Du brichst zu einem wilden Trek in völliger Eigenständigkeit auf oder zu einer dreitägigen Wanderung in einem Naturgebiet fernab jeder Zivilisation. Und du bist versucht, zu biwakieren. Dieses Erlebnis mitten in der Natur ist jedoch nicht immer einfach zu unternehmen, da es unter anderem reglementiert ist, nicht überall praktiziert werden kann und spezifisches Material erfordert. Um dir Probleme und Missgeschicke zu ersparen und vor allem diesen naturverbundenen Ruhemoment zu einem Erfolg zu machen, empfehlen wir dir, einige Regeln zu befolgen. Hier ist alles, was man über das Biwak wissen muss.

Das Wichtigste im Überblick:
- Biwak wird in freier Natur praktiziert und besteht darin, ein rudimentäres, temporäres und leichtes Lager aufzuschlagen.
- Es handelt sich um eine reglementierte Praxis, und es ist nicht möglich, in Frankreich sein Zelt überall aufzuschlagen.
- Es wird davon abgeraten, spontan ins Biwak aufzubrechen, und es ist besser, Ausrüstung wie einen Schlafsack, eine Isomatte, ein Zelt und einen Kocher mitzunehmen.
- Die Wahl des Übernachtungsplatzes ist nicht trivial, und es ist unbedingt erforderlich, das Zelt vor Einbruch der Dunkelheit aufzubauen.
- Frankreich bietet 11 Nationalparks und 58 regionale Naturparks zum Biwakieren unter besten Bedingungen.
- Biwak ermöglicht es, sich mit der Natur zu reconnekten, und es ist wichtig, sie zu respektieren, damit andere Liebhaber freier Räume sie ebenfalls genießen können.
Was ist Biwak?
Definition des Biwaks
Bevor du dich ins Abenteuer stürzt, solltest du zunächst wissen, was Biwak ist. Es handelt sich um ein rudimentäres, temporäres und leichtes Lager. Dieses wird in natürlichen Umgebungen praktiziert, häufig bei Freizeitaktivitäten wie Wandern, Trekking, Bergsteigen oder Radfahren. Das Prinzip besteht darin, bei Sonnenuntergang ein Lager aufzuschlagen und am nächsten Morgen wieder aufzubrechen. Wanderer bevorzugen es in der Regel, in einem leichten Zelt oder einer Hängematte zu schlafen oder ein Biwak ohne Zelt zu machen, unter freiem Sternenhimmel. Im Gegensatz zum traditionellen Camping zeichnet sich das Biwak durch seinen minimalistischeren und mobileren Charakter aus. Das Material und die Ausrüstung sind daher auf das Wesentliche beschränkt, um nur das Nötigste für gute Schlafbedingungen mitzunehmen.
Biwak aufzubrechen ist die ideale Gelegenheit, ein immersives Erlebnis in der Natur zu erleben. Es ist ein gutes Mittel, um eine Pause vom Alltag einzulegen und dich sowohl mit der Natur als auch mit deinen Liebsten zu reconnekten. Diese Aktivität ermöglicht es, intensive Gefühle zu erleben und vor allem den gegenwärtigen Moment zu genießen. Die Praxis in Eigenständigkeit und in einer natürlichen Umgebung lässt einen zu einfachen Momenten zurückfinden. Du wirst deine Bedürfnisse unter einfachen Bedingungen befriedigen müssen, dabei aber wunderschöne Landschaften und ein tolles Erlebnis genießen. Der Vorteil des Biwaks ist außerdem, dass es für alle zugänglich ist. Erfahrene Wanderer wie auch junge Kinder können das Erlebnis einer Nacht versuchen, sowohl hoch in den Bergen als auch wenige Kilometer von zu Hause entfernt.
Unterschied zwischen Biwak und wildem Camping
Was ist der Unterschied zwischen Biwak und wildem Camping? Auch wenn beide Aktivitäten darin bestehen, ein Lager in der Natur aufzuschlagen, sind sie sehr unterschiedlich. Biwak ist dabei reglementiert und wird von Naturliebhabern bevorzugt, die auf ihrem Weg eine Übernachtungspause einlegen und am nächsten Tag weiterziehen möchten.
Auf der anderen Seite wird wildes Camping häufig von Reisenden praktiziert. Diese entscheiden sich dafür, ihr Zelt aufzuschlagen, um mehrere Nächte in einer normalerweise für Camping verbotenen Zone zu verbringen (Felder, Straßenränder, Strände…). Wildes Camping ist in Frankreich verboten. Es gefährdet insbesondere fragile Ökosysteme durch unkontrollierte Lagerfeuer, zurückgelassene Abfälle oder niedergetretene Standorte.
Welche Regelungen gelten in Frankreich?
Während einige europäische Länder wie Norwegen das Biwak fast überall in der Natur erlauben, ist das in Frankreich nicht der Fall. Da es keine genaue Unterscheidung zwischen Biwak und wildem Camping gibt, sind zahlreiche Orte zum Aufschlagen eines Zeltes verboten. Es wurde daher eine Regelung eingeführt, um die Umwelt zu schützen. Bei Nichteinhaltung der Gesetze riskieren Camper Bußgelder von bis zu 1500 Euro.
Gemäß Artikel R111-33 des Stadtplanungsgesetzes ist Biwak verboten, außer bei Ausnahmeregelungen:
- In Naturschutzgebieten oder Naturreservaten, geschützten oder klassifizierten Wäldern;
- auf öffentlichen Straßen und Wegen;
- im Umkreis klassifizierter Kulturerbestätten;
- in einem Umkreis von 200 m um eine trinkwassergeeignete Wasserquelle;
- an Stränden und Meeresufern.
Bestimmte Orte wie Nationalparks und regionale Naturparks sind grundsätzlich zum Biwakieren zugänglich, aber auch diese Praxis unterliegt bestimmten Regelungen. Du solltest daher die spezifischen Regeln für den Ort deiner Wahl einholen, bevor du zum Wandern aufbrichst. In der Regel ist es erlaubt, eine Nacht in unmittelbarer Nähe von Hütten oder Wanderwegen zu biwakieren. Das leichte Zelt darf nur von Sonnenuntergang bis Sonnenaufgang aufgebaut sein.
In jedem Fall gibt es immer Regeln, die für Biwak oder wildes Camping gelten. Es liegt an dir, dich zu informieren und diese einzuhalten. Wenn Biwak verboten ist, versuch es gar nicht erst und weiche auf andere Alternativen aus. Wenn es kostenpflichtig ist, entrichtest du deinen Beitrag – und im Zweifel fragst du in jedem Fall um Erlaubnis. Dennoch bleiben viele Orte erlaubt, solange man sie verantwortungsvoll und vernünftig nutzt. Denk daran: jedes Fehlverhalten ist ein weiterer Schritt in Richtung drastischer Verbote.
Tipps für ein gelungenes Biwak in den Bergen
Du brichst zu einem wilden Trek in völliger Eigenständigkeit auf oder zu einer dreitägigen Wanderung in einem Naturgebiet fernab jeder Zivilisation. Und du bist versucht, zu biwakieren. Hier sind einige Regeln, um Probleme und Missgeschicke zu vermeiden und vor allem diesen ruhigen, naturverbundenen Moment zu einem Erfolg zu machen.

Welche Ausrüstung für dein Biwak?
Es ist notwendig, mit einem Minimum an Biwakausrüstung aufzubrechen. Man schläft nicht spontan in der Natur, ohne sich einer Reihe von Unannehmlichkeiten auszusetzen! Hier ist die Liste der grundlegenden Dinge, die für ein gelungenes Biwak nötig sind:
- Schlafsack: Wähle immer einen Schlafsack von guter Qualität mit einer Komforttemperatur, die den klimatischen Bedingungen angepasst ist, die du antreffen wirst. Wenn du zwischen 2 Komfortzonen schwankst, nimm die, die für die kältere der beiden ausgelegt ist. Das ist eine sehr sinnvolle Vorsichtsmaßnahme.
- Isomatte: Es gibt mittlerweile selbstaufblasende Isomatten mit geringer Dicke, die sehr praktisch zu transportieren sind. Das ist zwar kein maximaler Komfort, aber oft ausreichend für ordentliche Nächte.
- Zelt: Wähle ein Wanderzelt, das dem Kontext entspricht. In großer Höhe sollte man ein möglichst niedriges Zelt nehmen, um sich vor dem Wind zu schützen. Modelle mit kleinem Vordach sind zu bevorzugen, um darunter geschützt zu kochen und Schuhe sowie Rucksack für die Nacht zu verstauen.
- Kocher: Benzinkocher sind zu bevorzugen für deine Biwakmahlzeiten, wenn du ins Ausland reist, während in unseren Breiten (ohne Flugtransfer) Gas ausreicht. Mehrkraftstofflösungen sollten je nach Preislage sorgfältig geprüft werden, um mehrfache Anschaffungen zu vermeiden.
In einem zumindest etwas unwirtlichen Gelände (eigentlich überall) ist die Wanderhängematte eine verlockende und praktische Lösung. Achte jedoch darauf, quer zu schlafen, um eine starke Durchhängung und heftige Muskelkater zu vermeiden.
Und schließlich: Wasserfilter und/oder Reinigungstabletten niemals vergessen – sie sind für deine sanitäre Sicherheit unverzichtbar.
Einen Standort für sein Biwak wählen
Neben den oben genannten Vorschriften muss man auch gesunden Menschenverstand beim Wählen des Standorts beweisen. Hier sind einige grundlegende Regeln, die man kennen sollte.
- Halte dich von Straßen, Pfaden und Wegen fern.
- Meide auch die Nähe von Tierherden und Wasserläufen, deren Pegel sich schnell ändern kann. Halte dich generell von Tiefpunkten, Flüssen und Wasserquellen fern. Suche einen etwas höher gelegenen Platz gegenüber diesen natürlichen Elementen. Dein Biwak wird umso angenehmer sein!
- Das versteht sich zwar von selbst, aber halte dich auch von Steilabfällen, Klippen, Höhlen und risikoreichen Gelände fern.
- Du kannst bevorzugt begraste Flächen oder die Nähe kleiner Bäume wählen, aber vermeide nach Möglichkeit den Fuß riesiger Bäume mit dicken Ästen.
- Bevor du dich endgültig für einen geeigneten Biwakplatz entscheidest, mache einen Erkundungsrundgang in der Umgebung, auf einem Radius von 50 Metern: So vermeidest du böse Überraschungen aller Art!
Zelt aufbauen
Warte nicht zu lange mit dem Aufbauen deines Zeltes: Das ist sogar das Erste, was zu tun ist, sobald ein geeigneter Platz sorgfältig gewählt wurde. Wähle eine ebene Fläche, die du von allen Steinen befreist.
Wenn du in der Umgebung trockenes Gras findest, kannst du es auslegen, um so eine Art „Streu" zu bilden. Beobachte auch den Wind und richte dein Zelt so aus, dass der Eingang vor ihm geschützt ist.
Wenn du Regen befürchtest, grabe einen Entwässerungsgraben rund um das Zelt, um das Wasser abzuleiten.
Feuer machen
Auch hier müssen die geltenden Regeln unbedingt eingehalten werden. Oft sind Feuer schlicht und einfach verboten. Zudem hat ein Feuer Auswirkungen auf das betroffene Gebiet. Der Einsatz von Feuer wird daher nur in extremen Notfällen empfohlen (um Kälte zu bekämpfen oder sich zu signalisieren).
Keine Spuren hinterlassen
Inspiziere den Ort vor der Abreise, um keine Abfälle oder Essensreste zu hinterlassen. Und achte darauf, allen Müll und Abfall mitzunehmen, manchmal sogar den deiner Vorgänger. Für Exkremente grabe 15 bis 20 Zentimeter tiefe Löcher im Boden, abseits des Lagers, der Wege und Wasserquellen. Decke jedes Loch zu, wenn dein Biwak beendet ist.
Hinterlasse niemals Nahrung an einem Biwakplatz für Wildtiere. Das kann offensichtlich ihrer Gesundheit schaden und unnatürliches Verhalten auslösen, wenn sich so etwas häufig wiederholt. Zudem werden Wildtiere dadurch dazu verleitet, sich Lagern zu nähern.

Wo kann man in Frankreich biwakieren?
Wie oben erläutert, ist das Biwak eine reglementierte Praxis. Aber wo darf man dann biwakieren? Der beste Ort, um sein Zelt aufzuschlagen, ist ein National- oder Regionalpark. In Frankreich haben wir das Glück, 11 Nationalparks durchstreifen zu können. Das sind der Parc national de Forêt, La Vanoise, Port-Cros, les Écrins, le Mercantour, les Cévennes, les Pyrénées, la Guadeloupe, La Réunion, l'Amazonien de Guyane und les Calanques. Und wenn das nicht ausreicht, haben wir außerdem 58 regionale Naturparks.
Auch hier ist das Biwak innerhalb dieser Naturräume reglementiert. Es ist beispielsweise in den gesamten Nationalparks Port-Cros, Calanques und dem Amazonischen Park Französisch-Guayanas strikt verboten. Es ist ebenfalls nicht im Herzen der Nationalparks der Wälder oder des Mercantour gestattet.
Letztlich ist das Biwak in den meisten anderen Nationalparks grundsätzlich erlaubt. Du musst dich jedoch mehr als eine Wegstunde von den Parkgrenzen entfernt und in der Nähe von Hütten aufstellen, nur für eine Nacht und ausschließlich in Zeitfenstern, die üblicherweise von 19 Uhr bis 9 Uhr morgens reichen. Am besten konsultierst du die Website des Parks deiner Wahl, um sicher zu gehen, dass du dich optimal organisierst. Ein Trekking über zwei oder drei Tage kann ein guter Einstieg sein, um das Biwakieren kennenzulernen und dich mit dieser Erfahrung vertraut zu machen.
Zum Schluss noch ein letzter Rat… genieß es! Biwak vermittelt ein kostbares und einzigartiges Freiheitsgefühl. Eine Nacht in freier Natur ist heutzutage ziemlich selten und man sollte jeden Moment davon zu schätzen wissen. Mit unseren Tipps und deinem gesunden Menschenverstand bist du bestens gerüstet, damit deine nächsten Erfahrungen nur Freude bereiten. Du musst nur noch loslegen und die Pfade erkunden, um das Biwak-Erlebnis zu entdecken.
Fotos: ©Cyrille Quintard