Zum Inhalt springen
Kontaktiere uns
Startseite Der Cimalp Blog

Das Biwak: alles, was man wissen muss

Das Biwak: alles, was man wissen muss

25 Jun. 2024

Du planst ein anspruchsvolles Trekking in völliger Autonomie oder eine dreitägige Wanderung fernab jeglicher Zivilisation und möchtest im Freien übernachten. Dieses Erlebnis in freier Natur erfordert jedoch eine saubere Vorbereitung: Es ist gesetzlich reglementiert, darf nicht überall stattfinden und verlangt spezifische Ausrüstung. Damit dein Vorhaben sicher gelingt und die Erholung im Vordergrund steht, solltest du einige Grundregeln beachten. Hier erfährst du alles Wissenswerte über das Biwakieren.

Zwei Personen in einem Biwakzelt schauen auf eine Karte

Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Ein Biwak findet in freier Natur statt und besteht aus einem einfachen, temporären und leichten Nachtlager.
  • Das Übernachten in der Natur ist reglementiert; man darf sein Zelt in Frankreich keineswegs überall aufstellen.
  • Es ist nicht ratsam, unvorbereitet ins Biwak zu starten; nimm stets essenzielle Ausrüstung wie Schlafsack, Isomatte, Zelt und Kocher mit.
  • Die Wahl des Schlafplatzes ist entscheidend – baue dein Zelt unbedingt vor Einbruch der Dunkelheit auf.
  • Frankreich verfügt über 11 Nationalparks und 58 regionale Naturparks für gelungene Nächte im Freien.
  • Ein Biwak verbindet uns unmittelbar mit der Natur – respektiere die Umwelt, damit auch künftige Bergsportler diese Freiräume genießen können.

Was versteht man unter einem Biwak?

Definition des Begriffs Biwak

Bevor du startest, solltest du die Definition kennen: Ein Biwak ist ein einfaches, temporäres und leichtes Nachtlager. Es wird in freier Natur aufgeschlagen – meist im Rahmen von Outdoor-Aktivitäten wie Wandern, Trekking, Bergsteigen oder Radfahren. Das Prinzip: Aufbau bei Sonnenuntergang, Abbau bei Sonnenaufgang am nächsten Morgen. Viele nutzen ein leichtes Zelt, eine Hängematte oder wagen ein Biwak ohne Zelt unter freiem Sternenhimmel. Im Gegensatz zum klassischen Camping ist das Biwakieren minimalistisch und mobil ausgelegt – mit auf das Nötigste reduzierter Ausrüstung.

Ein Biwak ist die perfekte Gelegenheit für ein intensives Naturerlebnis. Es bietet die Chance, dem Alltag zu entfliehen und sich auf das Wesentliche zu besinnen. Das Draußensein in völliger Autonomie schärft die Sinne für einfache Abläufe: Du versorgst dich unter einfachen Bedingungen und genießt großartige Landschaften. Ein Biwak ist für jedermann machbar – sowohl erfahrene Alpinisten als auch Familien mit Kindern können dieses Abenteuer für eine Nacht wagen, sei es im Hochgebirge oder unweit der Heimat.

Unterschied zwischen Biwak und wildem Camping

Was ist der Unterschied zwischen Biwakieren und wildem Camping? Beide Aktivitäten bedeuten zwar ein Nachtlager in der Natur, unterscheiden sich jedoch grundlegend. Das Biwak ist gesetzlich klar geregelt und wird von Naturliebhabern bevorzugt, die auf ihrer Tour für eine einzige Nacht rasten, bevor sie am nächsten Tag weiterziehen.

Wildes Camping hingegen bezeichnet das Aufstellen von Zelten über mehrere Tage in nicht dafür freigegebenen Bereichen (Felder, Straßenränder, Strände). Wildes Camping ist in Frankreich grundsätzlich verboten. Es gefährdet sensible Ökosysteme durch unkontrollierte Feuerstellen, Müll und Trittschäden an der Vegetation.

Welche gesetzlichen Regelungen gelten in Frankreich?

Während Länder wie Norwegen das Jedermannsrecht kennen, gelten in Frankreich strengere Regeln. Auch wenn gesetzlich teils wenig zwischen Biwak und wildem Camping differenziert wird, ist das Zelten an vielen Orten untersagt. Diese Schutzmaßnahmen dienen dem Erhalt sensibler Naturräume. Bei Verstößen drohen Bußgelder von bis zu 1.500 Euro.

Gemäß Artikel R111-33 des französischen Städtebaugesetzes ist das Biwakieren vorbehaltlich von Ausnahmeregelungen verboten:

  • In Naturschutzgebieten, Nationalparks sowie geschützten Wäldern;
  • auf öffentlichen Straßen und Verkehrswegen;
  • im geschützten Bereich von eingetragenen Kultur- und Naturdenkmälern;
  • im Umkreis von 200 Metern um eine Trinkwasserfassung;
  • an Stränden und Küstenstreifen.

In Nationalparks und regionalen Naturparks ist das Biwakieren meist unter bestimmten Auflagen erlaubt. Prüfe daher vor jeder Tour die lokalen Bestimmungen deines Zielgebiets. In der Regel ist eine Übernachtung in unmittelbarer Nähe von Berghütten oder entlang markierter Wanderwege gestattet. Das leichte Zelt darf ausschließlich von Sonnenuntergang bis Sonnenaufgang stehen.

Sowohl für das Biwakieren als auch für wildes Camping gelten klare Regeln. Es liegt in deiner Verantwortung, dich vorab zu informieren und Vorschriften einzuhalten. Ist das Biwakieren verboten, weiche auf offizielle Alternativen aus. Bei Gebührenpflicht zahle deinen Beitrag und frage im Zweifel immer um Erlaubnis. Viele Orte bleiben für verantwortungsvolle Natursportler zugänglich – jedes Fehlverhalten führt jedoch zu weiteren Verboten.

Tipps für ein gelungenes Biwak in den Bergen

Du planst ein autarkes Trekking oder eine 3-tägige Wanderung fernab der Zivilisation und möchtest draußen übernachten? Hier sind die wichtigsten Regeln für ein sicheres und erholsames Biwak.

aufbrechen zum Biwak

Welche Ausrüstung für dein Biwak?

Eine solide Basisausstattung an Biwakausrüstung ist unverzichtbar. Unvorbereitetes Übernachten in der Natur birgt erhebliche Risiken. Hier ist die Checkliste für ein gelungenes Biwak:

  • Schlafsack: Wähle immer einen hochwertigen Schlafsack mit einem angemessenen Komfortbereich für die erwarteten Temperaturen. Wenn du zwischen zwei Temperaturbereichen schwankst, wähle stets die wärmere Variante. Das ist eine wichtige Sicherheitsreserve.
  • Isomatte: Moderne selbstaufblasende Matten sind kompakt und leicht zu transportieren. Sie bieten zwar keinen Luxuskomfort, reichen für eine erholsame Nacht im Gelände jedoch vollkommen aus.
  • Zelt: Wähle ein an die Bedingungen angepasstes Wanderzelt. In der Höhe empfiehlt sich ein niedriges Zelt, das wenig Windangriffsfläche bietet. Modelle mit kleiner Apside sind ideal, um geschützt zu kochen und Schuhe sowie Rucksack über Nacht wetterfest zu verstauen.
  • Kocher: Für Mahlzeiten beim Biwak im Ausland sind Benzinkocher oft die beste Wahl, während auf heimischen Touren ohne Flugreise meist ein Gaskocher genügt. Mehrstoffkocher sind eine vielseitige Überlegung wert, um Mehrfachanschaffungen zu vermeiden.

In anspruchsvollem oder feuchtem Gelände ist eine Wanderhängematte eine praktische Alternative. Achte darauf, leicht diagonal zu liegen, um ein Durchhängen der Wirbelsäule und Verspannungen zu vermeiden.

Nicht zuletzt: Vergiss niemals Wasserfilter und/oder Entkeimungstabletten – sie sind unverzichtbar für deine Gesundheit und Trinkwassersicherheit.

Den passenden Biwakplatz auswählen

Neben den gesetzlichen Regeln ist bei der Standortwahl vor allem gesunder Menschenverstand gefragt. Hier sind die wichtigsten Grundregeln.

  • Halte Abstand zu Straßen, Wegen und Pfaden.
  • Meide die Nähe zu weidenden Herden sowie zu Bergbächen, deren Pegel rasch ansteigen kann. Generell gilt: Halte Abstand zu Senken, Flüssen und Wasserstellen. Wähle eine leicht erhöhte Position im Gelände – so wird dein Biwak deutlich sicherer und angenehmer!
  • Selbstverständlich, aber essenziell: Halte Abstand zu Steilhängen, Felswänden, Höhlen und absturzgefährdetem Gelände.
  • Wähle bevorzugt Grasflächen oder die Nähe zu kleineren Bäumen, aber vermeide es möglichst, direkt unter mächtigen Bäumen mit schweren Ästen zu lagern.
  • Bevor du dich endgültig für deinen Biwakplatz entscheidest: Erkunde die nähere Umgebung im Umkreis von etwa 50 Metern, um böse Überraschungen zu vermeiden!

Zelt aufbauen

Warte nicht zu lange mit dem Zeltaufbau: Sobald der Platz gewählt ist, sollte das die erste Aufgabe sein. Suche eine ebene Fläche und befreie sie sorgfältig von Steinen und Ästen.

Wenn du trockenes Gras in der Umgebung findest, kannst du daraus eine isolierende Unterlage schaffen. Achte zudem auf die Windrichtung und richte dein Zelt so aus, dass der Eingang windgeschützt liegt.

Droht Regen, hebe vorsorglich eine kleine Abflussrinne um das Zelt aus, damit das Wasser ungehindert abfließen kann.

Feuer machen

Auch hier gilt es, die geltenden Vorschriften strikt einzuhalten. Offenes Feuer ist meistens schlichtweg verboten. Zudem hinterlässt ein Feuer deutliche Spuren in der Natur. Ein Feuer sollte daher absoluten Notfällen vorbehalten bleiben (Kälteschutz oder Notsignal).

Keine Spuren hinterlassen

Kontrolliere den Platz vor dem Aufbruch gründlich, um keinerlei Müll oder Essensreste zurückzulassen. Nimm sämtliche Abfälle wieder mit – auch die, die Vorgänger hinterlassen haben. Für Notdurften gräbst du abseits von Lagerplatz, Wegen und Wasserquellen ein 15 bis 20 Zentimeter tiefes Loch, das du vor Verlassen deines Biwaks wieder sorgfältig verschließt.

Hinterlasse an einem Biwakplatz niemals Nahrung für Wildtiere. Das kann ihrer Gesundheit schaden und ihr natürliches Verhalten verändern. Zudem lockt es Wildtiere unnötig an Lagerplätze heran.

Ausrüstung für dein Biwak

Wo darf man in Frankreich ein Biwak aufschlagen?

Das Biwakieren ist eine klar geregelte Praxis. Doch wo genau ist es erlaubt? Am besten schlägst du dein Zelt in einem Nationalpark oder regionalen Naturpark auf. In Frankreich gibt es 11 Nationalparks: Parc national de Forêts, Vanoise, Port-Cros, Écrins, Mercantour, Cevennen, Pyrenäen, Guadeloupe, La Réunion, Amazonas-Park von Guayana und die Calanques. Zudem stehen 58 regionale Naturparks zur Verfügung.

In Schutzgebieten gelten strenge Vorschriften für das Biwakieren. In den Nationalparks Port-Cros, Calanques sowie im Amazonas-Park von Guayana ist es komplett untersagt. Auch in den Kernzonen der Nationalparks Forêts und Mercantour ist das Übernachten im Zelt verboten.

In den meisten anderen Nationalparks ist das Biwakieren generell gestattet. Das Lager muss jedoch mehr als eine Gehstunde von den Parkgrenzen entfernt, in Schutzhütten-Nähe, nur für eine einzige Nacht und ausschließlich innerhalb festgelegter Zeiten (meist von 19 Uhr bis 9 Uhr) aufgeschlagen werden. Informiere dich vorab auf der Website des jeweiligen Parks. Ein Trekking über zwei bis drei Tage ist ideal, um erste Erfahrungen beim Biwakieren zu sammeln.

Zum Schluss der wichtigste Rat: Genieße es! Ein Biwak vermittelt ein unvergleichliches Gefühl von Freiheit. Eine Nacht unter freiem Himmel ist heute selten geworden – koste jeden Augenblick aus. Mit der richtigen Vorbereitung und gesundem Menschenverstand steht deinem nächsten Outdoor-Erlebnis nichts mehr im Weg. Pack deinen Rucksack und entdecke die Faszination des Biwakierens.

 

Fotos: ©Cyrille Quintard

F.A.Q

Wir begleiten dich,
Schritt für Schritt.

Brauchst du Hilfe?

Unser Expertenteam mit Sitz in Valence in der Drôme antwortet dir schnell per E-Mail oder Telefon – von der Produktberatung bis zur Verfolgung deiner Bestellung.

Sind Sie am richtigen Ort?

Wähle dein Lieferland