Im Schatten von UTMB® und CCC® hat sich die TDS® einen besonderen Ruf erarbeitet: Sie gilt als das funktionalste Rennen der HOKA UTMB Mont-Weiß®-Woche. Kürzer als der Hauptlauf, aber rauer, verbindet sie das Aostatal mit Savoyen durch das Beaufortain-Massiv. Das solltest du vor dem Start wissen.
Das Wichtigste auf einen Blick:
- 148 km und 9.300 positive Höhenmeter bei der Ausgabe 2026 von Courmayeur nach Chamonix.
- Ein Nachtstart um 23:50 Uhr am Montag der Rennwoche.
- 44 Stunden und 55 Minuten Zeitlimit.
- 4 Running Stones und keine Verlosung: Die Vergabe der Startplätze erfolgt nach dem Windhundprinzip (first come, first served).
- Höhere technische Anforderungen als beim UTMB®, auf sehr abgelegenen hochalpinen Abschnitten.
TDS®: Was bedeutet die Abkürzung?
TDS® steht für Sur les Traces des Ducs de Savoie (Auf den Spuren der Herzöge von Savoyen). Der Name bezieht sich auf eine historische Bergroute zwischen dem Aostatal und Savoyen, zwei Regionen, die lange unter derselben Herrschaft standen. Es ist ein Punkt-zu-Punkt-Rennen über die Grenze von Italien nach Frankreich.
Die Fakten zur TDS®
| Distanz | 148 km, Zielerfassung bei 150,5 km |
| Positiver Höhenunterschied | 9.300 m |
| Höhenmeter pro Kilometer | ca. 63 m |
| Leistungskilometer | ca. 240 |
| Start | Courmayeur (Italien), Montag um 23:50 Uhr |
| Ziel | Chamonix (Frankreich) |
| Zeitlimit | 44 h 55 min |
| Running Stones | 4 erforderlich |
| Startplatz-Verlosung | Nein, nach dem Prinzip „first come, first served“ |
| Ausfallquote 2026 | fast 45 % |
Zahlen der Ausgabe 2026 aus dem offiziellen LiveTrail-Tracking. Die Strecke wird jährlich angepasst; die vorab angekündigte Distanz kann leicht von den tatsächlich gemessenen Werten abweichen.
Die TDS® überwindet ca. 63 Höhenmeter pro Kilometer, verglichen mit 57 beim UTMB®. Sie ist kürzer, aber steiler.
Die Strecke und wichtige Wegpunkte

Die Strecke startet am späten Abend in Courmayeur und führt direkt in die Höhen des Val Veny, mit den Passagen am Mont Favre und Lac Combal mitten in der Nacht. Das Rennen führt weiter nach La Thuile und fällt dann nach Bourg-Saint-Maurice ab (etwa bei Kilometer 51), wo der tiefste Punkt erreicht wird.
Danach folgt das Kernstück des Rennens: ein langer Aufstieg in Richtung Beaufortain, gefolgt von der Durchquerung des Massivs über den Cormet de Roselend und La Gittaz bis nach Beaufort. Funktionales Terrain, Hochgebirge, kaum Ausstiegsmöglichkeiten. Hier entstehen die entscheidenden Abstände.
Der letzte Abschnitt führt über Les Contamines-Montjoie und Les Houches zurück ins Tal von Chamonix, bevor das Ziel im Zentrum von Chamonix erreicht wird.

Die Zwischenzeitlimits und Verpflegungsstellen werden jährlich im offiziellen Roadbook auf der Seite der TDS® veröffentlicht. Die Live-Zeiten sind im LiveTrail-Tracking des Rennens einsehbar.
Warum gilt die TDS® als härter als der UTMB®?
Dabei ist sie 26 Kilometer kürzer. Vier Faktoren erklären dies:
- Die technische Beschaffenheit des Geländes. Schmale Pfade, Blockfelder, teils seilversicherte Passagen. Man läuft weniger und klettert/steigt mehr.
- Die Höhenmeter pro Kilometer, die höher sind als beim Hauptrennen.
- Die Abgeschiedenheit. Die Durchquerung des Beaufortain umfasst lange Abschnitte ohne Straßenzugang, auf denen vollständige Autonomie erforderlich ist.
- Der Nachtstart. Ende August vergehen rund sieben Stunden zwischen Start und Sonnenaufgang: Der gesamte erste Streckenteil wird mit Stirnlampe gelaufen, bei Temperaturen, die an den Pässen regelmäßig nahe 0 °C liegen.

Die Bilanz von 2026 verdeutlicht die Härte des Rennens: Von 1.290 Gestarteten erreichten nur 715 das Ziel in Chamonix, bei 575 Ausfällen. Eine Ausfallquote von fast 45 % in einer Nacht mit kaltem Regen. Alle Details findest du in unserem Artikel über den Sieg von Rémy Brassac bei der TDS® 2026.
Wie meldet man sich für die TDS® an?
Die TDS® unterliegt keiner Verlosung, anders als UTMB®, CCC® und OCC®. Die Anmeldung erfolgt nach dem Prinzip „first come, first served“ bei Öffnung der Registrierung im Januar. Voraussetzung sind jedoch 4 Running Stones und ein gültiger UTMB-Index.
Für Läufer, die die Chamonix-Woche anpeilen, ohne jahrelang an der Verlosung teilzunehmen, ist dies oft der direkteste Weg. Vorausgesetzt, man ist am Tag der Anmeldung schnell, denn die Plätze sind rasch vergeben.
Details zu Running Stones und dem UTMB-Index findest du in unserem Artikel: Wie viele ITRA-Punkte oder welcher Index für den UTMB®. Die Bedingungen und der allgemeine Zeitplan stehen unter Wie man sich für den UTMB® anmeldet.
Die Ausrüstung: Das Rennen nicht unterschätzen
Die TDS® schreibt eine Pflichtausrüstung vor, die bei der Startnummernausgabe und auf der Strecke kontrolliert wird. Aufgrund des Nachtstarts und der Höhenlage erfordern zwei Punkte besondere Aufmerksamkeit:
- Die wasserdichte Jacke mit Kapuze gemäß Reglement, die getragen und nicht nur mitgeführt wird.
- Warme Bekleidungsschichten, da bei der nächtlichen Überquerung der Pässe oft Temperaturen um den Gefrierpunkt herrschen.
Stöcke sind erlaubt und werden aufgrund des Profils von fast allen Läufern genutzt. Die vollständige Liste und Tipps findest du in unserem Artikel über die Pflichtausrüstung für den UTMB®.
Vorbereitung auf die TDS®
Die Vorbereitung unterscheidet sich nicht grundlegend von der für einen anderen alpinen Ultra, mit einem entscheidenden Unterschied: Das Training in funktionalem Gelände muss einen größeren Raum einnehmen. Schnelles Bergablaufen im Geröll und auf verblockten Pfaden zählt hier mehr als eine verbesserte VO2max.
Unsere Trainingstipps helfen weiter: Erfolgreiche Vorbereitung auf einen Ultra-Trail, das Blocktraining (Week-end choc) und Berglauftraining.
Häufige Fragen
Wie lang ist die TDS®?
148 km und 9.300 m positiver Höhenunterschied bei der Ausgabe 2026 zwischen Courmayeur und Chamonix, wobei das Ziel im offiziellen Tracking bei 150,5 km gemessen wurde. Die Streckenführung variiert von Jahr zu Jahr und kann bei extremen Wetterbedingungen angepasst werden.
Ist die TDS® härter als der UTMB®?
Sie ist 26 Kilometer kürzer, überwindet aber mehr Höhenmeter pro Kilometer und führt durch abgelegenere hochalpine Passagen. Ihr Ruf basiert auf diesen technischen Herausforderungen, nicht auf der Streckenlänge.
Wie hoch ist die Ausfallquote bei der TDS®?
Sie ist hoch und stark wetterabhängig. 2026 haben von 1.290 Gestarteten 715 Läufer das Ziel erreicht und 575 aufgegeben, was fast 45 % entspricht.
Gibt es eine Verlosung für die TDS®?
Nein. Es ist das einzige der großen Rennen der Woche, bei dem die Plätze nach dem Windhundprinzip vergeben werden. Dennoch sind 4 Running Stones und ein gültiger UTMB-Index erforderlich.
Wie hoch ist das Zeitlimit der TDS®?
44 Stunden und 55 Minuten, mit Zwischenzeitlimits an den Hauptkontrollpunkten, die im offiziellen Roadbook veröffentlicht sind.
Startet die TDS® am Tag oder in der Nacht?
In der Nacht um 23:50 Uhr am Montag der Rennwoche. Ende August geht die Sonne erst etwa sieben Stunden später auf: Der erste Teil des Rennens wird komplett mit Stirnlampe gelaufen.
Mehr erfahren
- TDS® 2026: Der Sieg von Rémy Brassac
- UTMB®: das Rennen und die Distanzen 2026
- Die Pflichtausrüstung
- Wie man sich für den UTMB® anmeldet
- Die Geschichte des UTMB®
Bildnachweis: Cordada Outdoor.