Du möchtest auf Abenteuer gehen? In der freien Natur schlafen? Das Biwak ist die ideale Aktivität, um Zeit draußen zu verbringen. Allerdings reicht es nicht, einfach an den gewünschten Ort zu fahren und dort sein Zelt aufzustellen. Das Biwak unterliegt Vorschriften und lässt sich nicht improvisieren. Es ist wichtig, bestimmte Regeln zu beachten – insbesondere hinsichtlich der Ausrüstung, die du in deinen Rucksack packst. Während manche Gegenstände aus Sicherheits- oder Umweltgründen nicht empfohlen werden, erweisen sich andere als äußerst nützlich. Deshalb verraten wir dir die Liste der unverzichtbaren Biwak-Ausrüstung.

Biwak-Ausrüstungsliste für das Lager
Die Wahl des Zeltes
Ob unter einem Tarp oder unter freiem Himmel – das klassische Zelt bleibt die beliebteste Option. Aber welches Zelt eignet sich für ein Biwak? Am besten wählt man ein ultraleichtes Zelt, das speziell für diese Aktivität konzipiert wurde. Es hat den Vorteil, sich problemlos im Rucksack transportieren zu lassen und aus leichten und widerstandsfähigen Materialien gefertigt zu sein. Für Einsteiger ist es möglich, ein etwas schwereres Zelt zu wählen, das einfacher aufzubauen und etwas geräumiger sein kann.
In jedem Fall empfehlen wir dir, ein freistehendes Zelt zu wählen, mit einer Bodenimpermeabilität von mindestens 1.500 Schmerber, um Unwettern standzuhalten. Übe auch das Aufbauen und stelle sicher, dass du vor dem Aufbruch zum Biwak alle Teile dabei hast. Der Aufbau des Biwakzelts ist übrigens das Erste, was du beim Ankommen am Lager tun solltest – damit du bei plötzlichem Unwetter nicht ohne Unterkunft dastehst und die Nacht dich nicht unvorbereitet erwischt.
Der Typ des Schlafsacks
Zum warmen Schlafen ist der Schlafsack unverzichtbar. Bei der Auswahl ist die Komforttemperatur das erste Kriterium. Sie gibt Aufschluss darüber, welche Schlafsäcke je nach Umgebungstemperatur zu bevorzugen sind. Im Allgemeinen ist eine Temperatur zwischen 0 und 5 Grad für ein erstes Biwak ausreichend, aber es hängt von der Jahreszeit, den Wetterbedingungen und der Höhe deines Lagers ab.
Das Isoliermaterial ist ein weiteres wichtiges Kriterium. Ein Schlafsack mit Daunenfüllung ist leichter, kompakter und im Allgemeinen wärmer. Ein synthetischer Schlafsack hingegen ist wasserdichter, trocknet schneller, ist widerstandsfähiger und wirtschaftlicher. Die Wahl liegt bei dir: Finde das beste Verhältnis aus Gewicht, Temperatur und Kompressibilität.
Weitere unverzichtbare Ausrüstungsgegenstände
Schließlich können weitere Elemente für dein Lager nützlich sein. Für mehr Komfort und Isolierung kannst du eine Schaumstoffmatte oder eine selbstaufblasende Matte mitnehmen. Die Isolierung der Matte wird als R-Wert (R-Value) angegeben. Je höher dieser ist, desto besser schirmt die Matte vom Boden ab. Das ist ein hilfreicher Indikator bei sehr niedrigen Temperaturen. Wenn du eine zusätzliche Wärmequelle möchtest, ist das Schlafsackinlett – auch „Hüttenschlafsack" genannt – eine wirtschaftliche und platzsparende Option.
Die Stirnlampe oder Dynamolampe ist schließlich ein weiteres unverzichtbares Utensil. Sie ermöglicht es, vor dem Morgengrauen den Weg zu finden, beim Essen, im Zelt oder sogar bei noch dunkel beginnender Wanderung Licht zu haben. Bei der Auswahl kannst du dich an den Lumen orientieren und eine Stirnlampe mit mindestens 100 bis 150 Lumen für das Lager bevorzugen.

Biwak-Ausrüstungsliste zum Kochen
Der Kocher
Am einfachsten, um warme Mahlzeiten beim Biwak zu kochen, ist ein Kocher. In der Regel reicht ein einfacher Gaskocher in den französischen Bergen aus. Er bietet ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis mit Kartuschen, die ein Propan-Butan-Gemisch enthalten. Bei Wind kannst du einen Windschutz hinzufügen. Achtung: Mit einer Gaskartusche darf man jedoch nicht fliegen. Denke daran, die richtige Menge an Kartuschen mitzunehmen, damit du dich weder überlädst noch zur Neige gehst.
Was das Kochgeschirr betrifft, kannst du dich für Artikel aus Stahl, Aluminium oder Titan entscheiden – jedes Material hat seine Vor- und Nachteile. Schließlich können Multifunktionsbesteck und das traditionelle Schweizer Taschenmesser deine Kochausrüstung ergänzen.
Ernährung und Flüssigkeitszufuhr
Sobald du einen Kocher hast, kannst du warme Mahlzeiten zubereiten. Wie ernährt man sich beim Biwak? Um Gewicht zu sparen, sind Gefriergetrocknete Mahlzeiten oft die bevorzugte Biwak-Verpflegung. Sie bieten Platzersparnis, gute Kalorienzufuhr und abwechslungsreiche Geschmäcker. Du kannst deine Mahlzeiten mit Snacks wie Energieriegeln ergänzen.
Was die Flüssigkeitszufuhr betrifft, solltest du etwa 1,5 bis 2 Liter Wasser pro Wandertag und Person einplanen. Wie transportiert man Wasser beim Biwak? Ganz einfach: Du kannst Trinkflaschen oder Wasserreservoirs verwenden. Denke jedoch daran, ein System zur Wasserreinigung mitzunehmen, wenn du dich vor Ort am Biwak-Standort hydrieren möchtest. Schließlich kannst du Tee, Kaffee oder Milchpulver mitnehmen, um dich beim Frühstück aufzuwärmen.
Unverzichtbares für Hygiene und Pflege
Der Kulturbeutel
Beim Biwak bleibt Hygiene unverzichtbar, um mögliche Krankheiten oder Infektionen zu vermeiden. Das Kulturbeutel ist daher ein wichtiger Bestandteil deiner Biwak-Ausrüstungsliste. Du kannst verschiedene Produkte mitnehmen, möglichst umweltfreundliche:
- Eine Zahnbürste mit biologisch abbaubarer Zahncreme
- Ein Mikrofaserhandtuch, das den Vorteil hat, schnell zu trocknen
- Eine feste, biologisch abbaubare Seife, die auch zum Geschirrspülen verwendet werden kann
- Ein biologisch abbaubares festes Shampoo oder ein Trockenshampoo
- Toilettenpapier, idealerweise unbehandelt
Zum Waschen solltest du dich weit von Wasserquellen fernhalten, um diese nicht zu verunreinigen. Das gilt ebenso für die Toilettennutzung. Entferne dich in diesem Fall vom Lager, von Wegen und Wasserquellen. Vergrabe die Ausscheidungen in einem 15 bis 20 cm tiefen Loch und schließe es anschließend wieder.
Der Erste-Hilfe-Kasten: Checkliste
Kleine Wunden sind beim Biwak sehr häufig und die Rettungskräfte in der Regel schwer erreichbar. Du musst daher einen Erste-Hilfe-Kasten dabei haben, um dich im Falle einer Verletzung selbst versorgen zu können. Dieser kann zum Beispiel Folgendes enthalten:
- Ein Verbandsmittelset und Blasenpflaster
- Sterile Kompressen und eine Rolle Heftpflaster
- Desinfektionsmittel
- Ampullen mit physiologischer Kochsalzlösung
- Ein Schmerzmittel wie Paracetamol gegen Schmerzen
- Ein Antihistaminikum gegen Allergien
- Eine Zeckenzange, eine Pinzette, eine Schere und eine Nadel
- Zucker in Einzelportionen
- Eine beruhigende Creme
- Ein Insektengift-Absauger
- Eine Rettungsdecke
- Müllbeutel-Taschen
Dein Erste-Hilfe-Kasten kann anschließend je nach Bedarf durch zahlreiche weitere Elemente ergänzt werden.

Die Kleidungsliste für das Biwak
Wenn du wanderst und dich dann zum Biwakieren entscheidest, solltest du mehrere Kleidungsstücke einplanen. Tagsüber kannst du das Drei-Lagen-System bevorzugen: eine atmungsaktive Schicht, eine isolierende Schicht und eine schützende Schicht. So kannst du deine Wanderjacke oder deinen Fleece bei intensiver Anstrengung ausziehen und sie schnell wieder anziehen, wenn Kälte oder Unwetter plötzlich einsetzen.
Für den Abend und die Nacht kannst du spezielle Schlafkleidung tragen, die sich von deiner Wanderbekleidung unterscheidet. Am besten greifst du auf thermische Unterwäsche zurück, um in deinem Schlafsack zu schlafen. Um Kälte zu vermeiden, musst du unbedingt die Extremitäten deines Körpers schützen. Trage eine Mütze, ein Halstuch und Socken, um Wärmeverlust zu vermeiden. Um trocken zu schlafen, kannst du deine Kleidung auch in einem wasserdichten Beutel schützen.
Die geltenden Vorschriften
Ein letzter sehr wichtiger Punkt bei der Vorbereitung deiner Biwak-Ausrüstung: die Einhaltung der geltenden Vorschriften. Das Biwak unterliegt bestimmten Regeln, und es ist nicht möglich, das Zelt überall aufzubauen. Wir empfehlen dir, dich im Voraus zu informieren, ob du die Nacht in einem Nationalpark oder einem geschützten Naturgebiet verbringen kannst. Im Allgemeinen ist es möglich, für eine Nacht zu lagern – zwischen Sonnenunter- und Sonnenaufgang.
Schließlich sind die Vorschriften zu Lagerfeuern sehr streng. Diese sind größtenteils verboten oder auf ausgewiesene Stellen beschränkt. So werden Brände verhindert, die bereits fragile Ökosysteme bedrohen. Außerdem musst du darauf achten, keine Spuren deines Aufenthalts zu hinterlassen, um die Natur weiterhin zu schützen.
Wie du sicherlich gemerkt hast, lässt sich Camping nicht improvisieren – es ist unverzichtbar, vor deiner Abfahrt eine Biwak-Ausrüstungsliste zu erstellen. So werden deine Nächte viel angenehmer, und du vermeidest unbequeme Situationen. Gut organisiert zu sein ist die Garantie für eine unvergessliche Nacht – die vielleicht den Beginn einer langen Serie von Biwaks markiert.
Fotos: ©Cyrille Quintard