Beim Trail können sich die Wetterbedingungen rasch ändern, weshalb ein angemessener Schutz unerlässlich ist. Ob gegen Wind, Regen oder Kälte – du musst eine passende Trail-Jacke wählen. In diesem Artikel erklären wir, wie du deine Trail-Jacke richtig auswählst.
Das Wichtigste im Überblick:
- Die Wahl einer Jacke hängt von der Dauer des Trails und dem Wetter ab.
- Wasserdichtigkeit und Atmungsaktivität sind wesentliche Kriterien bei der Wahl einer Trail-Jacke.
- Eine leichte, kompakte Jacke eignet sich für kurze Trailrunning-Läufe, eine robuste Jacke mit gutem Schutz für Ultra-Trailrunning-Läufe.
- Bestimmte Details wie der Schnitt der Jacke, ihre Kapuze oder ihr Gewicht machen den Unterschied.
Die passende Jacke nach Trail-Typ und Jahreszeit wählen
Die Dauer eines Trailrunning-Laufs hilft Dir bei der Wahl Deiner Trailrunning-Jacke. Für einen kurzen Lauf von zwei bis drei Stunden empfiehlt sich eine ultraleichte Jacke. Auf schnellen Strecken zählen geringes Gewicht und Atmungsaktivität. Bei langen Läufen von mehr als drei Stunden sind Schutz und Strapazierfähigkeit wichtiger. Eine wasserdichte und winddichte Jacke ist dann ideal für schwierige Bedingungen.

Bei kaltem, trockenem Wetter empfehlen wir Dir das Drei-Schichten-Prinzip. Die Trailrunning-Jacke sollte leicht isolieren, um Deine Körperwärme zu erhalten, ohne zu voluminös zu sein. Sie sollte außerdem winddicht sein und eine verstellbare Kapuze für besseren Schutz haben. Wenn Du nachts oder frühmorgens laufen willst, ist auch die Wahl der richtigen Trailrunning-Stirnlampe wichtig für Deine Sicherheit auf der Strecke.
Bei warmem, feuchtem Wetter empfehlen wir Dir eine ultraleichte Jacke mit Belüftungszonen für eine möglichst gute Luftzirkulation. Sie kann wasserabweisend sein, um Spritzwasser abzuweisen, und aus technischen Materialien bestehen, die schnell trocknen und Feuchtigkeit ableiten.

Wasserdichtigkeit und Atmungsaktivität der Trail-Jacke
Wasserdichtigkeit und Schmerber-Wert
Wasserdichtigkeit und Atmungsaktivität sind beim Trailrunning entscheidend. Sie wirken sich direkt auf den Komfort aus, besonders bei Läufen unter wechselhaften Wetterbedingungen. Eine gute Trailrunning-Jacke muss wasserdicht und zugleich ausreichend atmungsaktiv sein. Dafür wurden Membranen wie Gore-Tex und Ultrashell entwickelt.
Der Schmerber-Wert misst die Wasserdichtigkeit einer Trail-Jacke. Er wird in Millimetern angegeben und bestimmt, wie gut eine Jacke dem Eindringen von Wasser standhält. Ein Wert von 10.000 mm bedeutet, dass das Material dem Druck einer 10.000 mm hohen Wassersäule standhält.
Wasserdichtigkeit einer Trail-Jacke:
- 5.000 bis 10.000 mm: Leichter bis moderater Schutz, ideal für leichten oder zeitweisen Regen.
- 10.000 bis 20.000 mm: Moderater bis hoher Schutz, ausgelegt für starken Regen und nasse Bedingungen.
- Über 20.000 mm: Sehr hohe Wasserdichtigkeit, für extreme Bedingungen geeignet.

Atmungsaktivität, MVTR und RET
Atmungsaktivität bezeichnet die Fähigkeit eines Materials, Wasserdampf und Schweiss abzutransportieren, die der Körper bei Anstrengung bildet. Sie verhindert ein unangenehmes Tragegefühl bei Belastung. Die Atmungsaktivität einer Trail-Jacke lässt sich über MVTR und RET bestimmen.
Die MVTR (Moisture Vapor Transmission Rate) misst die Menge an Wasserdampf, die ein Material über einen Zeitraum von 24 Stunden ableiten kann, angegeben in Gramm pro Quadratmeter. Ein höherer Wert steht für eine bessere Atmungsaktivität.
Atmungsaktivität nach MVTR einer Trail-Jacke:
- 5.000 bis 10.000 g/m²/24h: Moderate Aktivität bei gemässigten Bedingungen.
- 10.000 bis 20.000 g/m²/24h: Geeignet für intensive Anstrengungen mit effektivem Feuchtigkeitsmanagement.
- Über 20.000 g/m²/24h: Sehr atmungsaktiv, optimal für lange Läufe oder Bedingungen mit hoher Hitze und Luftfeuchtigkeit.
Der RET-Wert (Resistance Evaporative Transfer) misst den Widerstand, den ein Stoff dem Entweichen von Wasserdampf entgegensetzt. Ein niedriger RET-Wert weist auf eine bessere Atmungsaktivität hin.
Atmungsaktivität nach RET einer Trail-Jacke:
- Unter 6: Sehr atmungsaktiv, ideal für intensive Aktivitäten.
- Zwischen 6 und 12: geeignet für atmungsaktive Bekleidung bei gemäßigten Bedingungen.
- Zwischen 12 und 20: Eingeschränkte Atmungsaktivität.
- Über 20: Das Material gilt als nicht atmungsaktiv.

Weitere Kriterien für die Wahl deiner Trail-Jacke
Auch andere Eigenschaften helfen Dir bei der Wahl Deiner Trailrunning-Jacke. Ein Stretchgewebe erhöht den Komfort und die Bewegungsfreiheit, besonders bei langen oder technisch anspruchsvollen Läufen. Der Schnitt der Jacke sollte zu Deiner Körperform passen und große Bewegungsfreiheit ermöglichen.
Eine verstellbare Kapuze bietet guten Schutz und lässt sich an wechselnde Bedingungen anpassen. Sie muss tief genug sein, um Dich vor Regen zu schützen, aber so flexibel, dass sie Deine Sicht nicht einschränkt. Mit einem elastischen Zug oder einem Kordelzug bleibt sie auch bei starkem Wind an ihrem Platz.
Bei einem Wettkampf zählt jedes Gramm. Für einen kurzen Trailrunning-Lauf empfiehlt sich eine Jacke mit 100 bis 200 g. Sie sollte so leicht wie möglich sein und zugleich einen grundlegenden Schutz bieten. Für einen Ultra-Trailrunning-Lauf brauchst Du eine robustere Jacke mit 200 bis 350 g. Sie schützt gut und bleibt dabei leicht und kompakt. Ebenso wichtig ist es, Deinen Trailrunning-Rucksack passend auszuwählen, damit Du bequem läufst und kein unnötiges Gewicht trägst.
Bei manchen Ultra-Trailrunning-Wettkämpfen gelten besondere Ausrüstungsvorgaben. Auch wenn jeder Wettkampf eigene Kriterien hat, braucht die Trailrunning-Jacke in der Regel eine wasserdichte, atmungsaktive Membran (10.000 Schmerber und RET unter 13) sowie eine integrierte oder befestigte Kapuze. Außerhalb der Belüftungszonen darf sie keine Teile aus nicht wasserdichtem Gewebe haben.
Die Wahl der passenden Trail-Jacke hängt von der Distanz und den Wetterbedingungen ab. Leichtigkeit, Wasserdichtigkeit und Atmungsaktivität sind die Hauptkriterien. Entscheide dich in jedem Fall für ein auf deine Praxis abgestimmtes Modell, um Schutz und Komfort bei deinen Einsätzen optimal zu kombinieren.