine Rettungsdecke
  • Müllbeutel

Dein Erste-Hilfe-Set kann anschließend je nach Bedarf um zahlreiche weitere Elemente ergänzt werden. 

Zwei Personen trinken neben ihrem Biwakzelt

Die Kleidungsliste für das Biwak

Wenn du auf Wandertour gehst und dich dann entscheidest zu biwakieren, sind mehrere Kleidungsstücke einzuplanen. Tagsüber empfiehlt sich das Drei-Lagen-System: eine atmungsaktive Schicht, eine isolierende Schicht und eine schützende Schicht. So kannst du deine Wanderjacke oder dein Fleece bei intensiver körperlicher Anstrengung ablegen – oder sie schnell wieder anziehen, wenn Kälte oder schlechtes Wetter plötzlich aufziehen.

Für den Abend und die Nacht kannst du speziell zum Schlafen gedachte Kleidung tragen, die sich von deiner Wanderkleidung unterscheidet. Am besten greifst du auf Thermounterwäsche zurück, um in deinem Schlafsack zu schlafen. Um die Kälte fernzuhalten, musst du unbedingt die Extremitäten deines Körpers schützen. Trage eine Mütze, einen Halswärmer sowie Socken, um Wärmeverluste zu vermeiden. Um trocken schlafen zu können, kannst du deine Kleidung außerdem in einem wasserdichten Beutel verstauen.

Die geltenden Vorschriften

Ein letzter, sehr wichtiger Punkt bei der Vorbereitung deiner Biwak-Ausrüstung: die Einhaltung der geltenden Vorschriften. Biwakieren unterliegt bestimmten Regeln, und es ist nicht erlaubt, sein Zelt überall aufzuschlagen. Wir empfehlen dir, dich im Voraus zu informieren, ob du in einem Nationalpark oder einem Naturschutzgebiet übernachten darfst. In der Regel ist es möglich, sein Lager für eine Nacht aufzuschlagen – zwischen Sonnenuntergang und Sonnenaufgang.

Schließlich gelten sehr strenge Vorschriften bezüglich Lagerfeuern. Diese sind größtenteils verboten oder auf dafür vorgesehene Plätze beschränkt. Das dient dazu, Feuerausbrüche zu verhindern, die bereits fragile Ökosysteme bedrohen. Außerdem solltest du darauf achten, keine Spuren deines Aufenthalts zu hinterlassen, um die Umwelt weiterhin zu schützen.

Wie du sicher schon gemerkt hast, ist Zelten keine Spontanaktion – es ist unerlässlich, vor dem Aufbruch eine Biwak-Packliste zu erstellen. So werden deine Nächte deutlich angenehmer, und du vermeidest unbequeme Situationen. Gute Organisation ist die Garantie für eine unvergessliche Nacht – vielleicht sogar der Beginn einer langen Reihe von Biwak-Abenteuern. 

Fotos: ©Cyrille Quintard

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